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Stellenangebot registrierenEine neue Mitteilung zur Industriepolitik soll den Weg für die Schaffung eines neuen politischen Rahmens bereiten, der die verarbeitende Industrie Europas für den globalen Wettbewerb rüsten soll – ohne Protektionismus und Subventionen.
Eine Woche nach der Präsentation der Initiative für bessere Rechtsetzung (EurActiv 28. September 2005) steht EU-Unternehmenskommissar Günter Verheugen mit seiner neuen Mitteilung über die EU-Industriepolitik erneut im Rampenlicht. Es handelt sich jedoch nicht um das erste Kommissionspapier zur Industriepolitik. Seit Anfang der 90er Jahre befasst sich die EU mit der Verfassung der verarbeitenden Industrie und ihrer Zukunft in einer globalisierten und konkurrenzbetonteren Welt. Um Ängsten vor „Deindustrialisierung“ und „Standortverlagerungen“ entgegenzuwirken, hat die Kommission zwei Mitteilungen (2002
und 2004
) über die Industriepolitik angenommen. Der verarbeitenden Industrie war damit jedoch kaum geholfen.
Die verarbeitende Industrie produziert ein Fünftel des BIP der EU und beschäftigt 34 Millionen Menschen. Mehr als 80 Prozent der Ausgaben des Privatsektors für FuE (Forschung und Entwicklung) kommen aus ihren Branchen.
Im Vorfeld der Mitteilung hat die Kommission 27 Branchen untersucht und sie in vier Kategorien unterteilt:
Die neue Mitteilung zur Industriepolitik wird am 5. Oktober 2005 von der Kommission angenommen werden. Die Kommission schlägt sieben ‚Aktionen’ vor, die auf die einzelnen Branchen, etwa chemische Industrie und IKT, ausgerichtet sein sollen. Außerdem schlägt sie sieben Initiativen mit branchenübergreifender Dimension vor, um die Herausforderungen der verarbeitenden Industrien anzugehen und Synergien zwischen den verschiedenen EU-Politikbereichen zu verstärken.
Deutlich wird, dass die Barroso-Kommission die Industriepolitik der 70er Jahren nicht wiederbeleben will. Sie glaubt nicht in das französische Konzept der Förderung „Europäischer Champions“. In ihrer Mitteilung teilt sie öffentlichen Behörden eine begrenzte Rolle zu. Diese sollen nur dann aktiv werden, wenn das Versagen des Markts staatliches Eingreifen rechtfertigt. In der Mitteilung erklärt die Kommission, sie wolle „eine Rückkehr zu einer selektiven interventionistischen Politik“ vermeiden.