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Angesichts eines neuen Berichts, der der EU in Sachen Bürokratieabbau nur mäßige Fortschritte bescheinigte, hat Kommissar Verheugen zugesichert, die Verwaltungskosten für Unternehmen bis 2012 deutlich zu reduzieren.
Am 14. November 2006 hat Unternehmens- und Industriekommissar Günter Verheugen eine Initiative angekündigt, die darauf abzielt, die Bemühungen der Kommission um Bürokratieabbau zu unterstützen.
Die Vereinfachung und die Verbesserung von EU-Vorschriften ist eine der Hauptinstrumente der Kommission im Rahmen der Lissabon-Strategie, um die europäische Wirtschaft anzukurbeln.
Unter der Bezeichnung „bessere Rechtsetzung“ wurde die Initiative auf dem EU-Gipfel in Edinburgh im Dezember 1992 aus der Taufe gehoben. Bei diesem Gipfel einigten sich die EU- Staats- und Regierungschefs darauf, ein verbessertes Regelungsumfeld zu einer Hauptpriorität der Gemeinschaft zu machen. Das Vorhaben kam jedoch erst 2002 mit dem Aktionsplan für Bessere Rechtsetzung
in Bewegung.
Eine Reihe konkreter Ziele und Vorhaben wurden in der Mitteilung „Bessere Rechtsetzung für Wachstum und Arbeitsplätze in der Europäischen Union
“ im März 2005 vereinbart. Die Formel der Mitteilung ist simpel: „Weniger Bürokratie = Mehr Wachstum“. Sie definiert drei Ziele:
Bisher war die Initiative mäßig erfolgreich:
Diese Verzögerungen wird voraussichtlich die Kosten für durch EU-Gesetze verursachten Verwaltungsaufgaben doppelt so hoch werden lassen wie ursprünglich veranschlagt (320 Mrd. Euro).
Der fehlende Fortschritt in diesem Bereich hat Industriekommissar Verheugen dazu veranlasst, vergangenen Monat scharfe Kritik an den Kommissionsbeamten zu üben und ihnen vorzuwerfen, seine Kampagne für die Verbesserung und den Abbau von Rechtsakten zu blockieren (siehe EurActiv 10. Oktober 2006). Die strategische Überprüfung der Initiative für bessere Rechtsetzung, die Verheugen am 14. November 2006 angekündigt hat, soll die ursprüngliche Initiative durch bestimmte Maßnahmen stärken. Dazu gehören:
Unternehmens- und Industriekommissar Günter Verheugen sagte: „Diese Maßnahmen haben wir bereits seit einiger Zeit diskutiert, jetzt lassen wir Taten folgen. Für die europäischen Unternehmer ist dies ein echter Fortschritt.“ Er fügte jedoch hinzu: „Inwieweit das gelingt, hängt allerdings nicht allein von der Kommission ab“, sondern auch von der Mitarbeit des Rats und des Parlaments sowie von den EU-Mitgliedstaaten.
Der Dachverband der europäischen Unternehmensverbände UNICE begrüßte das Bekenntnis der Kommission zu einer Vereinfachung und Verbesserung des Regelungsumfeldes in Europa. Jedoch betonte der Präsident von UNICE, Ernest-Antoine Seillière, dass konkrete Fortschritte notwendig seien. Nur spürbare Ergebnisse könnten das Vertrauen in das Projekt stärken. UNICE betonte, dass die Fortschritte im Bereich der Vereinfachung der Rechtsetzung viel zu gering seien, selbst wenn es der Kommission gelingen sollte, das Tempo zu erhöhen. Beinah alle Vereinfachungsvorschläge, die von der Kommission angenommen wurden, würden im Rat und im Europäischen Parlament noch anhängig sein und es bestehe ein beachtliches Risiko, dass neue Hürden im Verlauf des Gesetzgebungsprozesses hinzugefügt würden.
Einige Europaabgeordnete haben ihre Besorgnis bezüglich der Initiative von Kommissar Verheugen geäußert und kritisiert, dass „Deregulierung“ nicht zu „besserer Rechtsetzung“ führe. Sie fordern ebenfalls mehr Mitspracherecht bei der Auswahl derjenigen Rechtsakte, die zurückgezogen werden.
März 2007 Europäischer Rat: Die Kommission wird die Staats- und Regierungschefs um ihre Zustimmung zu dem Ziel, 25% des Bürokratieaufwandes abzubauen, bitten.