Das politische Programm der bürgerlichen Opposition beinhaltet keine absolute Ablehnung des schwedischen Modells, das in der fast 80 Jahre währenden sozialdemokratischen Regierungszeit aufgebaut wurde – nur neun Jahre war die Regierung nicht sozialdemokratisch.
Radikale Reformen des Wohlfahrtsstaats kommen bei den schwedischen Wählern nicht gut an, von denen ungefähr 30% beim Staat beschäftigt sind und weitere 30% von Sozialleistungen leben. Die Moderaten mussten sich also mäßigen.
Sie nennen sich jetzt ‚die neue Arbeiterpartei’ – eine klare Ansage an Perssons Partei. Die Forderungen nach radikalen Kürzungen des Arbeitslosengeldes, die bei den letzten Wahlen, als die Moderaten deutliche Verluste hinnehmen mussten, auf ihrem Wahlprogramm standen, sind mittlerweile verstummt.
Obwohl auch ‚Anreize für Arbeit’ auf dem Wahlprogramm stehen, wie zum Beispiel €4 Mrd. Steuersenkungen, die die Vorteile arbeiten zu gehen, anstatt Sozialleistungen zu beanspruchen, erhöhen sollen, steht auch Umweltschutz auf dem Programm, ebenso wie Ausgaben im öffentlichen Bereich.
Die Moderaten versprechen also Veränderungen, ohne den geschätzten Wohlfahrtsstaat abschaffen zu wollen.
Die Sozialdemokraten versprechen, die Ausgaben für den Wohlfahrtsstaat um €2,7 Mrd. zu erhöhen. Trotz solider Wirtschaftsleistungen und einem Wachstum von 5,6% im zweiten Quartal 2006 stellt die Opposition den Erfolg der Sozialdemokraten im Bereich Beschäftigung in Frage.
Die Opposition betont, die reale Zahl der Arbeitslosen würde weitaus höher liegen als die von offizieller Stelle genannten 6%. Diese Aussage wird von einer Studie des McKinsey Global Institute unterstützt, die zu dem Ergebnis kommt, die reale Arbeitslosigkeit liege zwischen 15 und 17%. Diese Schätzung umfasst Frührentner und Menschen, die an staatlich geförderten Beschäftigungsmaßnahmen teilnehmen.



