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Wissenschaft & Ethik [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 11. August 2004    | Aktualisiert: Dienstag 12. September 2006   

Leidenschaftliche Debatten zu Biotechnologie, Stammzellenforschung und Klonen haben gezeigt, dass es großen Bedarf für einen öffentlichen Dialog zu den ethischen Fragen wissenschaftlicher Fortschritte gibt. Zur Förderung verantwortungsbewusster Forschung, die ethische Grundsätze achtet, hat die EU verschiedene Initiativen eingeführt, die ethische Fragen in den Mittelpunkt stellen.

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Leidenschaftliche Debatten über Themen wie Biotechnologie, Stamzellenforschung und Klonen zeigen deutlich, dass die rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Technologie ernste ethische Fragen und Bedenken aufwerfen können. Entscheidungsträger sowie Wissenschaftler müssen sich mit den Sorgen und Befürchtungen der Öffentlichkeit auseinandersetzen und diese berücksichtigen, wollen sie die Bürger nicht gänzlich verunsichern und ein gesellschaftliches Klima schaffen, das wissenschaftlichen und technologischen Erneuerungen feindlich gegenübersteht. Außerdem müssen die Auswirkungen neuer Technologien auf künftige Generationen gründlich untersucht werden, damit eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet werden kann.

In Bezug auf die EU könnten die unterschiedlichen ethischen, religiösen, historischen und philosophischen Ansätze der einzelnen Länder zu einer ganzen Reihe von verschiedenen Zugängen und Einstellungen zu ethischen Fragen führen. Diese Unterschiede berücksichtigend, hat die EU eine Reihe von Inititiven gestartet, die eine verantwortungsbewusste Ausübung von wissenschaftlichen Tätigkeiten und Forschung, bei der ethische Grundsätze geachtet werden, fördern sollen.

Kernfragen:

1. Das 6.Forschungsrahmenprogramm ( RP6) 
Im Rahmen von FP6 sollen ethische Fragestellungen berücksichtigt werden: "Bei der Durchführung der Forschungstätigkeiten innerhalb des Sechsten Rahmenprogramms sind die ethischen Grundprinzipien, einschließlich derjenigen, die in Artikel 6 des Vertrags über die Europäische Union und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegt sind, zu beachten." In der Praxis bedeutet dies, dass von der Kommission geförderte Forschungsprojekte mit Hinblick auf die Einhaltung ethischer Grundprinzipien überprüft werden. Diese Überprüfung betrifft verschiedene Aspekte; insbesondere die Frage, wer an den Projekten beteiligt wird, z.B. Kinder oder andere Menschen, die nicht in der Lage sind, ihre Zustimmung zu geben, oder schwangere Frauen und Freiwillige für klinische Testzwecke; aber auch die Verwendung von embryonalen Stammzellen, menschlichen Föten, Gewebe menschlicher Föten und anderen menschlichen biologischen Proben; die Verwendung persönlicher Daten; die Verwendung von Tieren; die Einhaltung nationaler Vorschriften und des internationalen Verhaltenskondexes.

Darüber hinaus fördert die EU im Rahmen von FP6 Forschungstätigkeiten zu mit Enwicklungen in Wissenschaft und Technologie in Zusammenhang stehenden ethischen und gesellschaftlichen Themen.

2. Der 'Aktionsplan Wissenschaft und Gesellschaft' 
In diesem im Dezember 2001 verabschiedeten Aktionsplan wird der ethischen Dimension von Wissenschaft und neuen Technologien ein ganzes Kapitel gewidmet. Ein Schwerpunkt bildet der Aufbau und die Aufrechterhaltung von öffentlichem Vertrauen, das sichergestellt werden soll, indem der allgemeinen Öffentlichkeit der Zugang zu Informationen zu ethischen Fragestellungen erleichtert und ein öffentlicher Dialog mit Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaft sowie religiösen und kulturellen Gruppierungen über Ethik und Wissenschaft angeregt wird. Darüber hinaus soll auch die Integrität von Forschern und ihr Bewusstsein für die ethische Dimension ihrer Arbeit und der Austausch zwischen ethischer Ausschüsse der einzelnen Länder gefördert werden. Die Kommission beabsichtigt ferner, einen Dialog mit anderen Teilen der Welt einzuleiten und die unterschiedlichen Einstellung und ethischen Rahmen kennen, und verstehen, zu lernen. 

3. Tätigkeiten des Europäischen Parlaments 
Das Parlament hat einer Reihe von Anstrengungen unternommen, um gemeinsame Positionen zu verschiedenen ethischen Fragestellungen zu formulieren. Unter anderem hat das Parlament eine Reihe von Berichten und Resolutionen verabschiedet, die von verschiedenen Ausschüssen ausgearbeitet wurden: dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie und die STOA ('Scientific Techological Options Assessment group') und dem gegenwärtigen Gentechnik-Ausschauss "Committee on human genetics and other new technologies in modern medicine". Diese Gruppen und Ausschüsse setzten sich für eine weitere Erforschung ethischer Fragen und der Förderung öffentlichen Dialogs ein. Vor allem hat das Parlament einen klaren und vorhersehbaren EU-Rechtsrahmen für Themen wie Biotechnologie gefordert. Dieser müsse ethische Erwägungen berücksichtigen, aber gleichzeitig auch innovationsfreundliche und sichere Bedingungen für Wissenschaft und Wirtschaft schaffen. 

4. Die   Europäische Gruppe für Ethik und neue Technologienexternal  
Die Europäische Gruppe für Ethik wurde 1997 von der Kommission gegründet. Ziel der Gruppe ist, in Zusammenhang mit der Vorbereitung und Umsetzung von Gemeinschaftsgesetzen und -maßnahmen unabhängige und pluralistische Ratschläge zu ethischen Aspekten, die sich aus Wissenschaft und neuen Technologien ergeben, zu geben. Seit ihrer Gründung bemüht sich die Gruppe, der Gemeinschaft in heiklen ethischen Fragen dabei zu helfen, Positionen zu formulieren. So hat sie unter anderem Berichte über Themen wie GewebebankenPdf external Forschungstätigkeiten an menschlichen EmbryonenPdf external Gesundheitsversorgung in der InformationsgesellschaftPdf external Doping im SportPdf external klinische Forschung in EntwicklungsländernPdf external Gentests am ArbeitsplatzPdf external und Stammzellenforschung Pdf external erstellt. Die Gruppe hat außerdem den Bericht zu technologischen Erneuerungen in Bezug auf die Grundrechtecharta verfasst.

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