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CO2-Emissionen fielen 2009 in der EU um 11%

Veröffentlicht 02. April 2010 - Aktualisiert 07. April 2010
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Die durch das CO2-Handelssystem erfassten Emissionen aus Industrieanlagen gingen 2009 aufgrund des weltweiten Abschwungs um 11% zurück. Dies geht aus den von der Europäischen Kommission gestern (1. April) veröffentlichten aktuellen Daten hervor.

Nach Schätzungen des Marktanalytikers Point Carbon betrug die Gesamtmenge der Industrieemissionen im Jahr 2009 1,887 Milliarden Tonnen. Dies stellt einen Rückgang um 11% im Vergleich zum Vorjahr dar und bestätigt damit, dass sich die schwächelnde Konjunktur im letzten Jahr noch stärker auf Industrieproduktion und Energienachfrage niedergeschlagen hat als im Jahr 2008, so Point Carbon.

Die Zahlen basieren auf vorläufige Zahlen der Kommission über bestätigte Emissionen auf Ebene der Industrieanlagen im EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) sowie auf Schätzungen für Länder, die noch Angaben über ihre Emissionen machen müssen. So haben Portugal, Bulgarien, Zypern, Malta und Norwegen der EU-Exekutive noch keine Daten übermittelt.

Der deutliche Rückgang bedeutet, dass die Emissionen unter der vom EU ETS gesetzten Obergrenze lagen, die der EU bei der Einhaltung ihrer Klimaverpflichtungen helfen soll.

Tatsächlich hatten europäische Firmen Point Carbon zufolge überschüssige Ausstoßrechte im Wert von 80 Millionen Tonnen CO2 übrig.

Umweltschützer haben den Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Emissionen als Zeichen gedeutet, dass die Obergrenze des EU ETS nicht hart genug ist. Da die überschüssigen Ausstoßrechte aufbewahrt und in der nächsten Handelsphase ab 2013 benutzt werden können, wird befürchtet, dass die Rezession die Kohlendioxidpreise noch auf Jahre hinaus in die Tiefe treiben könnte (EurActiv vom 5. März 2010).

"Diese neuen Informationen machen es deutlicher denn je, dass die EU ihren Ehrgeiz in Klimafragen verstärken muss. Die Obergrenze ist höher als die Emissionen und wir sind bereits auf halbem Weg, die Obergrenzen für 2020 einzuhalten", sagte Bryony Worthington, Direktorin der Klimaschutzorganisation Sandbag.

Kjersti Ulset, bei Point Carbon für europäische Kohlendioxid-Analyse zuständig, sagte jedoch, dass der Rückgang der Emissionen zu erwarten gewesen sei und dass die Emissionen nächstes Jahr wieder ansteigen würden.

"Dies war mehr oder weniger vom Markt erwartet worden. Ich glaube nicht, dass es großen Einfluss auf das Emissionshandelssystem an sich haben wird", sagte sie. Wenn überhaupt, habe die Veröffentlichung der Daten dem Markt mehr Sicherheit gegeben.

"Viele Marktteilnehmer befürchteten sehr niedrige Emissionen für 2009, aber nun haben sie die Zahlen für 2009 gesehen und die Unsicherheit auf dem Markt hat abgenommen", so Ulset.

Gegenüber EurActiv sagte Ulset am Nachmittag nach der Veröffentlichung der Daten, dass die Preise für die EU-Ausstoßrechte als Ergebnis um 20 Cent angestiegen seien.

Die Kommission wird nächsten Monat den gesamten Datensatz veröffentlichen.

Nächste Schritte: 
  • 15. Mai: Gesamtheit der Daten soll verfügbar gemacht werden.
Hintergrund : 

Das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) verlangt seit 2005 von etwa 10.000 großen Industrieanlagen in der EU, dass sie CO2-Ausstoßrechte kaufen und verkaufen müssen.

Während der ersten Handelsphase wurden die Ausstoßrechte zu großzügig verteilt, wodurch die Kohlendioxidpreise in den Keller fielen. Die Zahl der Ausstoßrechte wurde für die zweite Phase von 2008-2012 um 10% gekürzt, aber der weltweite Wirtschaftsabschwung und der damit verbundene Rückgang der Produktion haben die Preise nach unten gedrückt.

Um diese Probleme zu korrigieren, einigte man sich im Dezember 2008 auf eine Überarbeitung des Systems für die dritte Handelsrunde, die 2013 beginnt. Danach soll die Obergrenze für Emissionen um 21% unter dem Niveau von 2005 liegen. Dem überarbeiteten System zufolge müssen Stromhersteller ab 2020 100% ihrer CO2-Ausstoßrechte ersteigern.

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