EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Frankreich wartet auf klarere EU-Strategie zu Elektroautos

Veröffentlicht 21. April 2010 - Aktualisiert 22. April 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Frankreichs ehrgeizige nationale Strategie zu Elektroautos wartet auf eine eindeutigere Stellungnahme der Europäischen Union, berichtet EurActiv Frankreich.

Dank staatlicher Unterstützung wuchs der klassische Automobilmarkt in Frankreich im März 2010 um 10,8 Prozent – ein beachtenswerter Sprung – doch die Regierung sichert sich in Sachen kohlenstofffreie Fahrzeuge ab.

Der französische Umwelt- und Transportminister Jean-Louis Borloo enthüllte im Oktober 2009 eine nationale Strategie mit 14 konkreten Schritten um die Entwicklung von elektrischen und aufladbaren Hybridautos zu beschleunigen.

Das Ziel ist, bis 2020 zwei Millionen elektrische Fahrzeuge auf Frankreichs Straßen zu bringen.

Früher in diesem Monat gaben Borloo und Industrieminister Christian Estrosi bekannt, dass "12 von den 14 geplanten Schritten mittlerweile umgesetzt werden."

"Wir sind die Ersten und die am besten Organisierten in der Europäischen Union", fügten die beiden Minister hinzu.

Die Minister unterzeichneten eine Charta mit 12 regionalen Autoritäten sowie den Autoherstellern PSA Peugeot Citroën und Renault, mit dem Ziel, elektrische und aufladbare Hybridautos bis 2010 für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Finanzielle Unterstützung in Höhe von etwa 2,5 Milliarden Euro soll an den Sektor ausgezahlt werden.

Personen, die ein Elektroauto kaufen werden ebenfalls eine Gutschrift in Höhe von 5.000 Euro erhalten. Um dabei zu helfen, einen Markt für Elektroautos zu etablieren, hat der französische Staat bekannt gegeben, dass er 100.000 Bestellungen für neue Fahrzeuge vornehmen wird. Borloo gab die Gründung einer Gruppe bekannt – die die EDF, SNCF, Air France, France Télécom und La Poste einschließt – die anfänglich 50.000 Fahrzeuge bestellen werden. Eine öffentliche Ausschreibung wird am 23. April beginnen.

Brüssel bereitet legislatives Paket vor

Währenddessen bereitet sich EU-Industriekommissar Antonio Tajani in Brüssel darauf vor, am nächsten Dienstag (27. April) eine Elektroautostrategie vorzustellen.

Die EU-Kommissarin für Klimaschutz, Connie Hedegaard, und ihr für Transport verantwortlicher Kollege Siim Kallas, stellen ein Paket mit Direktiven zu "Transport und Klima" zusammen (EurActiv 18.01.10).  Außerdem soll diesen Sommer eine Strategie zu einer industriellen Automobilpolitik verabschiedet werden.

Bei einer vom Think-Tank Confrontations Europe in Paris organisierten Konferenz gab Hugues Van Honacker vom Generaldirektorat für Transport der Europäischen Kommission die umgehende Veröffentlichung einer Mitteilung und Direktive über den Verkauf von sauberen Autos bekannt.

Von EurActiv Frankreich gebeten, diese Bemerkungen auszuführen, konnte ein Sprecher der Kommission nicht spezifizieren, ob diese Intitiativen unabhängig von der nächste Woche von Tajani vorzustellenden Strategie seien.

Der EU-Exekutive zufolge müssen sich öffentliche Verwaltungen beim Kauf neuer Fahrzeuge zwischen klassischen und elektrischen Autos entscheiden und dabei die Kosten in Betracht ziehen – darunter fallen insbesondere die durch schädliche Emissionen verursachten Kosten.

Ein Weißbuch über die Vermeidung von CO2-Emissionen bei Transport und  urbaner Mobilität soll im November 2010 veröffentlicht werden. Die Strategie wird sich mit Darlehen auf europäischer Ebene und der Definition eines EU-Standards für Stecker zum Aufladen von Elektroautos befassen.

Die Frage der Kompatibilität von Auflade-Systemen in Europa erhält große Beachtung: falls die EU es nicht schafft, einen gemeinsamen Standard für Aufladevorrichtungen festzulegen, wird der Plan, einen Markt für Elektroautos aufzubauen direkt an die Wand gefahren.

Stellungnahmen: 

François Michaux, ein Forscher im Think-Tank Confrontations Europe hat die französischen Ambitionen zu Elektroautos als "proaktiv, aber vielleicht nicht realistisch" beschrieben.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung am 14. April in Paris sprechend, sagte Michaux, dass, obwohl französische Hersteller einen Vorsprung bei elektrischen Fahrzeugen hätten, dies bald sinnlos sein könnte, falls es keine Harmonisierung auf europäischer Ebene gäbe.

Die französische Strategie, innerhalb von neun Monaten neue Fahrzeuge in den Markt einzuführen, sei eindeutig "darauf fokussiert, einen Markt zu schaffen", so Philippe Herzog, Gründer von Confrontations Europe und Ratgeber von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.

Auf die gleiche Art warnte Herzog vor den Gefahren von national unterschiedlichen politischen Ansätzen innerhalb der EU. Tatsächlich scheint es in Europa keine Einigkeit zu dem Thema zu geben.

"Es gibt keine europäische Politik zu sauberen Autos", sagte er. Deutschland verfolge beispielsweise eine vollkommen andere Strategie als Frankreich, und fokussiere sich mehr auf Hilfen der Kommission, vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung.

Die verschiedenen Politiken der EU-Mitgliedsstaaten "könnten gegensätzlich sein und zu unkooperativem Verhalten führen", warnte Herzog. "Dies kann zu einer Reihe von Synergien, oder aber Konflikten führen."

Herzog sieht Konkurrenzdenken als zugrunde liegendes Problem: zusätzlich zu offensichtlichen Rivalitäten würden gegenteilige Interessen das Handeln beeinflussen. Mit Sorge um die Umwelt, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit treffen bedeutsame Herausforderungen aufeinander die sich von Land zu Land unterscheiden. Die Debatte über einen Steueranreizmechanismus dauere beispielsweise an, während die Pläne der EU noch zu enthüllen seien.

Nächste Schritte: 
  • 27. April 2010: Kommissionvorschlag für eine gemeinsame EU-Strategie für Elektroautos.
  • 2010: Verabschiedung einer Strategie zur industriellen Automobilpolitik.
  • 2010: EU-Weißbuch über die Vermeidung von CO2-Emissionen im Transport.
Hintergrund : 

Inmitten des wirtschaftlichen Abschwungs haben europäische Automobilhersteller die Europäische Kommission aufgerufen, dem Beispiel der USA zu folgen und im Zuge global sinkender Verkaufszahlen Milliarden an niedrig verzinsten Darlehen zur Entwicklung von umweltfreundlichen Fahrzeugen bereitzustellen. 

Die Europäische Kommission soll am 27. April eine Strategie zu sauberen und kraftstoffsparenden Autos vorstellen, der ein Aktionsplan zur Markteinführung umweltfreundlicher Autos folgen soll (EurActiv 22.02.10). 

Die Reduktion von CO2-Emissionen im Transport steht auf der Liste der Topprioritäten von Connie Hedegard, der EU-Kommissarin für Klimahilfe und Siim Kallas, ihrem für Transport verantwortlichen Kollegen (EurActiv 18.01.10).

Mehr über dieses Thema

More in this section

Advertising