EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Click here for EU news »
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Griechische Regierung könnte sich an Waldbränden "verbrennen" [DE]

Veröffentlicht 29. August 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
DruckversionSend by email

Angesichts der 64 Toten, beinahe 300 000 Hektar verbrannten Landes und mächtiger Waldbrände, die noch immer in ganz Griechenland wüten, könnten die griechischen Wähler bei den Wahlen im kommenden Monat die aktuelle Regierung für ihr Fehlverhalten während der Krise abstrafen.

Die Waldbrände, die überall in Griechenland wüten, haben lokale und internationale Aufmerksamkeit erfahren, da, die Krise von einer in den Augen vieler Beobachter ineffektiven, unzureichenden und späten Reaktion durch die derzeitige griechische konservative Regierung unter Premierminister Costas Karamanlis begleitet ist.

Brandstiftung wird vielfach als Ursache der Brände genannt: Spekulanten der Immobilienbranche wurden beschuldigt, die Feuer absichtlich gelegt zu haben, um Land zur Bebauung zu gewinnen.

Die Regierung gestand ein, dass Brandstiftung wahrscheinlich eine Ursache sei, sie wies jedoch auf eine ‚asymmetrische Bedrohung’ hin – ein Begriff, der in der Regel für Terrorgruppen verwendet wird. Dies hat viele Griechen verärgert, der Vorwurf solle lokalen Bauunternehmen und korrupten Regierungsbeamten gemacht werden, die versuchten von den Feuern zu profitieren. 

George Papandreou, der Vorsitzende der sozialdemokratischen und wichtigsten Oppositionspartei PASOK, war bemüht, die Probleme der Regierung aufzugreifen, und beschuldigte die Regierung, ‚tragischerweise unfähig’ zu sein, auf die Krise zu reagieren. Papandreou wirft der Regierung weiterhin vor, sie verbringe ihr Zeit damit, ‚terroristische Verschwörungstheorien zu erfinden’ anstatt den Bürgern zur Seite zu stehen.

Interne Machtkämpfe und interne Spaltung wurden ebenfalls in Papandreous Partei laut, für die laut Umfragen vor dem Ausbruch der Feuer kein Wahlsieg zu erwarten war. Presseberichten zufolge blieben viele Griechen unentschlossen darüber, wem sie in den nationalen Wahlen am 16. September 2007 ihre Stimme geben werden.

Die Kommission wird vermutlich im Herbst 2007 einen Vorschlag für die Schaffung neuer europäischer Schnellreaktionskräfte vorlegen, die speziell für die Reaktion auf Naturkatastrophen entwickelt werden sollen (EurActiv vom 02. August 2007 und vom 27. August 2007).

Weitere EU-Unterstützung in Katastrophenfällen könnte bald notwendig werden. In einem Gespräch mit der deutschen Zeitung Die Welt, warnte der EU-Kommissar für Umwelt Stavros Dimas, selbst Grieche, dass die massive Entwaldung in Südeuropa, welche die Waldbrände dieses Sommers verursachten, vermutlich das Risiko großer Fluten während Regenzeiten erhöhen werde.

Advertising