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'Vermehrte Gesundheitsgefahren' durch Erderwärmung [DE]

Veröffentlicht 14. Juni 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Der erwartete kontinuierliche Temperaturanstieg wird die Gesundheit der Menschen durch häufigere, extreme Wetterverhältnisse zunehmend bedrohen. So starben allein während der Hitzewelle im Sommer 2003 35 000 Menschen in Europa.

Klimawandel habe verschiedene Auswirkungen auf die Gesundheit, erklärte Tanja Wolf vom Regionalbüro der WHO in Europa. Für das Jahr 2000 könnten 0,3 bis 0,4% der weltweiten Belastung an Krankheiten und Todesfällen Einwirkung durch Menschen zugeschrieben werden. Laut Wolf seien vor allem mangelhafte Ernährung, Diarrhö und Malaria ‚besonders klimaempfindliche Krankheiten’.

Während einer Sitzung im Rahmen der Grünen Woche zu ‚Zukunftsszenarien für die menschliche Gesundheit und die Umwelt’ am 13. Juni 2007 erklärte Wolf, dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels zum Beispiel vermehrte Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Luftverschmutzung sowie Mangelernähung aufgrund von Lebensmittel- und Wasserknappheit beträfen. Andere bestünden in gesundheitlichen Folgen aufgrund extremer Wetterverhältnisse, temperaturbezogenen Erkrankungen und Todesfälle sowie in über Wasser und Lebensmitteln übertragbare Krankheiten. Wolf erläuterte dies am Beispiel der ‚Frost-Linie’ in China, die aufgrund ihres Rückgangs neue Bedingungen für die Diarrhö durch neue Bakterien ermögliche.

Die Hitzewelle von 2003 in Europa führte in vielen Ländern zu Gesundheitskrisen und verursachte rund 35  000 Todesfälle. Zusammen mit einer Dürre führte sie in Südosteuropa auch zu Ernteausfällen. Man werde mehr Hitzewellen erleben und dies werde an gewissen Punkten mit Wassermangel einhergehen. Das Problem sei, dass man keine Schlüsse zur Bewältigung dieser neuen Herausforderungen gezogen habe, so Wolf. Sie forderte zum Schutz der Gesundheit im Rahmen der CO2-Emissionsreduzierung auf. Die Emissionen seien der Hauptgrund für den Klimawandel. Wolf wies darauf hin, dass der Schlüssel dazu in veränderten Gewohnheiten und einem anderen Konsum Bürger liege, die sich mehr auf ‚gesündere Energie- und Verkehrsmöglichkeiten’ ausrichten müssten.

Es gehe nicht darum, zwischen Gesundheit und Umweltschutz zu wählen, da Maßnahmen für die Gesundheit für gewöhnlich ebenso gut für die Umwelt seien, zum Beispiel, wenn man sich für ein Fahrrad anstelle eines Autos entschiede oder eine gute Isolierung für Gebäude wähle, so dass sie weniger Energie verbrauchten, erklärte Wolf. 

In einem neuen Überprüfungsbericht (von April 2007) stellt der Zwischenstaatliche Ausschuss der Vereinten Nationen zum Klimawandel (IPPC) fest, dass erwartete klimabezogene Belastungen wahrscheinlich die Gesundheit von Millionen Menschen beeinträchtigen würden, insbesondere derjenigen mit geringer Anpassungsfähigkeit (siehe EurActiv vom 10. April 2007).

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