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Wir können das Kyoto-Protokoll nicht aufgeben, sagt indischer Botschafter

Veröffentlicht 09. Februar 2010 - Aktualisiert 11. Februar 2010
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Das Kyoto-Protokoll stellt eine internationale Verpflichtung dar, mit der die Industrieländer ihre historische Verantwortung für den Klimawandel anerkennen, und sein ausgefeilter Einhaltungsmechanismus lässt sich nur schwer kopieren. Dies sagte der indische Botschafter bei der EU, Dr. J. Bhagwati, in einem Interview mit EurActiv.

Indien war eines der führenden Länder bei der Erreichung der gesichtswahrenden Einigung zum Klimawandel letzten Dezember in Kopenhagen (EurActiv vom 19. Dezember 2009). Das Land ist davon überzeugt, dass die Ablösung des Kyoto-Protokolls durch ein anderes Instrument nur den Verdacht erhärten würde, dass die Industrieländer von ihren rechtsverbindlichen Verpflichtungen Abstand nehmen wollen.

Laut Botschafter Bhagwati würde ein solcher Schritt die Glaubwürdigkeit jeglicher neuer rechtlicher Verpflichtungen der Industrieländer in Frage stellen, die diese unter dem neuen Instrument eingehen könnten.

Kopenhagen sei wegen einer anhaltenden Kluft zwischen den Haltungen der Industrie- und der Entwicklungsländer gescheitert. Nur ehrgeizige Reduktionsziele der Industrieländer würden zu einer bedeutenden und glaubwürdigen Einigung in Mexiko führen.

Innerhalb der von den eigenen Mitteln gesetzten Grenzen unternehme Indien alles in seiner Macht stehende, um seine Emissionen zu reduzieren. Diese seien übrigens pro Kopf niedriger als die Emissionen der Industrieländer.

Weiterhin betonte der Botschafter, dass der indische Nationale Aktionsplan dem Land einen strategischen Richtungswechsel ermögliche: weg von der derzeitigen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren und sauberen Energiequellen. Das Land habe auf wirksame Weise das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch entkoppelt und die Energieintensität seines BIP gehöre nun zu den besten weltweit.

Darauf angesprochen, dass Indien im Environmental Performance Index 2010 (EPI) immer noch auf Platz 123 liegt und damit im Vergleich zu anderen Schwellenländern wie Brasilien, Russland und sogar China den höchsten Platz einnimmt, zitierte der Botschafter die ehemalige indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi, nach der Armut zur größten Umweltverschmutzung führe.

"Für ein Land wie Indien, das eine der weltweit besten Klimabilanzen hat, besteht die erste und vorrangige Priorität in der wirtschaftlichen Entwicklung, der Armutsbekämpfung und der Lösung unserer Energiearmut. In Indien haben über eine halbe Milliarde Menschen immer noch keinen Zugang zu kommerziellen Strom", sagte Bhagwati. Der Nationale Aktionsplan stelle in dieser Hinsicht einen wichtigen Schritt dar.

In Kopenhagen hatten sich 55 Länder zu Emissionskürzungen verpflichtet. Indien hatte sich zudem zu einer 20-25%-tigen Kürzung der "Kohlendioxidintensität" des Landes bis zum Jahr 2020 auf Basis der Werte von 2005 verpflichtet (EurActiv vom 2. Februar 2010).

Dem indischen Botschafter zufolge folgt diese Ankündigung der indischen Einschätzung, dass die Ausstoßintensität des Landes zwischen 1990 und 2005 um über 17% zurückgegangen sei. "Dies ist mit Sicherheit ein weiteres Zeichen für die Ernsthaftigkeit des indischen Beitrags zum weltweiten Vorgehen gegen den Klimawandel", so Bhagwati abschließend.

Um das ganze Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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