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Warnungen, dass Strompreise unter den neuen Regelungen für den EU-Kohlenstoffmarkt drastisch ansteigen könnten, wenn die Energieunternehmen in der EU ab 2013 dazu verpflichtet würden, sämtliche CO2-Emissionsrechte zu ersteigern, würden sich nicht bewahrheiten, sagt ein neuer Bericht, der von der Umweltorganisation WWF in Auftrag gegeben wurde.
Die Versteigerung von Emissionsrechten im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems ab 2013 werde voraussichtlich keine großen Auswirkungen auf die Strompreise haben, geht aus dem Bericht hervor, der von New Carbon Finance, einem in Großbritannien ansässigen Beratungsunternehmen für Unternehmen auf dem Kohlenstoffmarkt, angefertigt wurde.
Das Emissionshandelssystem der EU (EU ETS) ist der Eckpfeiler ihrer Bemühungen, den Klimawandel zu bekämpfen. Neue von der Kommission für den Zeitraum von 2013 bis 2020 vorgeschlagene Regelungen fordern, dass sämtliche Emissionsrechte für den EU-Energiesektor versteigert werden müssen. Zuvor waren Energieunternehmen beschuldigt worden, während der ersten Phase des EU ETS (von 2005 bis 2007) unerwartete Gewinne eingefahren zu haben. Zu dieser Zeit wurden die Strompreise angehoben, obwohl viele Emissionsrechte kostenlos vergeben wurden.
New Carbon Finance behauptet, dass der Übergang zu umfassenden Versteigerungen nur wenige Auswirkungen auf die Preise haben werde, da die Energieunternehmen die Kosten für die Emissionsrechte in ihre Betriebsunkosten mit einkalkulierten, gleichgültig, ob diese Emissionsrechte kostenlos ausgeteilt wurden oder ersteigert werden mussten. Das gelte angesichts der zunehmenden Liberalisierung des Strommarktes umso mehr, so der Bericht, der aktuelle und zukünftige Entwicklungen auf dem Strommarkt in Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn untersucht.
Unter den Bedingungen eines starken Wettbewerbs mache es nur wenig Unterschied, ob die Emissionsrechte kostenlos ausgeteilt würden oder ersteigert werden müssten, da sie für die Energieunternehmen immer noch Opportunitätskosten darstellten. Es sollte deshalb erwartet werden, dass die Opportunitätskosten der Emissionsrechte vollständig auf die Großhandelspreise für Energie umgelegt würden. Das bedeute, dass die Auswirkungen des Übergangs von der kostenlosen Zuteilung von Emissionsrechten zu umfassenden Versteigerungen ab 2013 auf die Großhandelspreise für Energie nur minimal sein würden, behauptet der Bericht.
Der Vorschlag zur Überarbeitung des EU ETS wird derzeit hitzig diskutiert, sowohl im Parlament als auch zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Länder wie Polen, die bei ihrer Stromproduktion stark von CO2-Emissionen verursachenden Kohlekraftwerke abhängen, fordern, dass die Emissionsrechte auch weiterhin kostenlos ausgeteilt werden, da sie befürchten, dass die Versteigerungen die Strompreise verdoppeln oder verdreifachen würden.
Die Kommission hat ihrerseits zugegeben, dass das System die Strompreise voraussichtlich um 15% erhöhen wird.