Das Beratungsunternehmen schätzt, dass bis 2020 weltweit 530 Milliarden Euro investiert werden müssten, um die Emissionen auf 70% des Niveaus zu reduzieren, das ohne Investitionen erreicht würde, und um zu vermeiden, dass die Folgen der Erderwärmung gefährliche Ausmaße annehmen. Bis 2030 müssten insgesamt 810 Milliarden Euro investiert werden, um ein solches Szenario zu vermeiden, heißt es im Bericht weiter.
Es wird nichtsdestotrotz betont, dass sofortige, sektorübergreifende Maßnahmen eine Grundvoraussetzung für die Umsetzung der nötigen Emissionsminderungen seien, da mit jedem Jahr, in dem man untätig bleibe, die Emissionen anstiegen und die Wirtschaft auf eine CO2-intensive Zukunft zusteuere.
Im Bericht wird eine Gesamtkostenkurve für die Minderung der Treibhausgasemissionen gezeichnet und die Optionen für den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft miteinander verglichen. Die Kosten sollten dabei unter 60 Euro pro Tonne CO2 liegen. Es werden drei wichtige Sektoren ausgemacht, in denen die Emissionen am kosteneffizientesten reduziert werden könnten.
Die größte Emissionsreduzierung, 14 Gigatonnen (Gt) bzw. rund 40% des weltweiten Einsparungspotentials, könne durch den Bau von Fahrzeugen, elektrischen Geräten und Gebäuden, die weniger Energie benötigten, erzielt werden, so McKinsey. In diesem Bereich würden sich Investitionen im Laufe der Zeit höchstwahrscheinlich bezahlt machen, heißt es im Bericht.
Der Stromsektor könnte ein weiteres Drittel (12 Gt) beisteuern und vermehrt auf umweltfreundliche, erneuerbare Energien wie die Wind- und Solarenergie und Biokraftstoffe zurückgreifen. Außerdem könnten Kohlekraftwerke mit Technologien zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS; siehe EurActiv LinksDossier) ausgestattet werden, so der Bericht. Darüber hinaus könnten ähnlich große Einsparungen erzielt werden, wenn die Entwaldung in den Entwicklungsländern gestoppt und die natürlichen CO2-Absorptionskapazitäten durch Wiederaufforstungsmaßnahmen erhöht würden, wird im Bericht erklärt.
Im Vergleich zum maßgeblichen Stern-Bericht aus dem Jahr 2006, der schätzte, dass sich die Kosten auf fünf bis 20% des weltweiten BIP belaufen würden, wenn nichts unternommen werde, glaubt McKinsey, dass Investitionen in den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft deutlich günstiger seien und im besten Fall möglicherweise nur 0,5% des BIP ausmachen würden.
Außerdem werden im Bericht weitere maßgebliche Möglichkeiten zur Emissionsreduzierung ausgemacht, deren Umsetzung allerdings als zu kostspielig bezeichnet wird. Dazu zählen die Anwendung von CCS-Technologien außerhalb des Stromsektors und weniger energieintensive Herstellungsprozesse. Ein weiterer Bereich, in dem große Einsparungen erzielt werden könnten, sei die Veränderung des Lebensstils, einschließlich eines geringeren Fleischkonsums und die Nutzung kleinerer Autos. Beides könne die Emissionen deutlich reduzieren, meint McKinsey. Es sei jedoch schwierig, solche Annahmen zu quantifizieren.
Im Bericht wird davon Abstand genommen, auf Grundlage der Ergebnisse politische Empfehlungen auszusprechen. Vertreter von Unternehmen und NGO, die zum Bericht beigetragen haben, sagten allerdings bei seiner Veröffentlichung, sie hätten eine solide Basis für ein internationales Klimaabkommen geschaffen. In der Studie wird die Dringlichkeit von Maßnahmen in allen Ländern und Sektoren betont, und diejenigen, die an ihrer Erstellung mitgewirkt haben, meinten, dieses Jahr müsse unbedingt ein globales Abkommen erzielt werden.



