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Die Schifffahrt könne ihre Treibhausgasemissionen um mindestens ein Fünftel reduzieren und trotzdem beträchtliche wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, fand ein neuer Bericht von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) der auch EurActiv vorlag heraus, der Argumente hervorbringt, der Sektor solle Teil eines neuen Klimaabkommens sein.
Die zweite IMO-Studie zu Treibhausgasen wurde gestern (18. Mai 2009) von Repräsentanten der Schifffahrtsindustrie besprochen, wobei versucht wurde abzusehen in wie weit Emissionen von Schiffen in das Kyoto- Nachfolgeprotokoll integriert werden könnten, das in Kopenhagen im Dezember verhandelt wird.
Die IMO identifizierte „erhebliches Potential“, um Treibhausgase durch technische und operative Maßnahmen zu reduzieren, die auch Verbesserungen der Effizienz beinhalten, die die Emissionen der Branche zwischen 25 bis 75 Prozent senken könnten und beträchtliche finanzielle Gewinne für die Branche bedeuten könnten.
Der Bericht schlägt eine Reihe von marktorientierten Politikinstrumenten vor, von denen man glaubt, dass sie eine relativ hohe umweltfreundliche Effektivität besitzen. Dies beinhaltet Verbesserungen im Bau der Schiffe, Reduktion der Geschwindigkeit, maritimer Emissionshandel und eine Abgabe für Schiffstreibstoffe.
Viele dieser Maßnahmen scheinen kosteneffektiv zu sein, obwohl finanzielle Barrieren ihre Umsetzung verhindern würden, so der Bericht.
Die Schifffahrt ist nicht Teil des Kyoto-Protokolls, genauso wenig unterliegt sie einem EU-Gesetz, das zum Ziel hat die Emissionen zu reduzieren, obwohl sie für 2,7 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich sind. Zum Vergleich beträgt der Ausstoß des internationalen Flugverkehrs nur 1,9 Prozent und die Branche wird ab 2012 unter das EU-Emissionshandelsgesetz (EU ETS) fallen (EurActiv vom 2. Februar 2009).
Umweltschützer sehen in dem IMO-Bericht einen entscheidenden Beweis dafür, dass die Schifffahrt ebenfalls unter die Emissionsobergrenzen des Kopenhagener Abkommens fallen müsse, damit die globale Erwärmung verhindert werden könne.
Bisher hat es die Schifffahrtsindustrie geschafft im Bezug auf die Kontrolle, nicht auf eine Stufe mit dem Luftfahrtssektor gestellt zu werden sagte Peter Lockley, Chef für Transportpolitik beim WWF Großbritannien. Dieser Bericht bestätigte das die Schifffahrt eine erhebliche Emissionsquelle sei, er demonstriere aber auch, dass die Branche keine Angst haben müsse einem globalen Klimaabkommen beizutreten. Dies könnte sogar finanzielle Gewinne für sie einbringen, wenn der Sektor ernsthaft die CO2-Emissionen bekämpfe.
Sollte das Abkommen von Kopenhagen dabei versagen, die globalen Schiffahrtsemissionen einzubeziehen und keine internationalen Reduktionsziele innerhalb der IMO verinbart würden, würde die EU den Sektor in ihre allgemeine Emissionssenkungsziele miteinbeziehen.