Man sei zu einer Einigung gekommen, erklärte eine Koalitionsquelle gegenüber Reuters am Freitag (19. Juni 2009) und bezog sich dabei auf das CCS-Gesetz (Gesetz zur CO2- Abscheidung und Speicherung).
Jedoch sagten Quellen, dass die Vereinbarung nur individuelle Testareale erlaube, statt ein umfassenderes Rahmenwerk für CCS quer durch Deutschland. Der Durchbruch gelang den Politikern bei einem Treffen der Fraktionsvorsitzenden der CDU und der SPD, Volker Kauder und Peter Struck und dem Umweltminister Sigmar Gabriel im Bundestag. Am Mittwoch sagte die CDU, sie plane die Abstimmung über den Gesetzesentwurf über CCS zu verschieben, da es Sorgen darüber gebe. Das CCS-Gesetz würde den Weg für die weitere Entwicklung der Technologie freimachen, die darauf abzielt die Umweltverschmutzung von Kohlekraftwerken zu verringern, indem das CO2 auf unbestimmte Zeit in unterirdischen Speicheranlagen gespeichert wird.
Die Koalition hat Monate damit verbracht, sich über Gesetze zur Regulierung der Bestreben von Energiekonzernen wie E.ON, RWE und Vattenfall Europa zu zanken, um die neue Technologie früh genug einzusetzen und zu testen, um nach 2020 einen großflächigen kommerziellen Nutzen zu erreichen.
Ein schneller Fortschritt des Gesetztes wird benötigt, um den Unternehmen zu erlauben, ihre Zeitpläne zu Pilotprojekten vor der vollständigen kommerziellen Produktion zu erreichen und sicherzustellen, dass CO2 das aus den Anlagen gefiltert wird, bis zu diesem Datum in angemessene Speicherstätten gepumpt werden kann.
Deutschland erzeugt 50 Prozent seines Stromes aus Kohle, aber ohne CCS würde es nicht in der Lage sein dies in den nächsten Jahren aufrechtzuerhalten, da strenge EU-Gesetze, die darauf ausgerichtet sind die CO2 Emissionen zu senken, steigende Geldstrafen auf konventionelle Kohleverbrennung erheben.
Unterdessen ist der Verein deutscher Kohleimporteure VDKI, der im Hafen von Hamburg ansässig ist, aber der Rhein-Ruhr-Region der es dient nahe steht, wegen öffentlicher Kritik der CO2-Verschmutzung die er sie verursacht, besorgt über die Nachhaltigkeit der Kohleverbrennung.
Man argumentiere mit Plänen der höheren Energieeffizienzraten bei Kohlekraftwerden und der Hoffnung auf den Erfolg der Abscheidung und Speicherung des CO2 an Kraftwerken dagegen, sagte der Vorsitzende von VDKI, Erich Schmitz letzte Woche in einer Konferenz.
Die deutschen Steinkohleimporte aus Indien, China und Indonesien werden dieses Jahr wahrscheinlich im Vergleich zu 2008 mit einer Summe von 37,3 Millionen Tonnen, um 22 Prozent fallen, so die Vereinigung VDKI.
Wenn neue Bau- und CCS Bemühungen kombiniert würden und Erfolg hätten, könnten deutsche Kohlekraftwerke ihre Emissionen bis 2015 auf 96 Millionen Tonnen CO2 im Jahr senken, gegenüber 111 Millionen im Jahr 2008, sagte Schmitz.
Deutschland nutzt Steinkohle für 20 bis 25 Prozent seiner jährlichen Energieerzeugung, was jedoch von der Nachfrage und rivalisierenden Energiequellen abhängt. Lignit, eine geringwertigere heimische Braunkohleart hält weiterhin einen stabilen Anteil an weiteren 25 Prozent der Energieversorgung.
(EurActiv und Reuters)

