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Deutschland will Emissionen um 40% reduzieren [DE]

Veröffentlicht 27. April 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel hat einen acht Punkte umfassenden Aktionsplan zum Klimawandel vorgelegt. Der Plan sieht vor, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 um 40% zu senken bzw. den von der EU vorgegeben Wert zu verdoppeln.

Das neue Vorhaben Deutschlands, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40% zu reduzieren, geht über die Verpflichtung, die von den Staats- und Regierungschefs der EU beim Frühjahrsgipfel im März 2007 formuliert wurden, hinaus. Während des Gipfels hatten die EU-27 eine unilaterale Reduzierung der Emissionen von 20% bis 2020 versprochen, mit der Option, diese Zielvorgabe auf 30% zu erhöhen, falls große Wirtschaftsmächte wie die USA oder China diesem Beispiel folgten.

Die Berliner Klimaagenda 2020fordert einen „Umbau der Industriegesellschaft“. Um das Ziel von 40% erreichen zu können (dies entspricht einer Reduzierung des CO2 um 270 Millionen Tonnen), schlägt das Dokument acht Maßnahmen vor:

  • Erneuerung des Kraftwerkparks (Reduzierung um 30 Millionen Jahrestonnen CO2);
  • Verdopplung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Anteils (Reduzierung um 20 Millionen Jahrestonnen CO2);
  • Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien auf über 27% an der Stromerzeugung (Reduzierung um 55 Millionen Jahrestonnen CO2);
  • Energieeffizienz im Stromverbrauch: Senkung des Elektrizitätsverbrauchs um 11% (Reduzierung um 40 Millionen Jahrestonnen CO2);
  • Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden: Wärmeeinsparung durch Gebäudesanierung, effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen (Reduzierung um 41 Millionen Jahrestonnen CO2);
  • Steigerung der Nutzung von erneuerbaren Energien für Heizung (Reduzierung um 14 Millionen Jahrestonnen CO2);
  • Mehr Effizienz und Erneuerbare Energien im Verkehr und eine erhöhte Nutzung von Biobrennstoffen (Reduzierung um 30 Millionen Jahrestonnen CO2);
  • Maßnahmen im Nicht-Energie-Bereich: Reduzierung von Emissionen anderer Gase (außer CO2) wie zum Beispiel Methan oder fluorierter Treibhausgase (F-Gase) (Reduzierung um 40 Millionen Jahrestonnen).

Gabriels Vorhaben lehnt explizit die erneute Förderung von Atomkraft ab und hält an dem Ziel der Koalition, Atomenergie abzubauen, fest. Die Kosten für dieses Vorhaben würden sich auf 3 Milliarden Euro belaufen, wohingegen der Klimawandel einen Schaden in Höhe von 137 Milliarden Euro verursachen könnte. Dies erklärt der Bericht in einem kurzen Paragraphen zur Finanzierung des Vorhabens.

Deutschland versucht mit diesem Schritt, sich in Vorbereitung auf den G8-Gipfel im Juni in Heiligendamm eindeutig als Anführer des Kampfs gegen den Klimawandel zu positionieren.

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