Bei der Vorstellung des Vorschlags in Brüssel machte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas klar, dass ein großer Teil der Gelder für die Entwicklungsländer vom privaten Sektor und dem CO2-Markt bereitgestellt werden solle.
Ohne Geld, kein Abkommen, meinte Dimas und fügte hinzu, die Kommission sei sich bewusst, dass die Chance, ein internationales Abkommen erzielen zu können, stark von der „gemeinsamen aber doch unterschiedlichen Verantwortung“ der Länder im Kampf gegen den Klimawandel abhänge.
Der EU-Kommission zufolge reiche es nicht aus, wenn nur die wirtschaftlich weit entwickelten OECD-Länder Maßnahmen ergriffen, da die Emissionen in den Entwicklungsländern rapide zunähmen und die Bemühungen zunichte machen könnten.
Die EU schlägt daher vor, dass die Entwicklungsländer – einschließlich China und Indien, aber mit Ausnahme der ärmsten Länder Afrikas – bis 2020 den Zuwachs bei ihren Emissionen auf 15-30% unter den Werten zu halten, die sie erreichen würden, wenn sie keine Veränderungen vornähmen.
Dimas schlägt vor, dass die Entwicklungsländer weit reichende Strategien für einen geringen CO2-Ausstoß verabschieden sollten, indem sie von inländischen Ressourcen und Regulierungsmöglichkeiten Gebrauch machten, um Investitionen des privaten Sektors zu mobilisieren und auf die Entwicklung umweltfreundlicherer Technologie zu lenken. Öffentliche Gelder für Investitionen, die nicht mit eigenen Mitteln finanziert werden könnten, würden von der internationalen Gemeinschaft bereitgestellt, erklärt die Kommission.
Ein OECD-weiter CO2-Markt?
Der Kommission zufolge müssten die Industrieländer weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen und ihre Emissionen bis 2020 auf ein Niveau, das 30% unter den Werten von 1990 liegt, senken. Da Australien und Neuseeland Systeme für die Begrenzung von und den Handel mit CO2 (Cap-and-Trade) eingeführt hätten und die USA wahrscheinlich ein ähnliches System entwickeln würden, schlägt die EU vor, einen OECD-weiten CO2-Markt zu schaffen. Mit der Zeit könne dieser dann auf die Entwicklungsländer ausgeweitet werden. Man müsse das Abkommen voranbringen, ob die USA bis zum Gipfel in Kopenhagen nun ein Cap-and-Trade-System hätten oder nicht, meinte Dimas.



