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Im Vorfeld des G8-Gipfels verspricht die japanische Regierung, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um bis zu 80% zu senken. Sie hofft, durch ihr Engagement andere Nationen wie die USA dazu zu bewegen, diesem Beispiel zu folgen.
Japan wird sich selbst zum Ziel setzen, seine CO2-Emissionen bis 2050 um 60 bis 80 Prozent – verglichen mit dem derzeitigen Niveau – zu senken. Ein mittelfristiges Reduktionsziel liegt bei 14% bis 2020, verglichen mit den Zahlen von 2005.
Dies kündigte der japanische Premierminister Yasuo Fukada am 9. Juni 2008 als Teil der Vision der Regierung an, in Japan eine Gesellschaft herauszubilden, die geringe Mengen an CO2-Emissionen ausstößt.
Darüber hinaus plant die japanische Regierung den umfassenden Einsatz von vorhandenen fortgeschrittenen Technologien, darunter eine 40fache Erhöhung der Solarenergiekapazitäten bis 2030. Es gibt zudem Pläne, ein Emissionshandelssystem, das dem der EU ähnlich ist, einzuführen – allerdings auf freiwilliger und experimenteller Basis.
Die Pläne werden während des G8-Gipfels vom 7. bis 9. Juli 2008 intensiv mit den anderen Ländern der G8 – den USA, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien und Russland – diskutiert werden. Sie stellen eine wesentliche Änderung der Haltung Japans dar, das darauf gewartet hatte, dass die USA die führende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel übernimmt.
Dennoch könnten Japans Bemühungen nur erfolgreich sein, wenn die G8-Länder, vor allem die USA, ihre während des G8-Gipfels in Heiligendamm im Jahr 2007 geäußerten „Erwägungen“ in ein verbindliches Abkommen umwandelten. Dieser Ansicht ist Professor Hironori Hamanaka von der japanischen Keio-Universität. Während ihres letzten Gipfels in Heiligendamm einigten sich die Staats- und Regierungschefs der G8 darauf, eine Senkung der weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 um 50% ernsthaft in Betracht zu ziehen (EurActiv vom 8. Juni 2007).
Japan wolle auch sich schnell entwickelnde Länder wie Brasilien, China und Indien ins Boot holen, sagte Hamanaka am 26. Juni 2008 während einer Veranstaltung des European Policy Centre (EPC).
Die Ansichten der EU und Japans darüber, wie das Problem Klimawandel angegangen werden solle, haben sich kürzlich einander angenähert. Dabei scheint die Kommission Bottom-Up-Ansätzen gegenüber positiver eingestellt zu sein, darunter internationale sektorspezifische Vereinbarungen, wie Japan sie normalerweise befürwortet, um CO2-Emissionen zu senken (EurActiv vom 24. April 2008).
Dennoch bleibt das Streben der EU nach Emissionssenkungen sehr viel ehrgeiziger und dreht sich um Top-Down-Ansatz, der auf verpflichtenden Emissionssenkungen basiert. Die EU setzt sich auf internationaler Ebene für eine 60 bis 80%ige Senkung der Emissionen ein – allerdings eher auf Grundlage der Zahlen von 1990, als auf dem Niveau von 2005.