ThemenRubriken
MiniRubriken
Die weltweit größten Verursacher von Treibhausgasen haben vergangene Woche über Emissionssenkung und über die enormen Gelder diskutiert, die notwendig sind, um eine umweltfreundlichere Entwicklung zu fördern. Das zweitägige Treffen hat jedoch nicht zu konkreten Verpflichtungen oder Vereinbarungen geführt.
Vertreter aus den Vereinigten Staaten von Amerika, aus Australien, Brasilien, dem Vereinigten Königreich, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Südkorea, Mexiko, Russland und Südafrika trafen sich am 17. und 18. April 2008 in Paris zu einem ‚Treffen der größten Verschmutzer’, um über den Klimawandel zu diskutieren.
Jean-Pierre Jouyet, Frankreichs Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten, sagte Journalisten im Anschluss des Treffens laut der AFP, man habe eine Einigung über die Notwendigkeit lang- und mittelfristiger Ziele für die Senkung der Treibhausgasemissionen erreicht. Er fügte jedoch hinzu, man habe zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine konkreten Ziele und dies bedauere man.
Es gab insbesondere Meinungsverschiedenheiten zwischen der EU und den USA darüber, wie hoch die Treibhausgasreduktionen seien müssen, um klimawandelbedingte Katastrophen wie steigende Meeresspiegel, Wüstenbildung und extreme Wetterbedingungen zu verhindern.
Es seien jährlich mindestens 127 Milliarden Euro notwendig, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen, so ein Bericht der südafrikanischen Delegation. Die im Bericht enthaltenen Ziffern führten Presseberichten zufolge zu heftigen Diskussionen zwischen den Vertretern.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wies auch auf die Gefahr von Migrationswellen und Gewaltkonflikten hin, die durch Wettbewerb um schwindende Rohstoffe hervorgerufen und durch von der Erderwärmung verursachte Missernten verschlimmert werden könnten.
Die 16 Länder, die für 80% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, kündigten an, dass sie im Mai und Juni weitere Treffen abhalten würden. Es wurden jedoch keine konkreten Daten bekannt gegeben.
Ein erstes Treffen der 16 Nationen war von US-Präsident George Bush im September 2007 organisiert worden. Es war Teil der US-amerikanischen Bemühungen, Unterstützung für ein Weltklimaabkommen zu erhalten, das den Schwerpunkt auf die Einführung sauberer Technologien statt auf verbindliche Treibhausgasemissionsreduktionen legt.
Die USA hoffen, ein Weltklimaabkommen als Alternative zu den Verhandlungen der UN über ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, die im Dezember 2007 in Bali aufgenommen worden waren, abzuschließen. Washington hatte das Kyoto-Protokoll nie ratifiziert und lehnt noch immer ein jegliches internationales Abkommen über Treibhausgasreduktionen ab, solange China keine konkreten Verpflichtungen eingeht. China hatte 2007 die USA im Hinblick auf die insgesamt verursachten Treibhausgasemissionen überholt.
Die EU unterstützt jedoch die Ausweitung des Kohlenstoffmarktes auf internationaler Ebene im Rahmen einer weltweiten Verpflichtung zur Senkung der Treibhausgasemissionen um 25% bis 40% bis 2020 verglichen mit dem Niveau von 1990.