Stattdessen fordert der Kampagnenleiter von Greenpeace Frankreich die Union auf, das „ehrgeizigere“ Ziel einer Verminderung der Treibhausgasemission um 30% anzunehmen. Er ist der Ansicht, ein „wahrer Wandel“ der Einstellung der Entwicklungsländer während der Verhandlungen über ein globales Klimaabkommen könne nur erreicht werden, wenn Europa einen „starken Impuls gibt“. Das Abkommen, welches das Kyoto-Protokoll ersetzen wird, soll Ende des Jahres in Posen, Polen, abgeschlossen werden.
Jadot räumt ein, dass die Verhandlungen von Posen „schwierig“ werden könnten. Gleichzeitig wertet er das zunehmend klarer werdende weltweite Anliegen, den Kampf gegen den Klimawandel weiter voranzutreiben, als positives Zeichen. Er bezeichnet die geplante Richtlinie für erneuerbare Energien als „solide Basis“ für die EU, auf die aufgebaut werden könne.
Allerdings beurteilt er Frankreichs Versagen bei der Entwicklung einer „überzeugenden Politik zur Energieeffizienz“ als „pathetisch“, wenn man die führende Rolle berücksichtige, die das Land im Vorfeld seiner EU-Ratspräsidentschaft anstrebe. Er kritisiert auch, dass Frankreich „zu den am wenigsten dynamischen EU-Ländern zählt, wenn es um Emissionssenkung“ gehe; dementsprechend müsse es die „industriellen und sozialen Kosten dafür tragen“.
Dennoch könne Frankreich sein Ziel, 23% der benötigten Energie aus erneuerbaren Energiequellen zu schöpfen, bis 2020 erreichen, so Jardot, da Quellen wie Wind, Biomasse, Erdwärme und Solarkraft „in ganz Europa im Hinblick auf erneuerbare Energiequellen das zweitgrößte Potential“ hätten. Daher müssten diese, und nicht der „absurde“ Fokus auf Atomkraft, die Basis für Frankreichs Energiepolitik bilden, fügt er hinzu.
Im Bereich der Verkehrspolitik werde Greenpeace Frankreich Einfluss auf die Kommission nehmen, so Jadot weiter. Die Kommission solle von ihrem Ziel absehen, bis 2010 zehn Prozent aller Kraftstoffe im Verkehr durch Biokraftstoffe zu decken, da „die Risiken von Biokraftstoff nicht ausreichend bekannt waren, als dies im März 2007 beschlossen wurde“. Er fordert die Entwicklung einer „authentischen Politik für Effizienz im Verkehrswesen“, um so den Kraftstoffverbrauch einzuschränken.
Schließlich warnt Jadot die französische Regierung davor, den Kompromiss zum „Energie und Klimapaket“ der Kommission abzulehnen, der „den Text seines eigentlichen Inhaltes beraubt“, um sicherzustellen, dass er während der französischen Ratspräsidentschaft angenommen wird.
Er würde es vorziehen, wenn Frankreich seine internationale Glaubwürdigkeit erhöhte, indem es die Anstrengungen im eigenen Land – vor allem in Bezug auf erneuerbare Energien – verstärke und indem es den Kampf gegen den Klimawandel in Europa anführe.
Um das vollständige Interview mit Yannick Jadot auf der französischen EurActiv-Website zu lesen, klicken Sie bitte hier (nur in Französisch)



