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IPCC-Chef: Obamas Klimaschutzziele reichen nicht [DE][en][fr

Erschienen: Montag 19. Januar 2009   

Wolle die Welt etwas gegen die Bedrohung des Klimawandels ausrichten, müsse der designierte US-Präsident strengere Emissionsziele für sein Land anstreben, meinte der Leiter der führenden zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen letzte Woche (15. Januar 2009).

Das Ziel des designierten Präsidenten Obama, die Emissionen bis 2020 auf das Niveau von 1990 zu senken, bleibe hinter dem zurück, was die Staats- und Regierungschefs aller Länder tun müssten, um die Emissionen so weit senken zu können, dass der Menschheit die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels auch tatsächlich erspart blieben, meinte Dr. Rajendra Pachauri, Vorsitzender der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (IPCC) bei einer Veranstaltung des Worldwatch Institute.


In einer neuen Studie über den Zustand der Welt im Jahr 2009 argumentieren die Autoren des Instituts, dass die weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 rückläufig sein müssten, um die drohende Klimakatastrophe zu vermeiden.

Die USA, einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen, werden aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen, indem sie nationale Klimaschutzgesetze erlassen und sich mit der internationalen Gemeinschaft zusammensetzen, um bei der nächsten Gesprächsrunde in Kopenhagen im Dezember ein neues Abkommen abzuschließen, mit dem der Ausstoß der Emissionen gestoppt werden kann.

Die Welt wolle unbedingt, dass die US-amerikanischen Politiker die Emissionen senkten und eine nachhaltige Wirtschaft schafften, meinte Christopher Flavin, Leiter des Worldwatch Institute. Da die Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen immer näher rücke, werde Präsident Obama hier gleich zu Beginn auf eine harte Probe gestellt.

Pachauri warnte, es gebe möglicherweise keine „angemessene globale Lösung”, wenn die USA sich nicht stärker daran beteiligten. Er habe für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten kandidiert, also habe er die Verantwortung dafür übernommen, kommentierte der Nobelpreisträger die Gewichtigkeit der Aufgabe Obamas.

Unterdessen sagte Steven Chu, Obamas auserkorener Energieminister, dem US-Senat letzte Woche in einer Anhörung, er glaube, der Plan des zukünftigen Präsidenten für die Senkung der Emissionen sei „aggressiv“. Darin enthalten seien das Vorhaben, mehr erneuerbare Energie zu nutzen und die Energieeffizienz stärker zu fördern, sowie ein Cap-and-Trade-System für Treibhausgase und die Weiterentwicklung der Atomkraft. Er erklärte, der Plan werde die USA auf den richtigen Weg zu einer besseren Zukunft im Energie- und Umweltbereich bringen und gleichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen und die USA wieder zum Weltmarktführer für Energietechnologie machen.

In den letzten Jahren hatten die meisten Initiativen zum Klimaschutz ihren Ursprung in der EU, die mit ihrem Emissionshandelssystem Maßstäbe setzte. Doch Obama wurde immer wieder für seine ehrgeizigeren Ziele und sein Versprechen, sich bei den internationalen Klimaschutzverhandlungen einzusetzen, nachdem die Bush-Regierung sich geweigert hatte, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen, angepriesen.

In einer Grundsatzrede vor dem Senat betonte Hillary Clinton, Obamas Kandidatin für den Posten als Außenministerin, sie wolle die Führungsposition der USA durch Diplomatie erneuern. Sie erklärte, die Vereinigten Staaten würden sowohl im In- als auch im Ausland bei Klimafragen an der Spitze stehen. Deshalb wollten sie an der UN-Klimakonferenz teilnehmen, um eine aufeinander abgestimmte, internationale Lösung zu finden, und eine kohlenstoffarme Energiepolitik verfolgen.

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