EU-Handelskommissar Peter Mandelson sagte in einer Rede am 9. Februar 2007, dass ein WTO-weites Abkommen unterzeichnet werden sollte, dass alle Zölle im Handel mit grünen Technologien und energiesparenden Waren abschafft. Dies könnte, so Mandelson, ein Schlüssel zu einer unternehmerfreundlichen globalen Lösung des Klimawandels sein.
Die Abschaffung von Zöllen auf umweltfreundlichen Produkte würde ihre Entwicklung fördern und sie zugänglicher für alle Staaten machen, so Mandelson, der hinzufügte, dass sich durch ein solches Abkommen neue Möglichkeiten für die europäische Industrie erschließen könnten. Die EU ist derzeit weltweit führend in der Entwicklung alternativer Energietechnologien wie Solarzellen und Windturbinen.
Diese Vorschläge sind eine Reaktion auf den von Kommissar Günter Verheugen gemachten Vorschlag, die EU-Mitgliedstaaten sollten die Möglichkeit haben, eine „grüne“ Steuer auf Importwaren aus Staaten, die nicht das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben, einzuführen. Dies würde, so Verheugen, den Wettbewerbsvorteil, den andere Staaten gegenüber der EU haben, weil sie nicht an dem teuren Emissionsrechtehandel teilnehmen müssten, neutralisieren. Mandelson stellte dies jedoch in Frage.
Tatsächlich haben beide Vorschläge auch Nachteile.
Es bestehen rechtliche, praktische und wirtschaftliche Bedenken hinsichtlich einer „Kyoto-Steuer“ und auch die Aushandlung einer Zollfreiheit für umweltfreundliche Produkte wäre keine einfache Aufgabe.
Vor allem ist unklar, wie ein solches Abkommen mit den WTO-Regeln, die Diskriminierung zwischen ähnlichen Produkten verbieten, in Einklang gebracht werden könnten.
Als die Doha-Runde im Juli 2006 ausgesetzt wurde, herrschte außerdem keine Einigkeit zwischen den Ministern darüber, welche Produkte von dem Konzept „Umweltgüter und -dienstleistungen“ umfasst werden sollten,.
Die größte Sorge ist, dass Staaten diese Klausel nutzen könnten, um ihre Märkte für alternative Technologien abzuschotten oder Niedrigpreis-Produkte zu importieren, die mehrfache Nutzen haben und nicht-umweltfreundlichen Zwecken dienen könnten.
Es besteht auch Unklarheit bezüglich der Einstufung umweltfreundlicher Produkte, vor allem im Hinblick auf sich verändernde Technologien. Die Bedenken beziehen sich auf die Problemstellung, dass wenn Zölle für relativ umweltfreundliche Produkte, wie Erdgas, wegfallen, noch grünere Technologien, die bereits zugänglich sind (oder es in Zukunft sein werden), die Möglichkeit verlieren, besondere Handelsvorteile zu genießen.



