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Wohlhabende Staaten sollten jährlich 50 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um Afrika und anderen verarmten Nationen zu helfen, den unvermeidbaren Konsequenzen des Klimawandels wie Dürren, Überflutungen und sinkenden Ernteerträgen zu begegnen. Dies stellt die NGO in einem Bericht fest, der im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm, Deutschland, veröffentlicht wurde.
Die zentralen Themen des diesjährigen G8-Gipfels sind “Wachstum und Verantwortung”; der Schwerpunkt wird auf dem ‚menschlichen Gesicht’ der Globalisierung und den Problemen in Afrika liegen. Bei den Mitgliedern der G8-Gruppe handelt es sich um Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien, Japan, die Vereinigten Staaten, Kanada und Russland.
Anpassung ist ein Teil der EU-Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel nach 2012, wie in der Mitteilung von 2005 mit dem Titel „Strategie für eine erfolgreiche Bekämpfung der globalen Klimaänderung“ dargestellt wurde. Das Klimaabkommen der Kommission vom Januar 2007 zur Begrenzung des Klimawandels auf zwei Grad Celsius weist auch darauf hin, dass ein künftiges weltweites Klimaabkommen Maßnahmen vorsehen müsse, „die den Ländern helfen, sich an die unvermeidbaren Konsequenzen der Klimaänderung anzupassen.“
Bis Ende Juni 2007 wird die Kommission ein gesondertes Grünbuch zur Anpassung an den Klimawandel veröffentlichen.
Verantwortung der reichen Länder
Oxfam stellt in einem Bericht, der am 29. Mai 2007 veröffentlicht wurde, fest, dass eine große Ungerechtigkeit hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels bestehe. Wohlhabende Staaten hätten die Probleme über Jahrzehnten mit Treibhausgasemissionen verursacht und seien dabei gleichzeitig immer reicher geworden. Die armen Länder werden aber am schlimmsten betroffen sein, da sie mit größeren Dürren, Überflutungen, Hungersnöten und Seuchen konfrontiert seien. Auf dieser Einschätzung basierend erklärt Oxfam, dass reiche Staaten die Entwicklungsländer bei den Anpassungsbemühungen in Hinblick auf den Klimawandel finanziell unterstützen müssten, ohne Gelder bestehender Programme für Entwicklungshilfe umzuverteilen.
Der Oxfam-Bericht zur Anpassung an den Klimawandel zieht ähnliche Schlussfolgerungen wie der Klimabericht der Vereinten Nationen „Climate Change Impact, Adaption and Vulnerability
“, auf den sich der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Klimawandel (IPCC) in diesem Jahr geeinigt hatte (siehe EurActiv vom 10. April 2007). In der endgültigen, ergänzten Version zieht der UN-Bericht die Schlussfolgerung, dass die ärmsten Länder der Erde am meisten unter den Auswirkungen der Erderwärmung leideten, da Millionen Menschen in Afrika bis 2020 den Konsequenzen des Wassermangels ausgesetzt sein würden.
Es seien die Ärmsten der Armen in der Welt, die am schlimmsten betroffen seien würden; dies umfasse sogar arme Menschen in Wohlstandsgesellschaften, so Rajendra Pachauri, Vorsitzende des Zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel.
Der Bericht von Oxfam liefert eine „Faustregel“, nach der die Kosten klar über den Schätzungen der Weltbank lägen. Letztere geht von mindestens zehn bis 40 Milliarden US-Dollar jährlich aus, wenn die CO2-Emissionen nicht beträchtlich gesenkt würden. Der Bericht gesteht ein, dass die Schätzung von 50 Milliarden US-Dollar nicht korrekt sein möge, da niemand wisse, wie viel die Anpassung tatsächlich koste. Oxfam weist jedoch darauf hin, dass das Fehlen einer Kostenvorausschau nicht nur eine Verzögerung der Buchhaltung sei. Es klaffe ein Loch, das den Druck und den Antrieb für die internationale Gemeinschaft mindere, Quellen überall dort zu mobilisieren, wo sie notwendig seien.
Oxfam nimmt eine Einschätzung der G8-Staaten gemäß ihrer Gesamtkohlenstoffemissionen vor: Die Vereinigten Staaten seien der größte Produzent von CO2 und sollten daher für 40% der Kosten aufkommen, gefolgt von der EU (30%) und von Japan (10%). Deutschland, das Vereinigte Königreich, Italien, Frankreich und Spanien seien die fünf Staaten der EU, die am meisten CO2 ausstoßen.
Bis 2020 werden laut dem Bericht bis zu 250 Millionen Afrikaner von den Konsequenzen, die aus Wassermangel, der Erschöpfung des Fischbestands aufgrund erhöhter Wassertemperaturen und aus Ernteausfällen entstehen, betroffen sein.