Da das Land zurzeit die Ratspräsidentschaft innehat, werde Schweden andere industrialisierte Länder und aufstrebende Volkswirtschaften dazu drängen, ihren Beitrag zu leisten, erklärte Carlgren letzte Woche, als er den anderen 26 Umweltministern die Umweltprioritäten Schwedens vorstellte.
Wenn sie sich also nicht bemühten, werde man in Kopenhagen kein ausreichend starkes Klimaabkommen haben, betonte er.
Schweden werde die EU-Länder dazu drängen, ihre Emissionsziele für 2020 von einer zwanzigprozentigen Reduktion auf 30 Prozent zu erhöhen, sagte er, werde aber bestimmte Konditionen an diese Vorgabe knüpfen, um den Rest der globalen Gemeinschaft dazu zu bringen ihren Beitrag zu leisten.
Man könne nicht von diesem "langen Arm" abweichen und von 20 auf 30 Prozent springen, bis man ausreichende Verpflichtungen und Maßnahmen vom Rest der Welt habe, erklärte er seinen europäischen Kollegen.
Calgren warnte auch, dass wenn die Weltgemeinschaft sich nicht auf ambitionierte Ziele einigen könne, um die Emissionen zu senken, dann würden reiche Länder gezwungen sein, der Anpassungsaktionen mehr Finanzhilfen zu geben.
Die EU-Politiker haben sich davor gehütet, die Summen die sie zu zahlen bereit wären zu erwähnen, da es zu früh sei, Verpflichtungen einzugehen, wenn die Position der USA noch unklar sei. Sie versprachen, dass alle Finanzierungsentscheidungen bei einem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs im Oktober getroffen würden (EurActiv vom 25. Juni 2009).
Der schwedische Umweltminister betonte, dass die Ratspräsidentschaft darauf vorbereitet sei, zu außergewöhnlichen Gesprächen aufzurufen, was die Angst mindert, dass der EU die Zeit fehlen könnte, während Entscheidungen über kritische Themen in die Länge ziehen.
Schweden wird nun den Dialog mit allen bedeutenden Akteuren bei kommenden Treffen der G8, G20 und dem Major Economies Forum suchen und gleichzeitig das Klimathema bei allen Treffen mit dritten Parteien vorbringen, so Carlgren.
Verbundene Themen auf EU-Niveau
In Übereinstimmung mit der übergreifenden Klimapolitik, hatte der schwedische Ratsvorsitz ebenfalls betont, dass es den Wandel zu einer 'ökoeffizienten Wirtschaft' antreiben werde. Es wolle, dass die EU die Wirtschaftskrise als Gegebenheit anerkenne, die Bemühungen um das Klima anzukurbeln, während neues Wachstum in Umwelttechnologie, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Stadtentwicklung geschaffen würde.
Das Stoppen des Verlustes der Artenvielfalt solle auch auf der Klimaagenda stehen, da hierdurch Land- und Biomasse mehr CO2 binden wird.
Hohe Erwartungen
Die Erwartungen an die schwedische Ratspräsidentschaft im Bezug auf Klimawandel sind astronomisch hoch. Das Land hatte zuletzt im Frühjahr 2001 den Ratsvorsitz inne und beteiligte sich an Verhandlungen, die das Kyoto-Protokoll in Kraft treten ließen.
Als die Bush-Regierung sich aus den globalen Verhandlungen zurückzog, tourten schwedische Politiker durch Welthauptstädte und argumentierten, dass es keine Alternative zu dem Protokoll gebe. Die EU wurde dementsprechend als Retterin des Vertrages gelobt, indem sie bedeutende Länder wie Russland und Japan gewann.



