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Umstrittener Klimabericht: Klimawandel trifft vor allem für die Armen [DE][en][fr

Erschienen: Dienstag 10. April 2007   

Nach einer Marathonsitzung stellten Wissenschaftler und Regierungsvertreter den zweiten IPCC-Bericht zum Klimawandel 2007 vor. Der Bericht bestätigt, dass der Klimawandel eine Tatsache ist und dass die Ärmsten der Armen am stärksten von der Erderwärmung betroffen sein werden.

Hintergrund:

Am 6. April 2007 diskutierten Regierungsvertreter aus 100 Staaten über den Bericht, der von Klimaexperten verfasst wurde und einigten sich auf einen endgültigen Kompromiss nach einer nächtlichen Marathonsitzung. Mehrere Wissenschaftler drückten ihren Ärger bezüglich der Änderungen, die einige politische Delegationen verlangt hatten, aus und drohten damit, in Zukunft nicht mehr mit dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimafragen (IPCC) zusammenzuarbeiten. 

Politische Vertreter aus den USA, China und Saudi-Arabien hatten sich an einigen Formulierungen des ersten Entwurfs gestoßen und ihnen war gelungen, einige Passagen neu zu formulieren - zur Enttäuschung der Wissenschaftler.

Um die beiden Dokumente zu vergleichen, schauen Sie sich den EntwurfPdf external  der Wissenschaftler und den endgültigen KompromissPdf external  an.

Selbst die gemäßigte endgültige Fassung des UN-Klimaberichts enthält harte Schlussfolgerungen: 

  • Millionen von Menschen in Afrika werden bis 2020 unter Wasserknappheit leiden;
  • Beinah ein Drittel der Pflanzen- und Tierarten könnten vom Aussterben bedroht sein;
  • Millionen von Menschen werden gesundheitlich vom Klimawandel betroffen sein.

Die Aufsehen erregendste Schlussfolgerung des Berichts ist, dass es der arme Teil der Weltbevölkerung ist, der am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sein wird. Am stärksten betroffen seien die Ärmsten der Armen in der Welt und dazu würden ebenfalls arme Menschen in wirtschaftlich erfolgreichen Gesellschaften gehören, so Rajendra Pachauri, Vorsitzender des Zwischenstaatlichen Ausschusses für den Klimawandel (IPCC). 

Der Bericht ist der zweite in einer Reihe von Berichten im Rahmen des vierten Sachstandberichts des IPCC über Klimawandel. Im Februar 2007 war der erste BerichtPdf external  über die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Klimawandels zu dem Ergebnis gekommen, dass es zu 90% sicher ist, dass die Menschen für den Klimawandel verantwortlich sind (siehe EurActiv 2. Februar 2007).

Positionen:

Catherine Pearce von Friends of the Earth  betonte, dass wenn nicht jetzt etwas zur Emissionsreduzierung unternommen würde, weitaus Schlimmeres zu erwarten sei. Millionen von Menschen in den ärmsten Regionen der Erde würden ihr Leben, ihre Lebensgrundlage und ihre Häuser verlieren. Klimawandel sei nicht mehr ausschließlich eine Umweltfrage. Es sei eine sich abzeichnende humanitäre Katastrophe, die letztendlich die globale Sicherheit und das Überleben der Menschheit bedrohe.

Die Umweltorganisation WWF forderte die Regierungen auf, Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Katastrophe einzuleiten. Nichts zu unternehmen, sei keine Option, es werde vielmehr katastrophale Konsequenzen mit sich bringen. Die Industrienationen müssten ihre Verantwortung akzeptieren und anfangen, die Lösungen umzusetzen, so Hans Verolme, Direktor des Global Climate Change Programmes von WWF.

Dies sei ein Einblick in die Apokalypse der Zukunft. Die Erde werde sich aufgrund des von Menschen verursachten Klimawandels verändern, es sei denn es werde bald und schnell etwas unternommen, so Stephanie Tunmore, von Greenpeace. Dieser Bericht zeige, dass die Zeit auslaufe.

Nächste Schritte:

Ein dritter Bericht über die Abmilderung des Klimawandels wird in Bangkok ausgeformt werden und am 4. Mai 2007 vorgelegt werden. Der letzte Bericht wird am 16. November 2007 in Valencia, Spanien vorgelegt werden.

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