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16. Oktober 2008
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UN-Auschuss äußert letzte Klimawarnungen vor Bali-Gesprächen [DE][en][fr

Erschienen: Montag 19. November 2007   

Der Zwischenstaatliche Auschuss für Klimaveränderungen (IPCC) hat im Vorfeld der wichtigen UN-Klimaverhandlungen im Dezember 2007 einen ‚Taschenführer’ über die Erderwärmung für die Staats- und Regierungschefs der Welt herausgegeben, in dem sie zu Aktionen aufrufen, um den katastrophalen Anstieg des Meeresspiegels und das Artensterben zu verhindern.

Hintergrund:

Es ist die Aufgabe des IPCC, die wissenschaftlichen, technischen und sozioökokonomischen Informationen zum Verständnis der wissenschaftlichen Grundlage der Risiken des vom Menschen verursachten Klimawandels, seinen potentiellen Auswirkungen sowie Möglichkeiten zur Anpassung und Abschwächung, in einer umfassenden, objektiven, offenen und transparenten Weise zu beurteilen. Der IPCC setzt sich aus mehr als 2 500 Wissenschaftlern aus aller Welt zusammen.

Am 16. November 2007 beendeten die IPCC-Wissenschaftler im spanischen Valencia ihre Arbeit an einem ‚Synthesebericht’ ihres vierten Sachstandsberichts über den Klimawandel. Am selben Tag wurde ein 23-seitiger Entwurf einer Zusammenfassung für politische EntscheidungsträgerPdf external des Syntheseberichts veröffentlicht, um als Referenzdokument für die Staats- und Regierungschefs weltweit zu dienen. Er wird während der UN-Verhandlungen zum Klimawandel in Bali vom 3. bis 14. Dezember 2007 zum Einsatz kommen.

Der Synthesebericht vereint die Arbeit der drei vorangegangenen Evaluierungsberichte, die im Verlauf des Jahres 2007 veröffentlicht wurden und folgende Punkte zum Thema haben:

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Laut der Zusammenfassung für die Politiker sei der Meeresspiegel aufgrund von Wärmeausdehnung, schmelzender Gletscher und Eiskappen seit 1961 weltweit durchschnittlich um 1,8 Millimeter/Jahr, seit 1993 sogar um 3,1 Millimeter/Jahr gestiegen. Der Bericht warnt, dass die Erdatmosphäre bereits genügend CO2 enthalte, um einen Anstieg des Meeresspiegels um 1,5 Meter im nächsten Millennium zu verursachen.

Die Zusammenfassung warnt weiterhin vor einem fünfprozentigen Rückgang des weltweiten BIP sowie des Feldfruchtertrags in Afrika um 50%, einer Zerstörung des Regenwalds im Amazonas, weitverbreiteter Trockenperioden, Wüstenbildung, Überschwemmungen und starken Unwettern.

Der Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen müsse, laut IPCC, innerhalb von sieben Jahren gedrosselt werden, um ein Aussterben von 25% der Arten weltweit verhindern zu können. Einige Kritiker sind jedoch der Meinung, dass die Ergebnisse des IPCC ‚veraltet’ und zu ‚optimistisch’ seien und warnen vor drohenden Klimakatastrophen. 

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der eine Reihe weltweiter ‚Gefahrenherde’ im Vorfeld des IPCC besuchte, forderte von den USA und China, eine ‚konstruktivere Rolle’ bei der Senkung der Treibhausgasemissionen einzunehmen.

Die Staats- und Regierungschefs der USA und China werden mit ihren europäischen und internationalen Amtskollegen in Bali zusammentreffen, um offizielle Gespräche über ein weltweites System aufzunehmen, mit dem man dem Klimawandel begegnen kann.

Die EU, die seit 2000 eine Reihe von Klimapolitiken verfolgt und die das Emissionshandelssystem (EU-ETS) als eine Flagschiff-Initiative erachtet, hofft, dass die Gespräche in Bali ein Mandat hervorbringen werden, um ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll auszuhandeln. Das Kyoto-Protokoll wird 2013 auslaufen.

Die USA, die das Kyoto-Protokoll nie ratifiziert haben, haben beständig ihre Ablehnung zur Auferlegung verbindlicher CO2-Emissionssenkungen auf internationaler Ebene demonstriert. China hat erklärt, dass seine Entwicklung nicht gedämpft werden sollte und dass die Industrienationen eine größere historische Verantwortung für die Erderwärmung trügen.

Positionen:

Der EU-Umweltkommissar Stavros Dimas begrüßte den Bericht als ‚hochwichtige Lektüre’ für Entscheidungsträger. In einer Presseerklärung sagte er, dass die Weltgemeinschaft auf diese wissenschaftlichen Forderungen nach Maßnahmen reagieren müsse, indem man sich in Bali auf die Eröffnung der Verhandlungen über ein umfassendes und ehrgeiziges neues weltweites Klimaabkommen einige. 

Dimas äußerte ebenfalls seine Zuversicht, dass starke Emissionskürzungen sowohl technologisch umsetzbar als auch wirtschaftlich erschwinglich seien.

Die Fraktion der Grünen/EFA des Parlaments sagte in einer Pressemitteilung, der Bericht erwarte von den internationalen Führungschefs weiteres Engagement, um ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls für die internationale Klimapolitik auszuhandeln, einschließlich verbindlicher Maßnahmen, um die Erwärmung auf zwei Grad zu beschränken.

Nächste Schritte:

  • 3. bis 14. Dezember 2007: UN-Klimaverhandlungen in Bali.

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