Trotz großer Meinungsverschiedenheiten, wie der Klimawandel am besten anzugehen sei, kamen die Industrienationen am 31. August 2007 bei der UN-Konferenz in Wien überein, dass die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 bis 40% des Niveaus von 1990 gekürzt werden sollten.
Die Spannweite von 25 bis 40% biete hilfreiche Anfangsparameter für den allgemeinen Grad an Ehrgeiz gegenüber weiteren Emissionskürzungen, so die Delegierten.
Die Erklärung bleibt hinter den Forderungen der Europäischen Union und der Entwicklungsländer zur Spannweite, die in deren Augen als „Anleitung“ für weitere Verhandlungen dienen solle, zurück. Dies ist vor allem auf den Widerstand von Kanada, Japan und Russland zurückzuführen, die befürchteten, dass ein solcher Begriff verwendet werden könne, um sie in der Zukunft auf obligatorische Kürzungen zu verpflichten.
Nichtsdestotrotz erkannten die Regierungsdelegationen offiziell die Ergebnisse der Zwischenstaatlichen Gruppe für Klimaänderungen der UN (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) an, wonach die Treibhausgasemissionen in den nächsten zehn bis 15 Jahren ihren Höchststand erreichen und anschließend auf sehr geringe Werte reduziert werden müssen, die bis zur Mitte des Jahrhunderts deutlich die Hälft der Werte des Jahres 2000 zu unterschreiten hätten, wenn die Welt eine wachsende Zahl an Dürren, Überflutungen und starken Stürmen vermeiden wolle.
Die Debatte, wie der Klimawandel am besten anzugehen sei, polarisiert jedoch weiterhin stark. Auf der einen Seite hat die EU sich selbst bereits an das Ziel, die Emissionen bis 2020 um 20% zu senken, gebunden und erwartet vom Kyoto-Nachfolgeabkommen klare, verbindliche Ziele. Auf der anderen Seite stehen die USA, die einen freiwilligen, von Technologien angetriebenen Ansatz, bevorzugen.
Umweltorganisationen vermuten weiterhin, dass die USA versuchen werden, vom Kyoto-Protokoll abzulenken, indem sie ein Treffen für den 27. und 28. September 2007 organisieren, das 15 Länder versammeln wird, einschließlich der EU, Russland, China, Indien und Brasilien, die insgesamt 82% der Weltwirtschaft und 90% der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmachen.
In der Tat könnte die EU während des Treffens isoliert sein, neben den USA und den aufstrebenden Volkswirtschaften, die nicht bereit sind, sich zu verbindlichen Senkungen zu verpflichten, die ihr Wirtschaftswachstum gefährden könnten.



