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5. Dezember 2008
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UN schlägt Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels vor [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 4. Mai 2007    | Aktualisiert: Montag 7. Mai 2007   

Nach viertägigen Verhandlungen hat der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimawandel (IPCC) einen Bericht vorgelegt, in dem Möglichkeiten für Emissionsreduzierungen von Treibhausgasen, die für die globale Erwärmung verantwortlich sind, aufgezeigt werden. Die Kommission begrüßte den Bericht als eine Bestätigung für die EU, die weltweit eine Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel einnimmt.

Hintergrund:

Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimawandel (IPCC) wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet. Die Rolle des IPCC besteht darin, auf verständliche, objektive, offene und transparente Weise die wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Informationen zum wissenschaftlichen Verständnis des vom Menschen verursachten Klimawandels zu überprüfen, wie auch seine potentiellen Auswirkungen und die Möglichkeiten zur Anpassung und Eindämmung. 

Die IPCC hat seit 1990 drei Gutachten veröffentlicht. Diese Berichte werden als die maßgeblichsten Quellen der jüngsten Befunde zum Klimawandel angesehen. Sie verhelfen zu internationaler Einigkeit über das Thema und zu einer Anleitung zu globalen politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel.
Die europäische Union sieht sich mit dem Vorzeigeprojekt, dem Emissionshandelssystem, als führend im Kampf gegen den Klimawandel. Die EU hat seit 2000 eine Reihe von Politiken zum Klimawandel eingeführt (siehe EurActiv Linksdossier).

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Weitere Nachrichten:

Die wichtigsten Erkenntnisse des vierten Gutachtens, das am 4. Mai 2007 veröffentlicht wurde, stammen aus dem Bericht der Arbeitsgruppe III mit dem Titel „Schadensminderung des Klimawandels“. Eine Reihe von Reaktionsmöglichkeiten zum Klimawandel wird in dem Bericht vorgestellt, zusammen mit einer Überprüfung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser Reaktionen. Die Berichte der anderen beiden Arbeitgruppen beziehen sich auf die wissenschaftliche Basis zur Überprüfung des Klimawandels sowie auf den vermutlichen Effekt des Klimawandels auf die menschliche Bevölkerung und auf Ökosysteme.

  • Technologien

Die Rolle der Technologien bei der Schadensbegrenzung des Klimawandels wird mehrmals in Zusammenhang mit verschiedenen Bereichen, einschließlich Gebäuden, Abfall und Landwirtschaft, erwähnt. Die Entwicklung eines Bestands an Technologien, die heutzutage existierten und von denen erwartet werde, dass sie in den nächsten Jahrzehnten kommerzialisiert würden, würden zu den besten Ergebnissen führen, so der Bericht.
Ursprüngliche Investitionen in Technologien könnten beachtliche Kosten hervorrufen, die aber auf längere Zeit durch Effizienzgewinne kompensiert würden.

  • Wirtschaftliche Potentiale und Kosten

Es gebe ein nachhaltiges wirtschaftliches Potential, das man durch Begrenzungsbemühungen der Schäden durch Treibhausgasemissionen nutzen könne. Kosten, die aus der Schadensbegrenzung resultierten, könnten gesenkt werden, wenn man beispielsweise Einkommen aus CO2-Steuern oder versteigerten Emissionsberechtigungen zur Förderung CO2-armer Technologien oder zur Reform bestehender Steuern nutze.

Der Bericht stellt fest, dass Schadensbegrenzung einen negativen Einfluss auf das BIP der Staaten haben werde, wenn sie nicht, zusätzlich zu Steuer- und Marktstrukturreformen, von angemessenen Investitionen in die Infrastruktur und Technologien begleitet würden.

Wenn man die richtigen Maßnahmen ergreife, werde die Erhöhung der Erderwärmung auf unter 2°C 0,12% des jährlichen weltweiten BIPs ausmachen.

  • Transport

In einer weniger ermutigenden Feststellung wird erklärt, dass trotz vieler Optionen zur Emissionsreduzierung im Transportsektor die Auswirkung dieser Maßnahmen durch das Wachstum im Transportbereich aufgehoben werde. Zunehmender Lufttransport und der wachsende Kraftfahrzeugsektor könnten sich schneller als die Fortschritte bei der Kraftstoffeffizienz von Fahrzeugen und Flugzeugen entwickeln. Das Potential von Biokraftstoffen hänge zudem noch weitgehend von den Produktionsmethoden ab.

Der Bericht stellt weiter fest, dass Begrenzungsbemühungen im Transportbereich mit anderen Maßnahmen verbunden werden müssten, weil eine Reduzierung der Fahrzeugemissionen oft ein positiver Nebeneffekt von Maßnahmen gegen Verkehrsbelastung, für die Luftqualität und Energiesicherheit sei.

  • Investitionen in Energieinfrastruktur

Der Ausbau der Energie- und anderer Infrastruktur wird im Allgemeinen als ein Eindämmungsfaktor für Treibhausgasemissionen gesehen, jedoch benötigen bestimmte Verbesserungsmaßnahmen Jahrzehnte, bis ihre Auswirkungen sichtbar werden. Der Bericht erklärt in dieser Hinsicht, dass es oft kosteneffektiver sei, in Verbesserung der Endenergieeffizienz zu investieren, als Energielieferungen zu erhöhen um der Nachfrage nachzukommen.

Die Nutzung erneuerbarer Energien wird in dem Bericht befürwortet, jedoch neben anderen Quellen wie Atomenergie.

  • Politikinstrumente

Der Bericht zeigt ein gemischtes Bild der Vorteile von Politikinstrumenten: Alle Systeme hätten ihre Vor- und Nachteile. Standards und Vorschriften beispielsweise geben eventuell Sicherheit hinsichtlich der genehmigten Höhe von Emissionen, sie enthielten jedoch möglicherweise keine Innovationen oder weiterentwickelte Technologien. 

  • Veränderungen des Lebensstils

Anpassung individueller Lebensstile wird als ein weiterer wichtiger Eindämmungsfaktor für Treibhausgasemissionen angeführt.

Positionen:

Der Kommissar für Umwelt, Stavros Dimas, lobte die Entschließung des IPCC, die Einstellung der EU vollständig zu unterstützen, dass die Industrieländer ihre Emissionen bis 2020 um 30% im Vergleich zu den Werten aus dem Jahr 1990 reduzieren. Dies stelle eine Rückbesinnung auf die unverbindlichen Verpflichtungen der EU von Januar 2007 dar.

Catherine Pearce, Zuständige für die Klimakampagne bei Friends of the Earth (FOE), glaubt, dass der Bericht des IPCC eindeutig Belege anführte, welche die Regierungen dazu zwingen sollten, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen. FOE argumentiert weiterhin, dass neben technologischen Innovationen Bemühungen zur Schadensbegrenzung notwendig seien, die zum Beispiel Veränderungen des Lebensstils und nicht-nachhaltiges Verbraucherverhalten in den Industrieländern einschlössen.

Der Bericht wurde des Weiteren von der europäischen Atomenergieindustrie gelobt. FORATOM, der Handelsverband der die Industrie vertritt, begrüßte den Einbezug der Atomenergie als Teil des Energiemixes, der für die Eindämmung der Treibhausgasemissionen vorgeschlagen wurde.

Die Fraktion der Grünen des Europaparlaments nimmt dem Bericht gegenüber eine eher kritische Haltung ein: Der Bericht sei in seinen Ergebnissen bedauerlicherweise sehr konservativ und zöge die notwendigen Veränderungen des Lebensstils, die notwendig seien, um dem Klimawandel begegnen zu können, nicht in Betracht.

Von einigen Umweltorganisationen wurde starke Kritik laut. Biofuelwatch und die Global Forest Coalition kritisierte den Vorschlag des Berichts der großangelegten Ausweitung von Biokraftstoffen aus Monokulturen, einschließlich von genmanipulierten Pflanzen, obwohl die Ausbreitung von Monokulturen eine treibende Kraft bei der Zerstörung des Regenwaldes und anderer Kohlendioxidsenken und Reservate ist, und somit den Klimawandel beschleunigt. 

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