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Stellenangebot registrierenDa durch den Klimawandel die Zahl der Konflikte in der Welt immer mehr zunehmen werde, könne das Militär dabei hilfreich sein, aufkommende Gefahren abzuwenden, meinten US-amerikanischen Umweltexperten am 12. November 2008 in Brüssel.
Das Militär könne dabei behilflich sein, den Klimawandel zu bekämpfen, sagte Andrew Vincent Alder, kalifornischer Vertreter am Institute for Environmental Security, bei einem vom Institute for Environmental Security, GLOBE-EU und GLOBE-Europe, in Partnerschaft mit EurActiv, organisierten Workshop.
Der Klimawandel habe Auswirkungen auf die globale Sicherheit, da er Konflikte verfestige und verschlimmere und neue geopolitische Problemfelder aufwerfe, erklärte Alder. Das Militär habe das Fachwissen sowie die logistischen und technologischen Kapazitäten, um bei der Lösung dieser Krisensituation die Führungsrolle zu übernehmen, sagte er.
Darüber hinaus könnten Armeen die CO2-Emissionen, die sie verursachten, deutlich reduzieren, indem sie klügere Infrastruktur-Entscheidungen, wie die Verwendung alternativer Energiequellen und umweltfreundlicherer Beschaffungsstrategien, treffen würden, meinte Alder.
Der frühere Europaabgeordnete Frank Schwalba-Hoth stimmte zu, dass insbesondere die US-Armee großen Einfluss nehmen könne, wenn sie sich dazu entschiede, vermehrt saubere Energie zu verwenden. Die USA seien im letzten Jahr für 54% der weltweiten Militärausgaben verantwortlich gewesen.
Militärorganisationen seien während der letzten 20 Jahre als Partner für die Umsetzung des Montreal-Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, aufgetreten und hätten deshalb eine wichtige Rolle beim Schutz der Ozonschicht gespielt, fügte Durwood Zaelke, Leiter des Sekretariats des International Network for Environmental Compliance and Enforcement (INECE), hinzu.
Das US-Militär habe einen Präzedenzfall geschaffen und sehr rasch 80% seiner Fluorchlorkohlenwasserstoff-Emissionen (CFC) eingespart, sagte er und beschrieb das Montreal-Protokoll als das weltweit erfolgreichste Klimaabkommen, nachdem es gelungen war, seit 1990 schrittweise 135 Milliarden Tonnen CO2 einzusparen. Man müsse die Klimaexperten der zukünftigen Obama-Regierung dazu bekommen, diesen Erfolg einzusehen und zu untersuchen, warum dieses Abkommen so gut funktioniere, meinte er.
Auch die EU hat die großen Auswirkungen des Klimawandels auf die internationale Sicherheit anerkannt. In einem Paper im März 2008 hat der Hohe Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU Javier Solana eine Reihe von Empfehlungen abgegeben, um mit dem Problem umzugehen; darunter eine Empfehlung zum Ausbau der EU-Kapazitäten, um besser auf Krisen reagieren und Konflikte vermeiden zu können. Streitigkeiten mit Blick auf den Zugang zu neuen Handelsrouten und territoriale Gebietsansprüche müssten ebenfalls thematisiert werden, sagte er (EurActiv vom 11. März 2008).
Unterdessen argumentiert ein neuer Bericht
von Dr. Michael Werz vom German Marshall Fund of the United States, dass die geopolitischen Karten neu verteilt würden, da die Erderwärmung dazu führe, dass das arktische Eis schmelze und neue strategisch wichtige Räume eröffnet würden. Das Militär müsse sich darauf vorbereiten, sich in komplexen Situationen zurechtzufinden, bei denen man nicht zwischen Innen- und Außenpolitik, humanitären und militärischen Interventionen unterscheiden könne, schließt der Bericht.