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Laut eines Jahresberichts der Europäischen Umweltagentur (EUA) haben die Treibhausgasemissionen im Jahr 2005 um 0,8% abgenommen. Während die Kommission diesen Rückgang begrüßt und zu weiteren Maßnahmen aufgerufen hat, sehen Umweltgruppen den bescheidenen Wert als Zeichen, dass die EU die Zielvorgaben des Kyoto-Protokolls von 1992 zur Emissionsreduzierung vermutlich nicht erreichen wird.
Umweltkommissar Stavros Dimas nannte den Rückgang der Emissionen um 0,8% „sehr ermutigend“, da das BIP der EU in derselben Periode, in der die Emissionsreduzierung zu verzeichnen ist, um 1,8% zunahm. Dimas fügte jedoch hinzu: „Klar ist aber auch, dass viele Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen zur Emissionsbegrenzung erheblich vorantreiben müssen, wenn die EU ihr Kyoto-Ziel erreichen soll.“
Der gesamte Emissionsrückgang scheint größtenteils das Werk einer handvoll von Mitgliedstaaten zu sein, besonders Finnland, Rumänien, die Niederlande und Deutschland. Finnland ist führend mit einem Rückgang um 14,6%, gefolgt von Rumänien mit 4%, den Niederlanden mit 2,9% sowie Deutschland mit 2,3%.
In anderen Mitgliedstaaten sind jedoch die Treibhausgasemissionen im selben Zeitraum stark gestiegen. In Spanien beispielsweise war eine Erhöhung der Emissionen um 3,6% zu verzeichnen. Dies geht hauptsächlich auf einen Rückgang der Stromerzeugung durch Wasserkraftwerke aufgrund des niedrigen Wasserstands der Flüsse und auf eine erhöhte Nutzung von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerken zurück.
In ihrer Bewertung der Zahlen hat sich die Umweltorganisation Friends of the Earth Europe (FoE) auf die Leistung der EU-15-Staaten in Hinblick auf das Kyoto-Ziel konzentriert, das vorsieht, die jährlichen Emissionen zwischen 2008 und 2012 um durchschnittlich 8% unter die Werte von 1990 zu bringen. FoE betont, dass - verglichen mit Werten von 1990 - der Rückgang von 0,8% in der gesamten Union einer Emissionssenkung von 1,5% in der EU-15 entspreche. Damit die EU das Kyoto-Ziel hätte erreichen können, hätten die EU-15 ihre Emissionen 2005 um 6% senken müssen; dies sei dreimal so viel wie die erreichte Senkung, so die Umweltorganisation.
Die Kommission betonte, die „strukturellen Veränderungen bei der Art der Energieerzeugung und –nutzung“ seien entscheidend, um das Kyoto-Ziel erreichen zu können.
Der deutsche christdemokratische Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz, der ebenfalls Berichterstatter des nichtständigen Ausschusses
zum Klimawandel des Europaparlaments ist, hat erklärt, die EU befinde sich am Rande einer industriellen Revolution. Beispielsweise könne es kleine Windräder für jedes Privathaus geben. Dies seien die Dinge, die man fördern müsse, so Florenz.
Die Idee der Schaffung einer vollkommen neuen „ökologischen Industriepolitik“ anstelle der einfachen Emissionsreduzierung für bestehende Industrien ist ebenfalls Teil des Berichts
für das Jahr 2006, der vom deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel bei einem informellen Ministertreffen vom 1. bis 3. Juni 2007 in Essen vorgelegt wurde.