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29. November 2009
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EU bekämpft Mangel an Englisch-Dolmetschern [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 18. Februar 2009   

Die Sprachenabteilung der Europäischen Kommission steht vor einer Nachwuchs-Krise und wird morgen (19. Februar 2009) eine Werbekampagne starten, die junge Menschen dazu bewegen soll, eine sprachliche Karriere anzustreben und so „Englisch zu einer weniger seltenen Sprache zu machen“.

Hintergrund:

72% aller EU-Dokumente werden ursprünglich in englischer, 12% in französischer und nur drei Prozent in deutscher Sprache entworfen. 88% der Nutzer der Kommissionsinternetseite Europa sprechen Englisch. Im vergangenen Jahr haben die EU-Institutionen etwa eine Milliarde Euro für Übersetzungen und Dolmetschungen ausgegeben. Dies stelle etwa ein Prozent des EU-Haushalts, bzw. 2,50 Euro jährlich pro Bürger dar. 2 500 Beschäftigte würden 2008 zwei Millionen Seiten übersetzen, sagte er und schätzte, dass diese Zahl jährlich um fünf Prozent steigen werde

Aus Angst, dass es den EU-Institutionen bis 2015 akut an englischen Dolmetschern mangeln wird,  plant die Kommission, für Lernen von Sprachen unter jungen Menschen zu werben, um sicherzustellen, dass die mehrsprachigen Treffen der EU weiter vollständig gedolmetscht werden können, wenn viele der aktuellen Beschäftigten in Rente gehen. 

Zu dieser Kampagne, die an ähnliche Projekte anschließt, die von der Generaldirektion Dolmetschen der Kommission in Tschechien und Lettland durchgeführt wurden, gehört auch ein Video um den Beruf des Dolmetschers in Großbritannien zu fördern.

In der Hoffnung, „Englisch zu einer weniger seltenen Sprache zu machen“, wird die Kommission auch Internetplattformen verwenden, um mit möglichen zukünftigen Sprachexperten für die EU-Sprachdienste in Kontakt zu treten. Man müsse alles tun, um junge Europäer darüber zu informieren, dass Sprachstudien wichtig für eine zukünftige Karriere sein könnten und dass die Institutionen eine große Vielfalt an Stellen für ausgezeichnete Sprachexperten anböten.

Bildung bleibe in der EU hauptsächlich im Kompetenzbereich der Länder, weshalb die Kommission keine nationalen Richtlinien festlegen könne, erklärte ein Beamter. Er betonte auch die Notwendigkeit, Menschen, trotz der Vorherrschaft der englischen Sprache, zum Lernen anderer Sprachen zu bewegen, besonders wenn Länder wie Großbritannien hier konkurrenzfähig bleiben wollen.

Als konkrete Maßnahmen beschrieb der zitierte Beamte, das Werben für den Europäischen Masterstudiengang in Dolmetschen und die, in Großbritannien verfügbaren, Aufbaustudiengänge für Konferenzdolmetscher.

Eine solche Ausbildung wird es unter anderem an den Universitäten Herroit-Watt, Newcastle, Leeds und Salford angeboten.

Wenn man nichts tue, würden die EU-Institutionen bis 2015 mindestens ein Drittel ihrer Dolmetscher für die englische Sprache aufgrund von Pensionierungen verlieren, stellt die Kommission fest. Dabei werden auch der globale Mangel an englischen Muttersprachlern und die Anstrengungen in der Rekrutierung durch die UN und die Weltbank angesprochen als einige der Probleme, mit denen die Europäische Union kämpft.

Ein weiteres Problem ist der Mangel an ausreichend qualifizierten Nachfolgern Vertretungen für Pensionierte. Dank eines kontinuierlichen beruflichen Lernprozesses, würden in die Rente gehende Dolmetscher mehr Sprachen wieder mitnehmen, als junge Nachwuchskräfte liefern könnten.

Die in Großbritannien durchgeführte Kampagne der Kommission wird im Verlauf dieses Jahres auch für französische und deutsche Muttersprachler wiederholt werden

Positionen:

In der Ausgabe des Economist dieser Woche, prognostizierte der belgische Hochschullehrer Philippe van Parijs von der Katholischen Universität Löwen, dass die Europäer zunehmend  zweisprachig würden, außer der englischen Sprachgemeinde, welche einsprachig werde.

Van Parijs merkte an, dass Redner bei EU-Treffen automatisch die Sprache wählten, die die wenigsten Menschen im Saal ausschließe und von allen, wenigstens ein bisschen, verstanden würde, deshalb sei was  „fast immer Englisch“ sei.

Jedoch bringe die Vorherrschaft der englischen Sprache, laut des Professors, ihre eigenen Probleme mit sich. In Brüssel seien englische Muttersprachler besonders schwer für ihre Kollegen zu verstehen, da sie zu schnell sprächen oder obskure Redewendungen benutzten.  

Nächste Schritte:

  • Im Verlauf des Jahres 2009: Die britische Kampagne der Kommission, soll für Muttersprachler der deutschen und französischen Sprache wiederholt werden.

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