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5. Dezember 2008
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EU sollte Spracherwerb als „Freizeitaktivität“ fördern [DE][en][fr

Erschienen: Donnerstag 31. Januar 2008   

Kommissar Leonard Orban wird heute (31. Januar 2008) seine Schlussfolgerungen eines Berichts über Mehrsprachigkeit vorlegen, und betonen: Es müsse mehr getan werden, um den Spracherwerb auch außerhalb der traditionellen Ausbildungsstätten zu fördern, wenn man einen Durchbruch erreichen und die Nutzung von Fremdsprachen in der gesamten EU verbreiten wolle.

Hintergrund:

Die unabhängige hochrangige Gruppe aus Intellektuellen und Sprachexperten – einschließlich Schriftstellern und Philosophen – wurde im September 2006 von der Kommission gegründet, um zu untersuchen, wie Mehrsprachigkeit für die europäische Integration genutzt werden kann.

Die Kommission wird in der zweiten Jahreshälfte 2008 ihre neue Strategie über Mehrsprachigkeit vorlegen. Derzeit nehmen die EU-Institutionen ihr Übersetzungs- und Dolmetschersystem unter die Lupe – als Teil einer größeren Debatte über den Umfang und die Kosten der Politik für Mehrsprachigkeit.

Dieses Jahr wurde als das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 (EJIDexternal ) bestimmt. Die Förderung der Mehrsprachigkeit ist Teil der hier vorgesehenen Aktivitäten.

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Die EU-Bürger sollen ermutigt werden, mindestens zwei „Adoptivsprachen“ zu sprechen – Sprachen, die nicht die Muttersprache sind und ein Leben lang am Arbeitsplatz und im Privatleben genutzt werden. Dies ist einer der Schwerpunkte des Berichts der hochrangigen Gruppe. Leonard Orban, Kommissar für Mehrsprachigkeit, wird ihn heute vorlegen.

Der BerichtPdf external trägt den Titel „Eine lohnende Herausforderung. Wie die Mehrsprachigkeit zur Konsolidierung Europas beitragen kann“. Er fordert, dass die Kommission mehr tun müsse, um den Spracherwerb außerhalb der Schulen und Universitäten zu fördern. Es seien insbesondere größere Bemühungen im Bereich Erwachsenenbildung notwendig. Spracherwerb müsse – wie Sport – Teil der Freizeit werden.

Orbans Sprecher Pietro Petrucci sagte EurActiv, dass Bildung weiterhin in den Aufgabenbereich der einzelnen Mitgliedstaaten falle. Die Kommission könne nur beste Praktiken empfehlen und Leitlinien vorgeben. 

Zu den weiteren Maßnahmen, die der Bericht empfiehlt, zählen EU-weite Programme wie ‚Jugend in Aktion’, ‚ Europa für Bürgerinnen und Bürger’ und ‚Lebenslanges Lernen’. Diese sollen weiterentwickelt werden, um zum Erlernen einer Fremdsprache zu ermutigen und um den Kontakt zwischen den Sprechern verschiedener Sprachen zu erweitern.

Der Bericht ruft die Kommission weiterhin auf, ein Expertentreffen einzuberufen. Vertreter aus Hochschulwesen, relevanten Organisationen und staatlichen Behörden sollen über Fragen aus dem Bereich Übersetzung und Dolmetschen beraten, denen auf EU-Ebene Beachtung geschenkt werden sollte.

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft bereitet sich derzeit darauf vor, am 15. Februar 2008 eine Ministerkonferenzexternal zum Thema ‚Förderung der Mehrsprachigkeit’ auszurichten. Während der Konferenz wird die Meinung des Rats über den Aktionsplan Erwachsenenbildung dargelegt werden. Sie wird mit einer interinstitutionellen Erklärung abgeschlossen werden, die 2009 als das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation bestimmen wird, so Petrucci.

Positionen:

Pietro Petrucci, Sprecher von Kommissar Orban, sagte EurActiv, die Kommission erachte den Bericht der hochrangigen Gruppe als „nützlich“. Sie werde die Schlussfolgerungen in Erwägung ziehen, wenn sie im September ihre Vorschläge – ihre ‚neue Strategie für Mehrsprachigkeit’ – formuliert, die eine „umfassende Überarbeitung der gesamten Mehrsprachigkeitspolitik darstellen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch will – gemeinsam mit dem Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) – die deutsche Sprache in der Europäischen Union stärken. Er fordert, dass alle offiziellen Internetseiten der EU-Institutionen, ebenso wie alle relevanten Dokumente ins Deutsche übersetzt werden.

Die deutsche Sprache muss wenigstens „dem Englischen und Französischen gleichgestellt werden“, sagte Willsch. Er fügte hinzu: „Es kann nicht angehen, dass unsere Sprache in der EU weiterhin diskriminiert wird.“ Willsch kritisiert besonders die Internseiten des Europäischen Parlaments, deren Inhalte oft nur in englischer oder französischer Sprache, in einigen Fällen gar nur auf Englisch zur Verfügung stünden. „Die Bürger in Deutschland […] müssen die Möglichkeit haben, sich über Aufgaben und Tätigkeiten dieses wichtigen politischen Entscheidungsorgans in ihrer Muttersprache zu informieren.“

Nächste Schritte:

  • 15. Februar 2008: Ministerkonferenz zum Thema Mehrsprachigkeit.
  • 15. April 2008: Öffentliche Anhörung zum Thema Mehrsprachigkeit.
  • September 2008: Die Kommission wird vermutlich ihre Mitteilung über Mehrsprachigkeit annehmen.

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