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Europarat: Großbritannien muss mehr für Minderheitensprachen tun [DE]

Veröffentlicht 16. März 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Das Ministerkomitee des Europarats hat am 15. März 2007 die Veröffentlichung eines zweiten Berichts zur Situation der Minderheitensprachen in Großbritannien angekündigt.

Das Ministerkomitee fordert von Großbritannien die Schaffung und Umsetzung umfassender Bildungspolitiken für die gälischen Sprachen (Irisch und Schottisch), sowie die Weiterentwicklung des Unterrichts in Walisisch. Des Weiteren stellt das Komitee folgende Forderungen an die britische Regierung:

  • Entwicklung einer unfassenden Politik für die irische Sprache;
  • Mehr Unterstützung für Printmedien in Irisch und Schottisch;
  • Verbesserung der Dienstleistungen in walisischer Sprache in Gesundheits- und sozialen Einrichtungen;
  • Bemühungen zur Verbesserung der Lage der schottischen und ulster-schottischen Einwohner.

Der Bericht wurde von einem Komitee unabhängiger Experten verfasst. Dieses Komitee überprüft die Umsetzung der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen, die in Großbritannien im Juli 2001 in Kraft getreten war.

Zu den Regional- oder Minderheitensprachen in Großbritannien, die in der Charta geschützt werden, gehören: Walisisch, Schottisch-Gälisch, Irisch, Schottisch, Ulster-Schottisch, Cornisch und Manx-Gälisch.

Der 86-seitige Bericht erklärt, dass die Hauptverantwortlichkeit der praktischen Durchführung der Charta, zum Beispiel das Ziel der Anerkennung und Achtung des Werts von Minderheitensprachen, weiterhin bei den entsprechenden Behörden liegt. Dennoch liegt die eigentlich Verantwortung bei der Regierung, die dafür Sorge tragen muss, dass die Charta durchgeführt wird.

Der Bericht deckt auf, dass es große Unterschiede in der Behandlung der einzelnen Minderheitensprachen im Land gibt.

Nach Ansicht des Ministerkomitees, würden bessere Daten über die Minderheitensprachen deren Situation verbessern. Für einige dieser Sprachen gebe es keine verlässlichen Angaben zur Anzahl der Sprecher und dem Grad derer Sprachkompetenz. Es sei nützlich für die weitere Planung, so die Minister, diese Problematik bei künftigen Zählungen zu berücksichtigen. 

Was für die Minderheitensprachen in Großbritannien symptomatisch sei, sei der Mangel an Standardisierung in vielen Bereichen des Alltagslebens, das oft niedrige Ansehen der Sprachen und schließlich der Mangel einer übergreifenden Strategie für den Schutz der jeweiligen Sprache. Dies führt dazu, dass viele Förderer von Minderheitensprachen der Auffassung sind, die derzeitige Politik sei nur halbherzig.

Das Ministerkomitee des Europarats sagte, die britische Regierung solle dem Problem der Minderheitensprachen mehr Priorität geben.  

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