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Europäische Digitale Bibliothek: Mehr Klarheit über Urheberrechte nötig [DE]

Veröffentlicht 03. März 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Kommission will den Bürgern das kulturelle Erbe Europas im Internet zugänglich machen. Aber bevor ihr Traum in Erfüllung gehen kann, müssen erst noch einige Fragen zur Handhabung geistiger Eigentumsrechte geklärt werden.

In einer Befragung zum Plan der Kommission eine „Europäische Digitale Bibliothek“ auf zu bauen, begrüßten die meisten Interessenvertreter zwar diese Initiative, wiesen aber gleichzeitig darauf hin, dass einige Urheberrechtsfragen derzeit noch problematisch seien.  Die Auffassungen über die Handhabung  geistiger Eigentumsrechte gehen insbesondere zwischen Kultureinrichtungen und Rechtsinhabern auseinander.  Die europäischen bildenden Künstler sind der Ansicht, dass es unwichtig sei, welche Politik die EU verfolge, solange diese garantieren würde, dass die Autoren honoriert und ihre moralischen Rechte anerkannt und geschützt würden.  Weiter hieß es, dass es eine Sache der Gerechtigkeit sei, dass die Anbieter kultureller Inhalte gegenüber anderen Produzenten und Dienstleistungsanbietern, die bezahlt würden, nicht benachteiligt würden. 

Sobald die Digitalisierung beginne, müssten Verträge zwischen den Inhabern der Urheberrechte und den Nutzern entwickelt werden, welche den Zugang zu urheberrechtlich geschützten digitalen Werke ermögliche, sagte der ungarische Buchhändler und –verlegerverband.  Bis Ende 2006 soll in einer Mitteilung der Kommission über „Internet-Inhalte“ der Umgang mit Urheberrechten im digitalen Zeitalter geregelt werden.  

Die „Europäische Digitale Bibliothek“ soll sich auf die Infrastruktur der „Europäischen Bibliothek“ (TEL) stützen, welche zurzeit das Zugangsportal zu den Sammlungskatalogen einiger nationaler Bibliotheken bildet.  Ziel der Kommission ist es nicht eine einzige Datenbank aufzubauen, sondern vielmehr einen integrierten Zugang zu den digitalisierten Werken (z.B. Büchern, Fotographien, Dokumenten usw.) zu europäischen Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Archiven und Museen zu ermöglichen.  

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht eines EU-finanzierten Projekts hat bedeutende Lücken der Digitalisierungsmöglichkeiten in den neuen Mitgliedsländern festgestellt.  Diese Hindernisse der Digitalisierung umfassen intellektuelle, finanzielle und organisatorische Aspekte ebenso  wie die technischen Möglichkeiten und der Umfang digitaler Sammlungen.  

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