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Gesetzgeber unterstützen „Europäisches Kulturerbe-Siegel“

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Veröffentlicht 17. Dezember 2010, aktualisiert 20. Dezember 2010

Um eine gemeinsame Identität zu schaffen, hat sich das Europäische Parlament für eine Initiative, Monumente und Stätten in der ganzen Union mit einem „Europäischen Kulturerbe-Siegel“ zu versehen, stark gemacht.

Das neue freiwillige System, das anfänglich nur EU-Mitgliedsstaaten betreffen würde, ersetzt ein existierendes zwischenstaatliches Arrangement.

Doch EU-Gesetzgeber sagen, das neue Siegel dürfe nicht nur als eine Umwandlung des bestehenden Arrangements, welches seit 2006 existiert, betrachtet werden.

Demzufolge stimmte das Parlament gegen die Eingliederung in das neue System von 67 Stätten, die bereits über ein Siegel im Rahmen des bestehenden Programmes verfügen. Beispiele der aktuellen Kulturerbe-Stätten beinhalten die Schiffswerft von Gdansk in Polen, die Akropolis in Athen und das Haus von Robert Schuman in Frankreich.

Das Parlament unterstützte den ursprünglichen Vorschlag der Kommission nicht. Dieser hatte eine Reihe an vorläufigen Maßnahmen enthalten, um dabei zu helfen, einen Plan zu entwickeln. Dieser Plan sollte den Status der Stätten, welche das Kulturerbe-Siegel im Rahmen der zwischenstaatlichen Initiative bereits erhalten haben, angesichts des neuen Systems besser definieren.

Die Europaabgeordneten sagten, dass keine vorläufigen Bestimmungen benötigt würden. Die Länder müssten sich für das neue Siegel neu bewerben, um das Prestige des alten Siegels beizubehalten und das des neuen zu fördern.

Androulla Vassiliou, die EU-Kommissarin für Kultur, sagte, der Änderungsvorschlag der Gesetzgeber zur Aufhebung der vorläufigen Arrangements sei politisch betrachtet „ein wenig heikler“ als die anderen Vorschläge der Europaabgeordneten.

Der Kommissarin zufolge investieren Länder, die das Siegel erhalten hatten, viel Hoffnung in die Übergangsperiode, die ihnen helfe, schnell an dem neuen System teilzunehmen. Dies setze voraus, dass die Länder die neuen Qualitätskriterien erfüllen.

Das Schicksal der Stätten, die bereits das existierende Siegel tragen, wird deswegen einer der wichtigsten Punkte, die zwischen den drei EU-Institutionen in den kommenden Trialogen, um einen Weg aus der Sackgasse zu finden, besprochen werden, sein.

Verhandlungen sollen während der ungarischen Ratspräsidentschaft weitergehen

Nach der ersten Lesung und Abstimmung im Parlament geht das Gesetz nun an den Ministerrat. Im Europäischen Parlament wurde es von der griechischen Europaabgeordneten Chrystoula Paliadeli (Sozialisten & Demokraten) begleitet.

Es gibt noch keine offizielle Position aus den EU-Mitgliedsstaaten über die vorläufigen Arrangements, doch einige Länder hätten es gerne, dass bestehende Stätten ohne erneute Bewerbung in das neue System eingeschlossen würden, sagte ein EU-Beamter.

Verhandlungen über das Siegel werden unter der kommenden ungarischen Ratspräsidentschaft weitergehen. Eine zweite Lesung ist für den späten Frühling oder Frühsommer 2011 vorgesehen. Dies sei jedoch noch nicht offiziell und die Institutionen würden versuchen, eine Einigung vor der zweiten Lesung zu erreichen, sagte der Beamte.

Stellungnahmen: 

Die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, sagte, die Kommission wolle, dass das neue Siegel den europäischen Bürgern, insbesondere den jungen Menschen, neue Optionen und Wege biete, kulturelle Vielfalt, Geschichte und Änderungen im europäischen Integrationsprozess zu entdecken.

Sie glaubt auch, dass das Siegel helfen werde, den Bürgern die EU näher zu bringen und den Kulturtourismus, der auch finanzielle Vorteile mit sich bringe, zu steigern.

Die griechische Europaabgeordnete Chrystoula Paliadeli (Sozialisten & Demokraten), die Berichterstatterin des Europäischen Parlaments für das Dossier, betonte, dass die Verleihung des Siegels nicht nur eine Fortführung des zwischenstaatlichen Siegels sei. Sie hätten sehr klare Auswahlkriterien und Verpflichtungen, die die Stätten erfüllen müssten, um das Siegel zu behalten.

Die französische Europaabgeordnete Marie-Thérèse Sanchez-Schmid (Europäische Volkspartei) sagte, das Siegel werde das Gefühl der europäischen Bürger stärken, der EU anzugehören. Es werde auch dazu beitragen, ein gemeinsames Gewissen zu bilden, indem es auf der Geschichte und dem Kulturerbe, die die EU-Bürger teilten, sowie auf dem Wert der Vielfalt beruhen werde. Es werde auch den interkulturellen Dialog fördern.

Die britische Europaabgeordnete Mary Honeyball (Sozialisten & Demokraten) sagte, dass das Parlament die europäische Bedeutung der gewählten Stätten stärken werde. Deswegen werde es von den erfolgreichen Kandidaten erwartet werden, Bildungsveranstaltungen um die Stätte herum – insbesondere für junge Menschen – zu organisieren. Es werde ein Ideenaustausch stattfinden und gemeinsame Projekte mit anderen Siegelträgern würden initiiert werden. Künstlerische und kulturelle Aktivitäten zur Förderung des Dialogs sowie ein verbesserter Zugang für die Öffentlichkeit zum Besuch der Stätten wären ebenfalls Teil des Programms.

Die konservative britische Europaabgeordnete Emma McClarkin (Europäische Konservative & Reformisten) sagte, das neue Siegel habe das Potential, historischen Stätten die Möglichkeit zu geben, zusätzliche Gelder zu erhalten, um ihre Einrichtungen zu erhalten und zu entwickeln. Dies sei ein stark benötigter Vorteil in Zeiten der Wirtschaftskrise.

R. Schuman's house in France
Hintergrund : 

Das Europäische Kulturerbe-Siegel existiert bereits als eine freiwillige zwischenstaatliche Initiative, an der 17 EU-Mitgliedsstaaten und die Schweiz teilnehmen. Die Bezeichnung ist seit 2006 64 Stätten verliehen worden. Im November 2008 beantragte der Rat, dass diese Initiative in ein europäisches System umgewandelt werden solle, um seine Funktionsweise zu verbessern.

Im März 2010 unterbreitete die Europäische Kommission einen Vorschlag, um das Europäische Kulturerbe-Siegel auf EU-Ebene einzurichten, um historische Stätten in der ganzen EU hervorzuheben, die europäische Ideale, die europäische Integration und Geschichte symbolisieren.

Die Kommission schlug eine Reihe an vorläufigen Arrangements für die existierenden 64 Stätten vor, um sie erneut und nach den neuen Kriterien zu bewerten. Dies soll sicherstellen, dass sie auch unter dem neuen Schema nach wie vor als Europäische Kulturerbestätten zählen.

Die Europäische Kommission hofft darauf, dass sie, indem sie das Kulturerbe-Siegel zur offiziellen Initiative der Europäischen Union macht, ihm größere Glaubwürdigkeit, Sichtbarkeit und Prestige geben kann.

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