Hintergrund :
Eine vom Comité pour la langue du droit européen (CPLDE) unterstützte Initiative zielt darauf ab, Französisch als die einzig rechtlich verbindliche Rechtssprache zu etablieren. Französisch sei die genaueste, verbindlichste und „strengste“ der europäischen Sprachen.
Von den 23 offiziellen Amtssprachen der EU bildet Französisch eine der drei Arbeitssprachen der Kommission. In den drei Arbeitssprachen werden die europäischen Politiken formuliert. Am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg (EuGH), der den acquis communautaire mit Rechtsprechung ausfüllt, findet die Kommunikation fast ausschließlich auf Französisch statt.
Französisch sei bereits die Arbeitssprache am Europäischen Gerichtshof und dem Gericht Erster Instanz, sagte ein EuGH-Sprecher gegenüber EurActiv. Die Urteile der Richter würden auf Französisch geschrieben, alle Prozessakten in die Sprache übersetzt und Französisch würde für die meisten internen Dokumente verwendet, so der Sprecher.
Zu dem von der früheren Präsidentin des Europäischen Parlaments ins Leben gerufene Komitee gehören auch der ehemalige rumänische Premierminister Adrian Nastase, der polnische Europaabgeordnete und Historiker Bronislaw Geremek sowie Antoinette Spaak, Tochter des ehemaligen belgischen Außenministers und Gründungsvater der EU, Paul-Henri Spaak.
Nach derzeitiger Praxis wird im Falle von Unregelmäßigkeiten oder Zweifeln die betroffene Sprachfassung mit dem Text in der Sprache verglichen, in der das Dokument verfasst wurde. Gewöhnlich handelt es sich dabei um Englisch, Französisch oder Deutsch.