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KMU verlieren aufgrund fehlender Sprachkenntnisse Aufträge [DE]

Veröffentlicht 08. Mai 2009 - Aktualisiert 23. Dezember 2011
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Kleine- und mittelständische Unternehmen in Europa verlieren Aufträge, da sie keine linguistischen und interkulturellen Fähigkeiten unter ihren Angesellten besitzen, so der EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban gegenüber Unternehmervertretern in der letzten Woche (6. Mai 2009).

Englisch nicht die Universalsprache der Geschäftswelt

Manchmal würden Menschen glauben, dass Englisch die Lingua Franca der Geschäftswelt sei, aber dies sei nicht wahr, so Kommissar Orban gegenüber einer Diskussion am Runden Tisch die sich um die Sprachfähigkeiten in KMU drehte und Teil der KMU-Woche  der EU war.

Im Bereich der Kommunikation sei Englisch vielleicht die Universalsprache, aber um Verbraucher in ganz Europa anzusprechen sowie außerhalb der EU müssten Unternehmen linguistische und interkulturelle Strategien entwickeln, so Orban. Der Kommissar sprach an einem runden Tisch, der sich auf die möglichen Verbesserungen der mehrsprachigen Kommunikation bezog, um mehr Kunden aus dem Ausland zu gewinnen und besseren strategischem Nutzen aus Sprachfähigkeiten zu ziehen. 

Europa verliert Wettbewerbsfähigkeit

Nach einem Bericht, der von der Kommission unterstützt wurde und letztes Jahr von europäischen Unternehmern veröffentlicht wurde, sagte Orban, dass die Studie definitiv zeige, dass kleine- und mittelständische Unternehmen Aufträge und damit Gelder aufgrund von fehlender linguistischer und interkultureller Fähigkeiten abhanden kommen.

Der Bericht warte davor, dass die Industrien der EU vor dem Risiko stünden ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, da andere Länder den Block im Bezug auf Sprachfähigkeiten übertreffen würden (EurActiv vom 14. Juli 2008).

Plattform für Dialog

Kommissar Orban kündigte an, dass die EU-Kommission plane, eine dauerhafte Plattform um den Dialog zwischen Unternehmen und „Interessensvertretern der linguistischen Szene” zu verbessern. Das Ziel sei es Firmen dabei zu helfen, sich Fremdsprachen zu Nutzen zu machen. 

In dem Bericht aus dem letzten Sommer, warnte das “Business Forum for Mulitlingualism” davor, dass die Entwicklungsländer, vor allem in Asien und Lateinamerika schnell gute Sprachfähigkeiten für einen erfolgreichen Wertbewerb erlernen würden und dass Europa formales und informales Erlernen von Sprachen fördern müsse, wenn man dem Druck standhalten wolle. 

Stellungnahmen: 

Cassandra OliverAccountmanagerin bei der britischen Firma Web Translations sagte, dass man den Kunden stets schon früh in den Verhandlungen und Gesprächen sage, dass Sprachen ein Muss seien, wenn sie als internationales Unternehmen ernst genommen werden wollten. 

Die Unternehmen müssten die linguistischen und multikulturellen Fähigkeiten der Länder die sie als Zielmärkte erobern wollten nutzen, fügte sie hinzu.  Europa sei ein großer Markt und es gebe jede Menge Gelegenheiten, sagte Thomas MeierMiteigentümer der Tischlerei Hencke und Meier, einer deutschen Möbelfirma.

Sprachen zu fördern sei ein wichtiger Vorteil für das ganze Image eines Handwerksunternehmens, fügte er hinzu. 

Die Bedeutung der Auszubildenden für sein Unternehmen betonend, sagte Meier, dass die jungen Menschen dort es genössen für ein erfolgreiches Handwerksunternehmen im Ausland tätig zu sein. Sie suchten nach Kontakten im Ausland und seien sehr interessiert an der Kultur der Länder in denen sie arbeiteten und eigneten mit Begeisterung mehr Wissen an.

Hintergrund : 

Der Runde Tisch am Mittwoch mit dem Titel „Languages mean business for SMEs“, („Sprachen bedeuten ein Geschäft für KMU”) versammelte EU-Politiker und KMU Repräsentanten, sowie Kunst- und Handwerksunternehmer, um zu diskutieren wie kleine Unternehmen besser mit Sprachen arbeiten könnten.  Der Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban hatte die  Mehrsprachigkeitsstrategie der EU im Herbst 2008 vorgestellt. Die Strategie rief zu erheblichen Anstrengungen auf, die gemacht werden müssten um das Lernen von Sprachen zu fördern und den Wert der kulturellen Aspekte von sprachlicher Vielfalt auf allen Ebenen der Bildung und Erziehung einzubringen (EurActiv vom 15. September 2008). Der EU-Vorschlag kam auf, nachdem ein Bericht von europäischen Wirtschaftsführern publiziert wurde, der die EU gewarnt hatte, dass die europäische Wirtschaft Wettbewerbsprobleme bekommen könnte, da andere Länder im Bezug auf sprachliche Fähigkeiten besser sein könnten als die Union.  Ihr Bericht vervollständigt einen früheren Bericht, der zuvor von der Hochrangigen Gruppe zum Thema Mehrsprachigkeit unter ihrem Vorsitzenden, dem libanesischen Autor Amin Maalouf, herausgebracht worden war. Dieser forderte die EU-Bürger dazu auf, sich neben der ersten Fremdsprache eine zweite „persönliche Adoptivsprache“ anzueignen, die man aus beruflichen Gründen erlernt habe (EurActiv vom 31. Januar 2008). Unterdessen wird der Einfluss der englischen Sprache in der Union stetig größer. Letzten November fand eine Studie, die vom Eurydice Netzwerk im Auftrag der Kommission präsentiert wurde heraus, dass über 90 Prozent der europäischen Schulkinder zu irgendeinem ihrer obligatorischen Schulzeit Englisch lernen und diese Zahl steigt (EurActiv vom 24. November 2004).  Die erste Europäische KMU-Woche, die von 6. bis 14. Mai in Brüssel stattfindet, sucht das Unternehmertum in Europa zu fördern und Europas Unternehmer über verfügbare Unterstützung auf EU-Ebene zu informieren. 

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