EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Kommission soll Sprachenlernen fördern [DE]

Veröffentlicht 28. September 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Am 26. September 2007 wurde die Kommission, während sie mit dem Europäischen Tag der Sprachen das Spracherbe der EU feierte, aufgefordert, die "Motivierung für das Sprachenlernen" zu stärken.

Die Empfehlungen des Berichts der Hochrangigen Gruppe „Mehrsprachigkeit“ wurden während des Europäischen Tages der Sprachen vorgebracht, den die Kommission gleichzeitig dafür nutzte, die Einrichtung einer Webseite „Ihre Meinung zählt“ und den Start einer Online-Konsultation zum Thema Mehrsprachigkeit anzukündigen.

Dies stellt den Beginn einer neuen Phase des Konsultationsprozesses der Kommission in diesem Bereich dar. Der Fokus verschiebt sich nun von den Regierungen, Experten und Unternehmen auf andere Stakeholder sowie die allgemeine Öffentlichkeit.

Der Kommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, sagte, die Kommission spiele eine wichtige Rolle bei der Förderung der Mehrsprachigkeit. Er fügte hinzu, die Kommission müsse die Bedürfnisse und Erwartungen der Bürger, Entscheidungsträger, Unternehmen und Mitgliedstaaten kennen, um bestmöglich über das weitere Vorgehen entscheiden zu können.

Er erklärte, dass Ziel sei, der Union eine neue Generation mehrsprachiger Bürger zu geben.

Die aktuelle Konsultation wird bis zum 15. November 2007 laufen; deren Ergebnisse werden Anfang 2008 zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse werden in eine politische Erklärung in Form einer Mitteilung zur Mehrsprachigkeit im Mai 2008 einbezogen werden, erklärte Orban.

Der Bericht der Hochrangigen Gruppe macht die folgenden Empfehlungen:

  • die Lancierung von an Eltern und junge Menschen, an in den Bereichen Bildung und Kultur tätige Organisationen, an Entscheidungsträger usw. gerichtete Informationskampagnen, die stärker für das Sprachenlernen sensibilisieren. 
  • Stärkung der Motivierung, indem Sprachenlernen zu einer Freizeitbeschäftigung gemacht wird, wie zum Beispiel Sport oder Aktivitäten außerhalb von Lehrplan und Schule; sowie mehr Fernsehprogramme, die zum Sprachenlernen ermutigen, besonders durch Untertitel.
  • Die Schaffung europaweiter Richtwerte zur Professionalisierung der Ausbildung in Sprachen von Drittländern, wie Arabisch, Chinesisch, Hindi, Japanisch und Russisch.
  • Die Entwicklung von Master-Abschlüssen und Hochschulprogrammen für Übersetzen und Dolmetschen in spezialisierten Bereichen wie beispielsweise Recht.

Orban beschrieb die Empfehlungen als ‚sehr wertvoll’.

Stellungnahmen: 

Der Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban sagte mit Bezug auf den Bericht der Hochrangigen Gruppe, dass dieser konkrete Projekte, beispielsweise Forschung zu Aspekten der Mehrsprachigkeit, wo es bisher Wissenslücken gebe, anregen könne. Er verwies auf die Förderung des Sprachenlernens außerhalb vorgeschriebener Bildungseinrichtungen, die Motivierung zum Spracherwerb im höheren Alter und die Integration von Sprachminderheiten als Bereiche, denen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse.

Orban fügte hinzu, Spracherwerb müsse mindestens drei Kriterien erfüllen, um effektiv zu sein: er sollte attraktiv sein, frühzeitig beginnen und während des gesamten Lebens fortgeführt werden.

In einem Seminar am Nachmittag stellten die Mitglieder der Hochrangigen Gruppe Möglichkeiten der Medien vor, Menschen zum Erlernen einer Fremdsprache zu ermutigen.

Steven Fawkes, ehemaliger Mitarbeiter der Bildungsabteilung beim BBC, sagte, das Problem betreffe mehr als nur die Bildung. Sprachenlernen müsse über das Klassenzimmer hinausgehen, um ein Schlüsselelement für andere soziale Aktivitäten wie beispielsweise Sport zu werden. Fawkes verwies auf die Bemühungen des BBC, Sprachen durch mehrsprachige Fernseh- und Radioprogramme sowie im Internet zu fördern, aber auch darauf, das Gebühren stets ein Problem gewesen seien. Die stetig wiederkehrende Frage in Großbritannien sei, warum man für BBC zahlen sollte, wenn man es nicht schaue.

Claire Doutriaux, Produzentin bei Arte TV, zeigte eine Episode der Sendung Karambolage, die als Flaggschiff verstanden wird und die Zuschauer mit deutsch-französischen kulturellen Raffinessen unterhalten will. Wie alle anderen Programme auf Arte ist auch Karambolage zweisprachig; die Schwierigkeit sei jedoch, ein ‚Drama’ zu finden, das in beiden Sprachen Sinn mache. Sie erklärte, man müsse mit Sprachen, Bildern und Übersetzungen jonglieren, um dies möglich zu machen.

Jaana Sormunen, Produzentin des finnischen Rundfunkunternehmens YLE, stellte ein Bildungs- und Unterhaltungsprogramm – La Casa en España – vor. Es läuft im zweiten Jahr und hat Zuspruch zahlreicher Zuschauer in Finnland gefunden. Für die Fernseh-Show haben die teilnehmenden Konkurrenten drei Monate lang zu Hause Spanisch gelernt und anschließend mündliche Examen im Studien absolviert sowie Wochenendreisen nach Spanien gemacht. Die Show ist Teil des Konzeptes zum Spracherwerb von YLE, zu dem weiterhin eine virtuelle Sprachschule gehört. In The Language Gate können die Teilnehmer mit Hilfe interaktiver Übungen (Audio, Video, Text) ihre Sprachkenntnisse verbessern.

Frédéric Simon, Chefredakteur bei EurActiv.com, stellte den einmaligen Ansatz von EurActiv zur Berichterstattung über die Politik der EU vor. EurActiv hat 2004 mehrere Partner-Webseiten in Mittel- und Osteuropa gegründet; jedes Partnerportal berichtet in seiner eigenen Sprache über EU-Angelegenheiten. Das CrossLingual Netzwerk, so Simon, wolle den Forderungen nach unabhängigen Informationen über europäische Politiken in denjenigen Ländern, in denen die Sprachbarriere eine Kluft zur Brüsseler Elite darstellt, gerecht werden. Simon stellte schließlich die beiden jüngsten Portale des Netzwerks vor: EurActiv Frankreich im Mai 2007 und EurActiv Türkei im September 2007.

Die Diskussion konzentrierte sich auf die Frage ‚Untertitelung oder Synchronisierung im Fernsehen’; einer der Teilnehmer betonte, dass untertitelte Programme keine hohen Zuschauerzahlen in Frankreich erreichten.

Jaana Sormunen widersprach ihm; sie sagte, dass die Zuschauer in Finnland vehement protestierten, als die amerikanische Fernsehserie Reich und Schön in synchronisierter Version ausgestrahlt wurde. Der Moderator der Konferenz, Wim De Wielder des niederländischsprachigen belgischen Fernsehsenders VRT, stimmte dem zu: die flämischen Zuschauer seien an Untertitel gewöhnt und betrachteten dies als eine hilfreiche Möglichkeit, um Englisch zu lernen.

Nächste Schritte: 
  • 25. September 2007: Die Kommission hat den Bericht zur Umsetzung eines Aktionsplans „Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt 2004-2006“ angenommen. 
  • 26. September 2007: Die Kommission veranstaltete den Europäischen Tag der Sprachen und hat eine Webseite „Ihre Meinung zählt“ und eine Konsultation zum Thema Mehrsprachigkeit ins Leben gerufen.
  • 26. September 2007: Die Hochrangige Gruppe „Mehrsprachigkeit“ stellte ihren Bericht vor.
  • 15. November 2007: Konsultation zum Thema Mehrsprachigkeit endet.
  • November 2007: Wirtschaftsforum für Mehrsprachigkeit in Lissabon.
  • Mai 2008: Kommission wird ihre Mitteilung zu Mehrsprachigkeit vorlegen.
Hintergrund : 

Die Veranstaltung war für die Öffentlichkeit zugänglich und beinhaltete eine Reihe von Aktivitäten wie eine Ausstellung über sprachbezogene Projekte, Musik und Gesang in verschiedenen Sprachen sowie Spiele in mehreren Sprachen im und um das Hauptgebäude ‚Berlaymont’ der Kommission. Der 26. September wurde vom Europarat und der Kommission im Jahr 2001 – dem Europäischen Jahr der Sprachen – als der Europäische Tag der Sprachen bestimmt.

Die Kommission hat 2005 die Hochrangige Gruppe „Mehrsprachigkeit“ errichtet, die ebenfalls ihren Bericht vorstellte.

More in this section

Advertising

Advertising

Advertising