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Kultur soll EU-Innovation freisetzen [DE]

Veröffentlicht 16. Juli 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die europäische Innovationspolitik muss die Bedeutung der kulturbasierten Kreativität, als auch die wirtschaftliche und technische Innovation anerkennen, wenn die EU ihr kreatives Potential ausschöpfen soll, argumentiert eine Studie die heute (16. Juli 2009) veröffentlicht wurde.

Die Kulturindustrie habe große Auswirkungen auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Die Förderung der technologischen Innovation, Anreizschaffung für die Forschung, die Markierung und Kommunikation von Werten und die Inspiration der Menschen zum Lernen, fand die Studie heraus, die von KEA European Affairs im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde. 

Die EU-Kommission dazu auffordernd, zu helfen Europa als "zentralen Knotenpunkt für Einflüsse und Ideen" zu markieren, beklagt die Studie, dass die Kultur im Europäischen Projekt "am Rand" liege. Stattdessen sollte sie "im Herzen" der Innovationsziele und der Entwicklung von neuen wirtschaftlichen und sozialen Paradigmen stehen. 

KEA glaubt, dass die EU-Innovationspolitik die von der Lissabonstrategie verkörpert wird, als enge Verbindung zwischen Wissenschafts- und Technologiepolitik und Industriepolitik entwickelt wurde, was darin resultiert, dass die EU nicht in der Lage ist sich das enorme Potential ihrer Kultur zu Nutze zu machen, um der Wirtschaft zu dienen. 

'kulturbasierte Kreativität'

Um in Europa hervortreten zu können, benötige die "kulturbasierte Kreativität" eine Verbindung aus persönlichen Fähigkeiten (wie Vorstellungskraft) und technischen Fertigkeiten (wie künstlerische oder handwerkliche Fähigkeiten), die mit einem hilfsbereiten sozialen Umfeld verknüpft sind. 

Die kulturelle Kreativität zu stimulieren benötigt ein Bildungssystem das die Phantasie und Intuition fördert und eine Wirtschaft die solches Denken mit Investitionen belohnt, argumentiert die Studie. 

Sie weist auf die Fähigkeit der Kultur hin, immaterielle, symbolische und spirituelle wirtschaftliche und soziale Werte zu generieren, die im Gegenzug zu Innovation führen. 

Die Studie hebt die zentrale Rolle hervor die digitale Technologien in dieser "immateriellen Ökonomie" spielen und neue Formen des sozialen Austausches schaffen und zu neuen Ausdrucksformen der Kreativität beitragen.

Jedoch wird vielerlei Kulturproduktion von kostenlosen und open-source Softwarediensten beherbergt, so wie Wikipedia und File-Sharing in sozialen Netzwerken, erklärt KEA und warnt vor Trends die eine Wirtschaft prophezeien, in der das Teilen und Austauschen von Wissen und Fertigkeiten nicht vorwiegend auf der Sicherstellung finanziellen Gewinns ausgerichtet ist.  

... als Triebkraft einer "Erlebniswirtschaft"

Um dies zu bekämpfen, muss die Industrie neue Arten von Nachfrage schaffen und erreichen, die nicht nur auf der Funktionalität eines Produktes basieren, sondern stattdessen in individuellem und kreativem Ehrgeiz wurzeln, behauptet die Studie.  

KEA hebt auch den Erfolg von Unternehmen wie Apple hervor, das "Empathie" für seine Produkte schaffte. Sie stellen die Werbekampagne der Firma "Think different" heraus, die kulturelle Ikonen wie Picasso, Einstein und Ghandi umfasste. 

Ähnlich war Virgin Atlantic die erste Fluggesellschaft, die ihren Kunden Massagen oder eine große Auswahl an Musik und Filmen anbot, was es zu einem Unternehmen machte, das "mehr tut als nur Leute zu befördern". 

Unternehmen müssten sicherstellen, dass was sie verkaufen eine reichhaltige und verlockende Erfahrung bietet, argumentiert die Studie. Diese neue "Erlebniswirtschaft" habe weniger damit zu tun "Dinge herzustellen", sondern eher damit eine Dienstleistung anzubieten. 

Die EU-Institutionen  und nationale Regierungen sollten die neue Lissabonstrategie revidieren und eine Kulturpolitik übernehmen die auf die Stimulierung der Innovation abzielt, folgert die KEA-Studie, die EU-Finanzierung fordert, die auf grenzübergreifende kulturelle Zusammenarbeit gerichtet ist und kreative Unternehmer, Unternehmen und Forschungszentren unterstützt.

Stellungnahmen: 

Kulturbasierende Kreativität habe die Kapazität Konventionen zu brechen, den normalen Denkweg, um die Entwicklung von neuen Visionen zu ermöglichen, eine Idee oder ein Produkt, so die KEA European Affairs Studie, die im Auftrag der Europäischen Kommission stattfand. 

Europas "besonderes kreatives Potential" lobend, beschreibt die Studie Europas bemerkenswertes kulturelles Erbe als eine Quelle für wirtschaftliches Wachstum.  In einer Krise sind Menschen mehr an geistlicher Befriedigung interessiert, als an materiellem Zuwachs, was eine perfekte Gelegenheit für die Entwicklung einer Kulturindustrie bedeute, so Phillippe Kern von KEA European Affairs, der auch der Generalsekretär der Europäischen Filmunternehmensallianz ist, in einem Interview des Shenzhen Daily auf einem bedeutendem Kulturforum im Mai. 

Länder würden bedeutenden Versuche unternehmen, ihre Kulturindustrie zu fördern, aber Piraterie und Preisdiskriminierung in verschiedenen Ländern würden Hürden für ein starkes wirtschaftliches Wachstum sein, so Kern und rief China dazu auf, seine Piraterieprobleme anzugehen. 

Odilie Quintin, die Generaldirektorin der Bildungs- und Kulturabteilung der Europäischen Kommission wird im Shenzhen Daily zitiert auf der selben Veranstaltung gesagt zu haben, dass die Finanzkrise die Notwendigkeit für Regierungen in Bildung, Forschung, Innovation und Kreativität unterstreiche, um kurzzeitliche Maßnahmen zu unterstützen. 

Hintergrund : 

Die Studie, die von KEA European Affairs im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt wurde und unter dem Titel "Der Einfluss von Kultur auf Kreativität" veröffentlicht wurde, wirft Licht auf den Beitrag der "kulturbasierten Kreativität" auf Innovation. 

Die Kulturindustrien haben mehr zu Europas Wachstum beigetragen, als der Automobil- und der IKT-Sektor in den letzten Jahren, so Odile Quintin, die Generaldirektorin der Abteilung für Bildung und Kultur bei der Kommission während der Vorstellung des Berichts auf einem wichtigen kulturellem Austauschforum in China im Mai (EurActiv vom 19. März 2009). 

Die EU-Kommission stellte die wirtschaftliche Wichtigkeit von Innovation und Kreativität ins Zentrum, indem sie 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation (siehe EurActiv LinksDossier) erklärte. 

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