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Mehr als IKT: Kultur ist Schlüssel zu europäischem Wachstum [DE]

Veröffentlicht 19. Mai 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Kulturindustrien haben in den letzten Jahren mehr zum wirtschaftlichen Wachstum Europas beigetragen als die Automobilbranche und der IKT-Sektor, so Zahlen bei einem bedeutenden Forum zum Kulturaustausch am letzten Wochenende in China. 

Die Kulturindustrie sei vor kurzem für 2,5 Prozent des Wachstums des europäischen BIP verantwortlich gewesen was sogar die Zahlen von Autoherstellern oder IKT-Firmen überhole, so Odile Quintin, Generaldirektorin der Abteilung für Bildung und Kultur bei der europäischen Kommission, beim ersten EU-China Forum zur Kulturwirtschaft, welches zwischen dem 15. bis 18. Mai in der chinesischen Stadt Shenzhen stattfand. 

Die Kulturindustrie sei die wahre Kraft hinter der heutigen wissensbasierten Gesellschaft und eine Quelle der Kreativität und Innovation die von unschätzbarem Wert sei, so Quintin in der Tageszeitung Shenzhen Daily.

Sie riet China und der EU dazu, ihre Kreativität in Kunst und Innovation aufzuteilen und daraus neue Technologien zu entwickeln, die beiden Volkswirtschaften helfen würde aus der Krise zu kommen. 

Finnisches Beispiel

Die Kommissionsbeamte Quintin nannte Finnland als Beispiel, wie moderne Volkswirtschaften es schaffen, durch die Förderung von Innovation aus der Rezession zu kommen. Sie rief in Erinnerung, wie das BIP des Landes in den 1990er Jahren um 9 Prozent sank. 

Helsinkis Entscheidung in Innovation und Kreativität zu investieren habe ihnen nicht nur geholfen, die Wirtschaft wieder zu beleben, sondern machte das Land zu einem der wirtschaftlichen und sozialen Stars Europas, so Quintin. 

China soll den Weg weisen…

Chinas boomende Kulturindustrie werde die Wirtschaft früher oder später anführen, da andere Länder zu konservativ seien um mit Kreativität und Innovation umzugehen, sagte Philippe Kern, der französische Besitzer der in Brüssel ansässigen Beratungsgesellschaft KEA European Affairs auf dem Forum in China. 

Kern, der auch Generalsekretär der Europäischen Allianz der Filmgesellschaften ist, sowie ehemaliger Direktor für öffentliche und rechtliche Angelegenheiten bei PolyGram wurde von Shenzhen Daily mit den Worten zitiert, dass China, im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern, die eine alternde Bevölkerung und wenig Begeisterung für Kreativität und Innovation hätten, ein energetisches Land sei und genau wisse was Kreativität und Innovation zur Förderung der Kulturindustrie beitragen könnten. 

Tatsächlich wurden bei der Veranstaltung in Shenzhen durch Käufer aus Europa und den Vereinigten Staaten, Exportgeschäfte im Wert von 284 Millionen Dollar (211 Millionen Euro) abgeschlossen. 

… muss aber härter daran arbeiten den Weltmarkt zu verstehen. 

Trotzdem warnte Hu Jingyan, der Generaldirektor der Abteilung für Dienstleistungshandel im chinesischen Handelsministerium davor, dass chinesische Kulturunternehmen die Bedürfnisse des Überseemarktes  nicht erfüllen könnten und forderte dabei von der Regierung, Unternehmen zu helfen den internationalen Markt besser zu verstehen. 

Die Organisatoren baten darum, das EU – China Kulturkooperationsforum jährlich stattfinden zu lassen. 

Stellungnahmen: 

Odile Quintin, Generaldirektorin der Bildungs- und Kulturabteilung der Europäischen Kommission, wird von der Tageszeitung von Shenzen mit den Worten zitiert, die Finanzkrise habe die Notwendigkeit der Regierungen, die Investitionen in Bildung, Forschung, Innovation und Kreativität aufzustocken unterstrichen, um kurzfristige Maßnahmen zu ergänzen.

Das Potential der Entwicklung des kreativen Sektors von Shenzhen sei nun riesig, da es von der UNESCO als ‚Designstadt’ bezeichnet wurde, erklärte Quintin und zitierte Berlin als erfolgreichen Vorgänger dieses Projektes.

China stehe schon an der Spitze der Austausch- und Kooperationsprogramme der EU für die Kulturindustrie, fügte sie hinzu.  

Hu Jingyan, Generaldirektor der Dienstleistungsabteilung beim chinesischen Handelministerium sagte, dass globale Kooperation eine Notwendigkeit sei, da jedes lokale Produkt und jede Dienstleistung lokal und international konsumiert werden könnten.

In einer Krise seien Menschen an spiritueller Zufriedenheit eher interessiert als an materiellen Gewinnen, was eine perfekte Gelegenheit bietet, die Entwicklung der Kulturindustrie anzukurbeln, sagte Phillippe Kern von KEA European Affairs, der auch Generalsekretär der European Film Companies Alliance ist, so ein Zitat aus der Tageszeitung Shenzhen Daily. 

Länder würden gemeinsame Anstrengungen unternehmen die Kulturwirtschaft zu fördern, aber Piraterie und Preisdiskriminierung in verschiedenen Ländern seien Hindernisse für starkes Wirtschaftswachstum, sagte Kern und wand sich an China seine Urheberrechtsprobleme zu bekämpfen. 

Nächste Schritte: 
  • 20. Mai 2009: EU-China Gipfel in Prag. 
Hintergrund : 

Das erste EU-China Kulturwirtschaftsforum versammelte in der chinesischen Stadt Shenzen letztes Wochenende (15. – 18. Mai 2009) die chinesische Regierung, die Europäische Kommission und Experten aus Europas und Chinas Kulturwirtschaft. 

Die Veranstaltung, die Teil der fünften Internationalen Kulturwirtschaftsmesse (ICIF) ist, schaffte einen Austausch an Informationen wie die Zusammenarbeit zwischen den kulturwirtschaftlichen Branchen gefördert werden kann und bot eine Plattform für die EU und China, ihre Erfahrungen in der Politik kultureller Entwicklung zu teilen. 

Die ICIF bietet eine Austauschplattform für chinesische Produkte und Dienstleistungen an, bewirbt die Entwicklung der chinesischen Kulturwirtschaft und zielt darauf ab, die Exporte der chinesischen Kulturprodukte anzukurbeln. 1700 Aussteller aus der ganzen Welt sind bei der diesjährigen Veranstaltung dabei.  

Die Kommission und China schafften im November 2007 einen politischen Dialog, um die kulturelle Kooperation zu stärken, während das Kulturprogramm der EU für China und Indien 1,8 Millionen Euro bereit stellt, um Projekte die im Zeitraum von 2007 bis 2009 stattfinden und chinesische Partner und/oder in China stattfinden mit einzuschließen und zu fördern. 

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