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Orban: Mehrsprachigkeit Vorteil für Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen [DE]

Veröffentlicht 26. Februar 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Anlässlich der Vorstellung einer Studie über Fremdsprachenkenntnisse aus dem Jahr 2006 forderte der Kommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, die europäischen Unternehmen am 23. Februar 2007 dazu auf, in den Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen zu investieren, da dies die Geschäftsmöglichkeiten der Unternehmen drastisch verbessern würde.

Die Ergebnisse legen nahe, dass für mittelständische Unternehmen in Europa ein enormes Potenzial für die Ausweitung ihrer Exporttätigkeit besteht, wenn sie mehr in Sprachen investieren und kohärente Sprachstrategien entwickeln würden.

Jüngste Forschungsarbeiten zeigen, dass Unternehmen, die ihre Sprachkenntnisse erweitern, besser von den Geschäftsmöglichkeiten des EU-Binnenmarkts – mit fast einer halben Milliarde Einwohner der weltweit größte Markt – profitieren können.

Während der Bericht die Bedeutung von Englisch als Weltwirtschaftssprache bestätigt, kommen bei der Verständigung auch andere Sprachen in großem Umfang zum Einsatz. Die Analyse zeigt insbesondere, dass Bedarf an einer Reihe weiterer Sprachen besteht, wenn geschäftliche Beziehungen erfolgreich sein sollen. Als wichtigste werden u. a. die großen europäischen Sprachen genannt, wie z. B. Deutsch, Französisch und Spanisch, aber auch in zunehmendem Maße andere Weltsprachen wie Mandarin, Arabisch und Russisch.

Stellungnahmen: 

Der Kommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, sagte: „Investitionen in Sprachkenntnisse stellen für Unternehmen durchaus keine überflüssige Ausgabe dar. Sie können vielmehr erheblich zur Ausweitung ihrer Geschäftsmöglichkeiten beitragen. Ich beabsichtige, der Mehrsprachigkeit einen zentralen Platz in der Lissabon-Strategie für mehr Wachstum und Beschäftigung einzuräumen.“

Orban fügte hinzu, dass Englisch weltweit eine dominierende Rolle spiele, dass er jedoch für mehr sprachliche Vielfalt innerhalb der EU plädiere.

„Wir wollen nicht nur gegenüber den offiziellen Sprachen der Union offen sein, sondern auch gegenüber regionalen Sprachen, Sprachen von Minoritäten, Immigranten und Drittstaaten, so Orban.

Theijs van Welij, Präsident der Studentenorganisation AEGEE, zitierte eine Studie seiner Organisation, die zeige, dass viele junge Menschen ihre Sprachkenntnisse durch außeruniversitäres Engagement verbessert hätten und dass die multikulturelle Erfahrung einen großen Einfluss auf die Teilnehmer der „Summer Universities“, zwei-wöchige Verantstaltungen, die 25 bis 50 Studenten aus ganz Europa vereinen, hätten. 

Junge Menschen aus über 20 unterschiedlichen Ländern würden durch ganz Europa reisen, um gemeinsam an multikulturellen Programmen, Sprachkursen, Themenworkshops und anderen Aktivitäten, die in über 100 Städten stattfänden, teilzunehmen, so van Welij.

Hintergrund : 

Laut der am Freitag vom UK National Centre for Languages veröffentlichten Studie „Effects on the European Economy of Shortages of Foreign Language Skills in Enterprise“ lassen sich tausende europäische Unternehmen wegen mangelnder Sprachkenntnisse Geschäftsmöglichkeiten und Vertragsabschlüsse entgehen.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse sagte der Kommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, dessen Posten nach dem Beitritt Rumäniens zur EU neu geschaffen worden war, dass er es beabsichtige, alle 23 Amtsprachen der Europäischen Union auf eine gleichberechtigte Grundlage zu stellen. Die EU solle zudem anstelle der Synchronisierung die Nutzung von Untertiteln bei Fernsehprogrammen oder Filmen unterstützen, um so die Mehrsprachigkeit zu fördern. 

Wie Orban weiter ausführte, sei laut Studie 11% der Befragten bereits ein Vertragsabschluss als Folge mangelnder Sprachkenntnisse entgangen. Über einen Zeitraum von drei Jahren habe der damit verbundene durchschnittliche Verlust der Unternehmen 325.000 Euro betragen, so Orban.

Die Studie ist der erste Versuch, auf EU-Ebene die Kosten einzuschätzen, die den Unternehmen durch mangelnde Fremdsprachenkenntnisse verursacht werden. Die Daten basieren auf der Befragung von 2000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) europaweit. Die Ergebnisse wurden mit Informationen aus 30 multinationalen Unternehmen unter Beteiligung einer Expertengruppe der betroffenen Länder verglichen und durch mehrere Fallstudien ergänzt. 

Der Posten des Kommissars für Mehrsprachigkeit, ebenso wie für Verbraucherschutz, wurde im Rahmen des Beitritts Bulgariens und Rumäniens am 1. Januar 2007 geschaffen, so dass nun jeder EU-Mitgliedstaat über einen eigenen Kommissar verfügt. 

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