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Riga und Umeå EU-Kulturhauptstädte 2014 [DE]

Veröffentlicht 16. September 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Riga wurde gestern (15. September) als Lettlands Nominierung der Europäischen Kulturhauptstädte 2014 ausgewählt.

Riga hat 710,000 Einwohner und wird sich den Titel mit der schwedischen Stadt Umeå teilen. Umeå wurde letzte Woche für diesen Titel nominiert. (EurActiv vom 11. September 2009)Durch die strategisch günstige Lage an der Ostsee ist Riga schon seit Jahrhunderten eines der wichtigsten Handels-, Kultur- und Finanzzentren in der baltischen Region. Das historische Stadtzentrum von Riga wurde 1997 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Riga setzte sich gegen die einheimischen Konkurrenten Cesis und Liepaja durch. Laut dpa zeigte sich der Bürgermeister von Riga, Nils Usakovs, erfreut: „Es ist nicht nur kulturell sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht wichtig, dass wir diese Gelegenheit bekommen haben. Wir werden direkt morgen mit der Arbeit anfangen. Riga hat nun fünf Jahre Zeit, um sich sowohl in Ost- als auch Westeuropa bekannt zu machen“.

Usakovs fügte hinzu, er sei mit privaten Firmen im Gespräch, um gemeinsam mit den Behörden und der Regierung die Stadt zu fördern.

Der EU- Kommissar für Bildung, Kultur und Jugend, Ján Figel, zeigte sich „begeistert“ über die Nominierung Rigas aus und sprach über den „Beginn eines großen Abenteuers“. Die Stadt habe enormes Potenzial, um europäische Kulturhauptstadt zu werden.

„Dass Riga nun diesen Titel führen darf, wird die Stadt direkt ins Rampenlicht bringen und ein großes Potenzial für die regionale Entwicklung aufbauen, aber auch das Profil Rigas europaweit fördern“, sagte Figel.

Der EU-Kommissar warnte jedoch, dass der Erfolg nicht automatisch kommen würde. „Um voll von dieser Chance zu profitieren, wird Riga ein Programm für 2014 entwickeln müssen. Dafür braucht die Stadt jede mögliche politische und wirtschaftlich Unterstützung“, sagte er.

Bisher sind nur wenige Informationen über die Pläne Rigas bekannt. Bei Redaktionsschluss gab es noch keine besondere Website, die sich mit Rigas Kandidatenstatus beschäftigte, anders als ihr schwedischer Konkurrent Umeå.

Umeå und Riga müssen noch formell vom Ministerrat als EU-Kulturhauptstädte 2014 bestätigt werden. Die Bestätigung, die im Mai 2010 erwartet wird, gilt jedoch als reine Formalität.

Die europäischen Kulturhauptstädte für 2013, Košice (Slowakische Republik) und Marseille (Frankreich), wurden letzten Mai von den EU-Kulturministern bestätigt (EurActiv vom 13. Mai 2009). 

Stellungnahmen: 

Eine europäische Kulturhauptstadt zu werden ist nicht billig, aber Riga muss sich in dieser Hinsicht vermutlich wenig Sorgen machen.

Der Bürgermeister von Riga, Nils Usakovs, wurde von dpa mit der folgenden Aussage zitiert: „Man sollte keine Angst haben, viel Geld auszugeben, aber man sollte Angst haben, kein Geld zu verdienen“.

Der Vorsitzende des Auswahlkommittees, Sir Robert Scott, der die erfolgreiche Kandidatur der britischen Stadt Liverpool als europäische Kulturhauptstadt 2008 organisierte, sagte gegenüber dpa, er hoffe, dass sich die Budgetkürzungen des diesjährigen Titelinhabers, der litauischen Stadt Vilnius, nicht wiederholen würden.

„Vilnius war kein gutes Beispiel. Dieses Szenario, dass eine Stadt EU-Kulturhauptstadt wird und dann ihre Arbeit nicht durchführen kann, hat uns schon gewisse Sorgen gemacht. Aber Rigas Präsentation war sehr beeindruckend, also haben wir beschlossen, der Stadt eine richtige Möglichkeit zu bieten“, sagte Scott. 

Nächste Schritte: 
  • Mai 2010: Offizielle Bestätigung der europäischen Kulturhauptstädte für 2014 vom EU-Ministerrat. 
Hintergrund : 

Der Titel Kulturhauptstadt Europas wurde 1985 von der EU ins Leben gerufen. Die Hauptstädte werden von den 13 Mitgliedern einer internationalen Jury ausgewählt. Sechs der Jurymitglieder werden von dem entsprechenden Land ausgewählt, die restlichen sieben von den EU-Institutionen. Die letzte Entscheidungsinstanz ist zwar der Rat, doch wird die Bestätigung der Entscheidung der Jury als reine Formalität angesehen.

Die Kandidaten müssen vor allem drei wichtige Kriterien erfüllen. Beispielsweise muss die europäische Dimension ihres Programms ersichtlich sein, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen EU-Ländern mit Unterstützung der Öffentlichkeit gestärkt und die Rolle der Stadt bei der Gestaltung und Entwicklung der Kultur in Europa hervorgehoben werden.

Erfolgreiche Bewerber müssen zudem ein Programm entwickeln, welches auf lange Sicht zur kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Stadt beiträgt.

Die nächsten Kulturstädte sind:

• 2010: Essen (Deutschland), Istanbul (Türkei) und Pécs (Ungarn) • 2011: Turku (Finnland) und Tallin (Estland)  • 2012: Guimarães (Portugal) und Maribor (Slowenien)  • 2013: Marseille (Frankreich) und Košice (Slowakei)

Für die folgenden Jahre ist noch nicht entschieden welche Städte für den Titel konkurrieren:

• 2014: Umeå (Schweden) und Riga Lettland  • 2015: Belgien und Tschechische Republik  • 2016: Spanien und Polen  • 2017: Dänemark und Zypern  • 2018: Niederlande und Malta  • 2019: Italien und Bulgarien 

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