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Schulkinder wetteifern um EU-Übersetzungspreis [DE]

Veröffentlicht 27. November 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Schüler aus der EU treten heute (27. November 2008) zu einem Wettstreit um EU-weite Übersetzungspreise an, die den Übersetzer-Beruf unter jungen Menschen in Europa bekannt machen sollen. 

An dem Wettbewerb ‚Juvenes Translatores’, der dieses Jahr zum zweiten Mal ausgetragen wird, können sich Schüler weiterführender Schulen aller 27 EU-Mitgliedsländer beteiligen. Die Kinder sollen so die Gelegenheit bekommen, herauszufinden, „was es bedeutet, Übersetzer zu sein“, so die Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission, die den Wettbewerb ausrichtet.

Bei den EU-Institutionen sind Übersetzer und Dolmetscher für alle 23 offiziellen EU-Sprachen angestellt. Die Sprachdienstleistungen für die EU beanspruchen insgesamt 1% des EU-Haushaltes, das sind 1,1 Milliarden Euro pro Jahr.

Aufgrund der steigenden Kosten ist die EU-Sprachenpolitik zunehmend umstritten. Durch die aktuell 23 offiziellen Sprachen gibt es 506 Sprachkombinationen beim Übersetzen und Dolmetschen. Diese Zahl würde noch deutlich ansteigen, wenn Kroatien, Serbien und die Türkei der EU beitreten. Doch die aktuelle Mitteilung der Kommission zu Mehrsprachigkeit, die von Leonard Orban (dem für diesen Bereich verantwortlichen Kommissar) am 18. September 2008 veröffentlicht wurde, sieht keinerlei institutionelle Veränderungen in diesem Bereich vor (EurActiv vom 19. Oktober 2008). 

Der Generaldirektor der GD Übersetzung der Kommission Karl-Johan Lönnroth sagte Anfang des Jahres, die Mehrsprachigkeit der EU-Institutionen sei ein politisch zu sensibles Thema, als dass viel daran geändert werden könne (EurActiv vom 25. Februar 2008). Die Union müsse deshalb lernen, mit dem zunehmenden Druck durch die Mehrsprachigkeit seiner Mitgliedstaaten, der mit zukünftigen Erweiterungsrunden zunehmen werde, umzugehen, erklärte er, denn kein Entscheidungsträger werde es wagen, etwas an den Grundprinzipien der Mehrsprachigkeitsstrategie zu ändern. 

Doch trotz eines solchen Engagements für ein mehrsprachiges Europa, dominiert Englisch auch weiterhin auf den Stundenplänen in der EU. Dieser Trend werde sich in Zukunft noch weiter verstärken, so ein von der Kommission unterstützter Bericht, der letzte Woche von Eurydice veröffentlicht wurde (EurActiv vom 24. November 2008). 

Mit Blick auf den Wettbewerb hofft die EU-Kommission, mehr junge Europäer dazu ermutigen zu können, eine Laufbahn im Sprachenbereich in Erwägung zu ziehen. Zum Wettbewerb im letzten Jahr habe es „begeistertes“ Feedback gegeben und für die griechische Gewinnerin sei er ausschlaggebend für ihre Entscheidung, Übersetzen und Dolmetschen zu studieren, gewesen. 

Die etwa 2 500 Schüler der 618 teilnehmenden Schulen – die aufgrund des großen Interesses an dem Wettbewerb per Zufall ausgewählt wurden – werden einen kurzen Text aus einer offiziellen EU-Sprache in eine andere übersetzen müssen. Die Teilnehmer dürfen frei entscheiden, welche der Sprachen sie bevorzugen. 

Die Anzahl der Schulen, die jedes Land ins Rennen schicken darf, steht in direktem Verhältnis zur Anzahl der Simmrechte, über die ihre Regierung im Europäischen Rat verfügt. Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien entsenden Schüler von 58 Schulen, während Malta von sechs Einrichtungen vertreten wird. 

Der Wettbewerb sei nicht nur eine großartige Gelegenheit für junge Leute, ihre Fähigkeiten als Übersetzer auszutesten. Die Erfahrung mit dem Wettbewerb im letzten Jahr habe gezeigt, dass er auch für ein größeres Interesse am Sprachenlernen und Übersetzen gesorgt habe, so der Kommissar für Mehrsprachigkeit Orban. Der erste Wettbewerb, der 2007 stattfand, war sogar so beliebt, dass es Zeit für eine zweite Runde war. Dieses Mal habe man mehr Schulen die Möglichkeit geben wollen, teilzunehmen und doppelt so viele Schule zur Auswahl zugelassen, fügte er hinzu.

Eine Jury von Kommissionsübersetzern wird die Gewinner bestimmen. Die Liste der Gewinner wird bis Ende Januar 2009 auf der Internetseite von ‚Juvenes Translatores’ veröffentlicht. Die Gewinner erhalten ihre Preise dann bei einer Zeremonie im Frühling in Brüssel. 

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