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Teure Sprachdienste [DE]

Veröffentlicht 12. September 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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In einem Gespräch mit EurActiv sprach der Europaabgeordnete Alexander Stubb über seine Bemühungen, die Kosten für ungenutzte Dolmetscherdienste zu reduzieren.

Alexander Stubb (Fraktion der Europäischen Volkspartei und europäischer Demokraten – EVP-ED) hatte in seinem Bericht, der Anfang September mehrheitlich vom EP gebilligt worden war, bemängelt, dass jährlich mehrere Millionen Euro verschwendet würden, weil Dolmetscher bestellt würden, die Sitzungen aber von EU-Beamten abgesagt würden oder sie gar nicht zu den Terminen erschienen. Nun hat Stubb seinen Standpunkt nochmals dargelegt.

Es handele sich vor allem um ein Kommunikationsproblem. Das Parlament, die Kommission und der Rat müssten zunächst für jede Sprache eine Übersicht über die Anzahl der bei den Institutionen auf Beamtenbasis und selbstständig beschäftigten Dolmetscher erstellen.

Rat und Kommission könnten ihre Zusammenarbeit verbessern, indem Dolmetscher ausgetauscht oder gemischte Dolmetscherteams geschaffen würden, so Stubb. Auf diese Weise könnten verfügbare Dolmetscher dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht würden. Dies würde dem tatsächlichen Bedarf gerecht werden.

Auch die Möglichkeit, lokale Dolmetscher zu nutzen, müsste attraktiver werden, schließlich seien die für das Parlament und die Kommission unterschiedlichen Dolmetscherkosten vor allem darauf zurückzuführen, dass während der Sitzungen in Straßburg kaum lokale Dolmetscher zum Einsatz kämen.

Stubb hat auch alle Andeutungen abgestritten, er wolle Englisch, Französisch und Deutsch gegenüber den anderen Sprachen bevorzugen. Vielmehr dürfe es kein Sprachkriterium für Abgeordnete geben, schließlich würde dadurch das Demokratieprinzip verletzt, so Stubb. In seinem Bericht unterstreiche er, dass Vielsprachigkeit garantiert werden müsste, um die Legitimität und Vielfalt der EU zu wahren. Andererseits vertritt Stubb die Auffassung, dass in internationalen Institutionen tätige Beamte in der Lage sein müssten, in mehreren Sprachen zu arbeiten. Dies würde auch die Kosten reduzieren.

Stubb lehnt Sanktionsmöglichkeiten, beispielsweise Geldstrafen oder die Aussetzung des Dolmetscherdienste für Abgeordneten, die häufig diese Dienste buchen, dann aber nicht in Anspruch nehmen, nicht grundsätzlich ab. Fraglich sei aber die Umsetzung eines solchen Mechanismus. Zwar wäre dies eine Alternative, gleichzeitig würde jedoch der Verwaltungsaufwand steigen. Deswegen schlage er in seinem Bericht vor allem eine bessere Planung vor. Im Jahr 2003 wurden etwa 26 Millionen Euro für ungenutzte Dolmetscherdienste ausgegeben. Die Lösung des Problems läge vor allem in einem gesteigerten Kostenbewusstsein.

 

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