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Umeå will EU-Kulturhauptstadt 2014 werden [DE]

Veröffentlicht 11. September 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Umeå wurde diese Woche (7. September) als Schwedens' Nominierung für die Europäische Kulturhauptstadt 2014 vorgeschlagen.

Die Stadt mit 75 000 Einwohnern liegt an der nordöstlichen Küste und wird 2014 den Titel der Kulturhauptstadt mit einer noch unentschiednen Stadt in Lettland teilen.

Umeå hat sein Programm mit dem Konzept des nordischen Raums konzipiert, Grenzen zu überschreiten und kulturelle Diversität, das Programm des Jahres ist durch die acht Jahreszeiten des Sami-Kalenders inspiriert.

Die Stadt hat 100 Millionen Schwedische Kronor (etwa 10 Millionen Euro) bereitgestellt um das Projekt zu finanzieren. Basis des Programms wird der offene Raum sein, die einzigartigen Bedingungen der Region, in der Dunkelheit die meiste Zeit des Winters regiert.

Die schwedische Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth sprach über die wirtschaftliche Bedeutung der Kultur und merkte an, dass "sieben Millionen Europäer im kreativen Sektor" arbeiten würden.

Liljeroth fügte hinzu, dass der Status der Kulturhauptstadt Europas sehr bedeutend für die Stadt sein kann und nannte das Beispiel Glasgows im Jahr 1990. "Glasgow zu dieser Zeit war eine Stadt, der es an Selbstbewusstsein fehlte und die ihre Rolle im Industriezeitalter noch nicht richtig gefunden hatte. Der Preis jedoch änderte etwas", sagte sie.

Der Kalender für 2014 dreht sich um acht Themen: "Nordlicht", "Sami Einladung", "Geschichten des Nordens: Ohr für Europa", "Brennender Schnee: Schmelzendes Eis", "Das Wachsen der Identitäten", "She's got the Beat: Gender in der Stadt", "Sprechende Architektur: Sprechendes Design", und "Schätze in der Freizeit".

Vorgeschlagene Veranstaltungen sind etwa jene der achtteiligen musikalischen Komposition, die Präsentation eines Buchprojektes und ein Renntierrennen über die Brücken der Stadt.

Umeå plant auch den Bau eines "Kulturzentrums für Kinder und Jugendliche" und einen neuen Kunstcampus um wissenschaftliche Forschung mit einem speziellen Fokus auf Kunst- und Architekturprojekte zu unterstützen.

Der EU-Kulturkommissar Jan Figel gratulierte Umeå zu seiner Wahl und wünschte der Stadt "all jenen Erfolg, den es so reichlich verdient". Figel sagte, die Vorbereitung zur Kulturhauptstadt Europas sei "immer ein langes Abenteuer, übersät mit Stolpersteinen, welche Umeå so erfolgreich bewältigte".

"Dieses wunderbare Projekt muss nun von einem soliden Team geführt werden und allen nötige politische und wirtschaftliche Unterstützung von nun an bis 2014 erhalten", fügte Figel hinzu.

Riga wird seine Empfehlung als Kulturhauptstadts Europas am 15. September abschicken.

Umeå und die lettische Stadt müssen immer noch formell vom EU-Ministerrat unterstützt werden. Aber die Zustimmung des Rates wird für Mai 2010 erwartet und wird als Formalität angesehen.

Im vergangenen Mai bestätigten die EU-Kulturminister Košice (Slowakei) und Marseille (Frankreich) als Europäische Kulturhauptstädte für 2013. EurActiv vom 13. Mai 2009.

Stellungnahmen: 

Der Projektleiter, Frederik Lindegren, sieht die größte Stärke des Projektes in seinem Konzept der "open source creativity" – einer Idee, dass kulturelle Dinge durch grenzüberschreitende Neugier, Dialog und Zusammenarbeit geschehen können.

"Ich bin außerordentlich stolz und glücklich und wir nehmen dieses Privileg sehr ernst. Wir werden zeigen, dass Umeå eine starke Europäische Kulturhauptstadt ist", sagte die Bürgermeisterin der Stadt, Marie-Louise Rönnmark

Nächste Schritte: 
  • 15 Mai 2009: Lettland gibt sein Empfehlungsschreiben als Europäische Kulturhauptstadt ab.
  • Mai 2010 : Endgültige Bestätigung der Europäischen Kulturhauptstädte 2014 vom EU-Ministerrat.   
Hintergrund : 

Der Titel der "Europäischen Kulturhauptstadt" wurde von der EU im Jahr 1985 erfunden. Hauptstädte werden von einer internationalen Jury, bestehend aus 13 Mitgliedern, wovon sechs aus dem betreffenden Land und sieben von EU-Institutionen gestellt werden, ausgewählt. Die letzte Entscheidung hängt vom Rat ab, seine Unterstützung für die Entscheidung des Gremiums gilt aber als Formsache.

Die Bewerber müssen drei Kriterien erfüllen: Integration einer wirklichen europäischen Dimension, die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern und die Unterstützung der Öffentlichkeit sowie das  Hervorheben der Rolle der Stadt in der Entstehung und Entwicklung der Kultur in Europa.

Erfolgreiche Bewerber müssen zudem ein Programm entwickeln, welches auf lange Sicht zur kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Stadt beiträgt.

Die nächsten Kulturstädte sind:

• 2010: Essen (Deutschland), Istanbul (Türkei) und Pécs (Ungarn) • 2011: Turku (Finnland) und Tallin (Estland)  • 2012: Guimarães (Portugal) und Maribor (Slowenien)  • 2013: Marseille (Frankreich) und Košice (Slowakei)

Für die folgenden Jahre ist noch nicht entschieden welche Städte für den Titel konkurrieren:

• 2014: Umeå (Schweden) und Lettland  • 2015: Belgien und Tscheschische Republik  • 2016: Spanien und Polen  • 2017: Dänemark und Zypern  • 2018: Niederlande und Malta  • 2019: Italien und Bulgarien 

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