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Vilnius stellt Kulturprogramm für 2009 vor [DE]

Veröffentlicht 10. Dezember 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Bei den Veranstaltungen in der baltischen Stadt Vilnius, der Kulturhauptstadt Europas im nächsten Jahr, würden sowohl die Einwohner als auch die Besucher unter dem Motto „Kultur live“ gleichermaßen an Kulturprojekten beteiligt, wurde gestern (9. Dezember 2008) bei einer Zeremonie, die das Ereignis im Europäischen Parlament einläutete, bekannt gegeben.

Die Hauptstadt Litauens mit ihren 555 000 Einwohnern wird sich 2009 den Titel Kulturhauptstadt Europas mit der österreichischen Stadt Linz teilen. Vilnius ist die erste baltische Stadt, die diese Auszeichnung erhalten hat.

Vilnius sei für die Litauer die wichtigste Stadt, meinte der litauische EU-Botschafter Rytis Martikonis. Er glaube, dass Vilnius im nächsten Jahr, wenn Litauen feiere, dass sein Name seit 1000 Jahren in geschriebener Form existiere und dass das Land seit fünf Jahren Mitglied der Europäische Union sei, eine wichtige Stadt für ganz Europa werde.

Martikonis mahnte jedoch, dass man Kultur schaffen und pflegen müsse, statt nur darüber zu reden. Die Politiker hoffen, dass im Laufe des Jahres etwa drei Millionen Menschen an gut 900 Veranstaltungen, darunter Ausstellungen von Litauern und internationalen Künstlern, in der Stadt und ihrem Umkreis teilnehmen würden. Die Veranstalter schätzen, dass die Ausrichtung des Jahres etwa 85 Millionen Euro kosten werde.

2009 wolle man die Besucher mit einem großen Angebot an Veranstaltungen, die gemeinsam mit den weltweit bekanntesten Künstlern vorbereitet würden, bezaubern, meinte Elona Bajorinienė, die Projektleiterin im Team, das das Jahr vorbereitet. 

Die Programmhöhepunkte umfassen ein Lichtfestival, die Initiative „Kunst an ungewöhnlichen Orten“, Konzerte des Londoner Sinfonieorchesters geleitet vom russischen Dirigenten Valerij Georgiev, ein Opernfestival und Ausstellungen des georgischen Künstlers Niko Pirosmani.

Außerdem wird das bekannte Tanzmusikfestival „Creamfields“ in der Stadt gastieren; ein Rockfestival nahe der weißrussischen Grenze ist in Planung. 

Das Jahr 2009 sei die beste Gelegenheit, die einzigartige Hauptstadt eines neuen EU-Mitgliedstaates kennen zu lernen, die im Zentrum des europäischen Kontinents und an der Kreuzung vieler Kulturen, Sprachen, Religionen und architektonischer Stile liege, sagte der litauische sozialistische Europaabgeordnete Justas Paleckis. 

Die diesjährigen EU-Kulturhauptstädte sind Liverpool (Großbritannien) und Stavanger (Norwegen). Die französische Hafenstadt Marseille (EurActiv vom 17. September 2008) sowie die slowakische Stadt Košice (EurActiv vom 11. September 2008) wurden im September als EU-Kulturhauptstädte für das Jahr 2014 ausgewählt. 

Hintergrund : 

Der Titel Kulturhauptstadt Europas wurde 1985 von der EU ins Leben gerufen. Die Hauptstädte werden von den 13 Mitgliedern einer internationalen Jury ausgewählt. Sechs der Jurymitglieder werden von dem entsprechenden Land ausgewählt, die restlichen sieben von den EU-Institutionen. Die letzte Entscheidungsinstanz ist zwar der Rat, doch wird die Bestätigung der Entscheidung der Jury als reine Formalität angesehen.

Die Kandidaten müssen vor allem drei wichtige Kriterien erfüllen. Beispielsweise muss die europäische Dimension ihres Programms ersichtlich sein, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen EU-Ländern mit Unterstützung der Öffentlichkeit gestärkt und die Rolle der Stadt bei der Gestaltung und Entwicklung der Kultur in Europa hervorgehoben werden. 

Die nächsten Kulturhauptstädte sind:

  • 2009: Linz (Österreich) und Vilnius (Litauen)  
  • 2010: Essen (Deutschland), Istanbul (Türkei) and Pécs (Ungarn)  
  • 2011: Turku (Finnland) and Tallinn (Estland)  
  • 2012: Guimarães (Portugal) and Maribor (Slowenien)  
  • 2013 Marseille (Frankreich) and Košice (Slowakei)  

Für die darauf folgenden Jahre wurden zwar schon Länder bestimmt, doch es ist noch nicht entschieden, welche Städte an dem Wettbewerb teilnehmen werden:

  • 2014: Schweden und Lettland 
  • 2015: Belgien und Tschechien 
  • 2016: Spanien und Polen 
  • 2017: Dänemark und Zypern 
  • 2018: Niederlande und Malta 
  • 2019: Italien und Bulgarien 
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