Anlässlich der Annahme des Kommissionsberichts, der eine Reform des Milchmarktes vorschlägt, durch das Parlament am 5. September 2007, hat die sozialdemokratische Fraktion ihre Bedenken über die derzeitige Milchknappheit geäußert und die Kommissarin für Landwirtschaft Mariann Fischer Boel dafür kritisiert, dass sie die Veränderungen auf dem Weltmarkt für Milch nicht abgesehen habe.
Der Engpass habe bedeutende Auswirkungen auf den Milchpreis gezeigt, was sich fortsetzen werde. Dies komme zur Preissteigerung für andere Grundnahrungsmittel wie Getreide, Tiernahrung und Fleisch hinzu, sagte die sozialdemokratische Europaabgeordnete Rosa Miguélez Ramos. Sie fügt hinzu, die Zunahme der weltweiten Nachfrage und die Abnahme des Angebots hätten von der Kommissarin abgesehen werden müssen.
In ihrem Blog kommentierte die Kommissarin Fischer Boel den Preisanstieg für Milch und Fleisch kürzlich mit den Worten, es handele sich dabei um ‚nicht mehr und nicht weniger als Marktbewegungen’ und damit um genau das, was man von der europäischen Landwirtschaft 2007 erwarte.
Sie sagte jedoch auch mit Blick auf die Auswirkungen auf die Verbraucher, dass die Einzelhändler ihren Beitrag leisten müssten, da der Auswirkung von Grundzutaten auf den Endpreis von Lebensmitteln wie Brot bekanntermaßen relativ gering sei. Sie hoffe, die Supermärkte und Diskontläden würden verantwortlich handeln.
Laut dem „OECD-FAO-Agrarausblick: 2007 – 2016“ von Juli 2007 erklärten kurzzeitige Faktoren wie Dürren in Getreide anbauenden Regionen und niedrige Lagerbestände zum Großteil die jüngsten Erhöhungen der Preise für landwirtschaftlicher Produkte.
Zudem erklärt der Bericht, dass eine erhöhte Nachfrage an Biokraftstoffen die grundlegenden Veränderungen des Landwirtschaftsmarktes verursache und die Preise vieler landwirtschaftlicher Produkte in die Höhe treiben könne. Demgegenüber argumentiert Kommissarin Fischer Boel, dass das zunehmende Interesse an Biokraftstoffen im EU-Kontext nur eine ‘untergeordnete Rolle’ spiele.



