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EurActiv hat einen Ratgeber mit Empfehlungen zusammengestellt, der Verbände und NGOs bei der Entwicklung einer erfolgreichen Medienstrategie helfen soll und auf den Erfahrungen von Brüsseler Journalisten, NGOs und Beamten beruht.
Um dem zunehmenden Vertrauensverlust der europäischen Öffentlichkeit entgegenzuwirken, hat die Kommission im Februar 2006 ihr Weißbuch über die neue EU-Kommunikationspolitik vorgelegt. In diesem Zusammenhang hat EurActiv - basierend auf einer Studie von EurActiv und der Internationalen Journalistenföderation (IJF) und den Ergebnissen einer Konferenz vom 24. Oktober 2006 zur Sichtbarkeit europäischer Akteure in den Medien – den Ratgeber „Aufbau guter Medienbeziehungen“ zusammengestellt. Dieser auf praktische Informationen ausgerichtete Ratgeber folgt dem von der Fondation EurActiv veröffentlichtem „Gelbbuch über EU-Kommunikation“, das seinen Schwerpunkt auf der Dezentralisierung auf nationaler Ebene hatte.
Der Ratgeber „Aufbau guter Medienbeziehungen“ fasst die Ergebnisse der Studie und die im Rahmen einer Konferenz mit 120 Vertretern von Interessengruppen gesammelten Beiträge von 18 Journalisten und EU-Kommunikationsexperten zusammen.
Einige Schlussfolgerungen des Ratgebers sind:
Die Debatten zeigen auch, dass Positionen am besten durch folgendes vermittelt werden können:
Veranstaltungen, Gefühle und Kontroversen sind nach Auffassung der Brüsseler Journalisten für die Aufbereitung von Nachrichten unerlässlich.
Aidan White, Generalsekretär der Internationalen Journalistenföderation (IJF), forderte für Journalisten bessere Bedingungen für tiefgründige Recherchen, investigativen Journalismus und Quellenschutz und verwies auf den Verhaltenskodex für Journalisten und Medien in Brüssel (siehe EurActiv.com). Er betonte auch, dass Transparenz und ethische Leitlinien ausschlaggebend seien in der Berichterstattung über Interessenverbände.
Jérôme Vignon, Direktor der Generaldirektion Beschäftigung und Autor des 2001 erschienenen Weißbuches über Regieren sagte, die Barroso-Kommission sei kommunikationsfreudiger als ihre Vorgängerin. Jedoch gäbe es eine Spaltung innerhalb der Kommission zwischen denjenigen, die „eine zynische Haltung einnehmen“ und denjenigen, die kritische und unabhängige Berichterstattung schätzten. Er betonte auch, dass die EU-Akteure verpflichtet seien, dem EU-Diskurs einen Mehrwert zu geben.
Daniel Verbist vom europäischen Verband der Chemischen Industrie (CEFIC) betonte das wachsende Interesse der Journalisten an der Position der Verbände. Er schlug vor, die Industrie als „Teil der Lösung“ zu sehen und empfahl den Journalisten, auch die Meinung der Gesellschaft zu berücksichtigen.
Michael Stabenow, Präsident der Association de la Presse Internationale (API), drückte Besorgnis hinsichtlich so genannter „Spinning excercises“ aus und betonte seine Favorisierung von Beziehungen, die auf Vertrauen aufbauen. Stabenow bestätigte eine der wichtigsten Ergebnisse der Studie bezüglich der verstärkten Nutzung des Internets als Quelle.
David Haworth von der Europäischen Journalisten-Föderation (AEJ) betonte, dass die Studie die erste ihrer Art in Brüssel sei und dass sie „bereits offensichtliche Tatsachen“ bestätigt habe. Er betonte die Bedeutung „lokaler Kontakte“ unter anderem durch nationale Organisationen (zum Beispiel die nationalen Mitgliedsverbände europäischer Dachverbände).
Quentin Dickinson, Berichterstatter für Radio France und Radio France International, schlug vor, die Studie 2007 im größeren Stil fortzusetzen und die Ergebnisse mit denen von Eurobarometer zu vergleichen. Zusätzlich zu vielen praktischen Tipps lautete seine Empfehlung, Vertrauensverhältnisse zu schaffen, bevor ein Thema „heiß“ würde – „In tempore non suspecto“. Dann wüssten die Journalisten zum gegebenen Zeitpunkt, an wen sie sich wenden könnten. Das teuerste sei nicht immer das effizienteste, so Dickinson, der kurze Notizen und eine zugängliche und multilinguale Kontaktperson empfiehl.
Tony Long, Leiter des WWF European Policy Büro in Brüssel, betonte, dass in der Kommunikation eine gute Zeitplanung sowie ein herausragendes Verständnis der Abläufe und Prozeduren in der EU von besonderer Bedeutung seien, wolle man einen Kommissionsvorschlag noch vor seiner Veröffentlichung beeinflussen. Auch das Nutzen von Gefühlen und Bildern sei für die Übermittlung von Nachrichten entscheidend. Long betonte auch den Wert, den das Schmieden von Allianzen mit anderen Gruppen habe.
Hubert Linssen von der Internationalen Straßenverkehrsunion (IRU) betonte die Notwendigkeit, sachlich zu berichten, indem man glaubwürdige und ausgeglichene Informationen anbiete. Auch sei der direkte Kontakt für effektives Lobbying unverzichtbar.
Bruno Alves von der Beratungsfirma Kellen Europe erklärte die Medieninstrumente für die Kommunikationsstrategien von Vereinigungen und Interessengruppen. Er betonte, dass jede Organisation über einen Plan bezüglich der Medienbeziehungen verfügen sollte, um sich so als Akteur positionieren zu können, und hob die Bedeutung hervor, die die Nutzung integrierter Multimediakanäle (z.B. Blogs) habe.