EurActiv Logo
 
30. November 2009
Breaking News:

Botschaft und Logo von tschechischer Ratspräsidentschaft abgeschwächt [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 14. November 2008   

Das Logo der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft und das dazugehörige Motto ‚Europa ohne Grenzen’ wurden diese Woche offiziell vorgestellt. Allerdings scheint Tschechien damit in gewisser Weise Abstand von seiner früheren Botschaft zu nehmen, die lautete ‚Wir tun Europa Gutes’.

Hintergrund:

Die Tschechische Republik wird am 1. Januar 2009 die sechsmonatige EU-Ratspräsidentschaft von Frankreich übernehmen. Im Rahmen der Dreier-Präsidentschaft findet die tschechische EU-Präsidentschaft zwischen der französischen und der schwedischen Präsidentschaft statt. Schweden wird die EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2009 übernehmen.

Einige Europaabgeordnete befürchten, dass eine durch die jüngsten Wahlen geschwächte tschechische Regierung nicht in der Lage sein wird, die Führung einer der Rezessionsgefahr ausgesetzten Gemeinschaft zu übernehmen. Regierungsbeamte betonen allerdings, dass sie angemessen vorbereitet seien, um die Führung der Union zu übernehmen (EurActiv vom 30. Oktober 2008).

Der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolánek und sein Stellvertreter Alexander Vondra stellten am Mittwoch (12. November 2008) bei einer Pressekonferenz im Ausstellungspalast in Prag den Medien und der Öffentlichkeit die visuelle Identität der bevorstehenden Präsidentschaftexternal vor. 

Neben dem Logo enthüllten die Minister auch eine Reihe anderer Designs, die während der Präsidentschaft auf den Regierungsfahrzeugen und an allen offiziellen Veranstaltungsorten angebracht werden sollen. Darunter befindet sich auch eine Europakarte, auf der die Mitgliedstaaten mit ihren Länderkürzeln (UK, DE usw.) in den nationalen Farben dargestellt werden. 

Tschechen ein ‚spielerisches Volk’…

Insgesamt sei die visuelle Identität der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft unterhaltsam und fröhlich; und mit Sicherheit nicht langweilig. Dasselbe gelte für das Logo, das den Charakter der Tschechen widerspiegele: sie seien ein spielerisches Volk, originell, modern und offen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident für Europäische Angelegenheiten Vondra.

Vor kurzem hatte die tschechische Regierung einen umstrittenen Werbefilm ausgestrahlt, in dem Würfelzucker die tschechische Ratspräsidentschaft mit dem Motto ‚Wir tun Europa Gutes’ symbolisierte (EurActiv vom 12. September 2008).

David Král vom Europeum Institute for European Policy in Prag versuchte jüngst, die Bedeutung des Werbefilms zu erklären. Eigenwilligkeit und eine gewisse provokative Haltung seien Bestandteile des tschechischen Charakters.

Mit Blick auf die berühmte Äußerung des Präsidenten, die Tschechische Republik müsse sich in der EU auflösen wie ein Zuckerstück in einer Tasse Tee, sagt Král, dass die Regierung diese Metapher auch für eine andere Botschaft hätte verwenden können: „Ja, wir lösen uns auf, aber letztlich ist es der Zucker, der das Endprodukt beeinflusst“, erklärte er.

… und mit Sicherheit ‚keine Spielverderber’

Die tschechische Regierung meint, dass das Logo und das Motto ‚Europa ohne Grenzen’, die diese Woche enthüllt wurden, zeigten, dass die Tschechen keine Spielverderber seien. 

Das optische Erscheinungsbild der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft zeige, dass die Tschechen keine Spielverderber seien, dass sie nicht vor mutigen Schritten zurückschreckten und dass sie ihren eigenen Stil besäßen. Er denke, dies werde dazu führen, dass langwierige Besprechungen während der tschechischen Ratspräsidentschaft aufgelockert würden, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Vondra.

Prioritäten der tschechischen Ratspräsidentschaft

Ministerpräsident Topolánek nutzte die Vorstellung des Logos, um die Prioritäten der EU-Präsidentschaft seines Landes vorzustellen: Wirtschaft, Energie und Außenpolitik. Außerdem betonte er, dass seine Regierung einen „flexiblen Ansatz“ verfolgen werde, um Themen von allgemeinem Interesse zu behandeln. 

Topolánek kündigte an, dass die Tschechische Republik beabsichtige, sich auf die Wirtschaft und besonders auf eine europäische Antwort auf die Finanzkrise zu konzentrieren. Im Bereich Energie ständen Sicherheitsfragen und Fortschritte beim Klima- und Energiepaket oben auf seiner Agenda. 

In der Außenpolitik beabsichtigt die tschechische EU-Ratspräsidentschaft, sich auf die Intensivierung der transatlantischen Beziehungen zu konzentrieren (EurActiv vom 12. September 2008), besonders nach dem Sieg Barack Obamas bei den US-Präsidentschaftswahlen am 4. November (EurActiv vom 5. November 2008). Außerdem hofft die Regierung die östliche Dimension der Gemeinschaft zu stärken und besonders die Länder des Westbalkans und Kroatien bei ihren Bemühungen um einen EU-Beitritt zu unterstützen.

Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft beginnt am 1. Januar 2009.

Positionen:

Explaining why the government had waited until this week to unveil the logo, which he said showed "Europe as a space without barriers," Czech Deputy Prime Minster for EU Affairs Alexandr Vondra responded: "To publish the logo earlier would have gone against the rules of the game in the European Union. It would have been unfair to the Slovenes, who held the EU presidency until June 2008, and France, which holds the EU presidency now." 

French centre-right MEP Joseph Daul, leader of the EPP-ED Group in the European Parliament, welcomed the Czech government's 'three E' priorities. "I note with satisfaction the willingness of Mirek Topolánek's government to continue driving Europe both ambitiously and determined on its three priorities: the economy, energy and external relations." 

"The wish of the centre-right political family is that in the first half of 2009, the Czech Presidency follows in the footsteps of previous presidencies," Daul added, also stressing the need for the Czech Republic to lead by example on the Lisbon Treaty by "making a final decision on its ratification". 

David Král of the Europeum Institute for European Policy in Prague, who also lectures in the Department of European Studies at the city's Charles University, suggested that the government could somehow become intimidated by the enormous task of managing an EU presidency. 

"Talking to people from the government, I have the feeling that they just want to somehow survive it, to manage the technical side of it. But then, on the other hand, you never know," Král told EurActiv in a recent interview. 

"I think that the logo is good and witty, capable of attracting attention abroad. Based on the country codes and colours of the EU member states, the concept is the starting point for a number of varied combinations and solutions. Besides, the logo is friendly and optimistic, which is a major asset. The use of a Czech typeface in both the logo itself and the visual style as such adds even more value to the design," said Aleš Najbrt, vice-chairman of the evaluation panel that selected the winning design. 

Graphic designer Tomáš Pakosta, the logo's creator, said: "As a supporter of the EU, I am happy to have had the opportunity to do my bit in an integration project that, at least from our perspective today, appears unfeasible." Explaining his choice of design, Pakosta described the logo as "an interplay of colours and country codes laid out on the EU map and then mixed up in a mosaic as an expression of equality". 

"Built on a structure of the codes of the EU member states with the colours derived from their national flags, the style seems to bear the following message: 'We are one big family where everyone plays a significant role, regardless of their size or historical importance. We have come together to form a rich mosaic of colours, in which the identity of each country is expressed by only two letters.' Sometimes less is indeed more," said evaluation panel member Alan Záruba, a graphic designer. 

Describing the design as an "unmistakable and graphically self-confident expression of the Czech EU Presidency," Professor Rostislav Vanêk, a member of the evaluation panel and a graphic design specialist, said: "From the very beginning, it was clear that Pakosta was not only offering a logo, but also a very strong visual project of the entire identity of the Czech EU Presidency". 

Nächste Schritte:

  • End 2008: French EU Presidency ends. 
  • Jan.-June 2009: Czech EU Presidency. 
  • July-Dec. 2009: Swedish EU Presidency. 

Links

Advertising
Advertising