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Eurobarometer [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 8. April 2005    | Aktualisiert: Mittwoch 21. Dezember 2005   

Im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich Eurobarometer zu einem Bezugspunkt in Sachen öffentlicher Meinung in der EU entwickelt. Es wurde 1974 ins Leben gerufen und sollte einer Verbesserung der Informations- und Kommunikationsstrategie der EU sowie der Herausbildung einer wahrhaft 'europäischen' öffentlichen Meinung dienen. Die neue Informations- und Kommunikationsstrategie der EU, welche im Juni 2005 angenommen werden soll, sieht eine größere Bandbreite an Eurobarometer-Umfragen vor.

Zum gleichen Thema:

Nächste Schritte:

Die Kommission wird ihre neue Informations- und Kommunikationsstrategie im Juni 2005 lancieren. 

EurActiv erwägt derzeit, dem Thema ‚öffentliche Meinung in der EU’ ein eigenes LinksDossier zu widmen. Wir würden uns über Ihren Beitrag  daher sehr freuen.

Zusammenfassung Links

Die erste Eurobarometer-Umfrage wurde im Frühjahr 1974 veröffentlicht, d.h. unmittelbar nach der ersten EU-Erweiterungsrunde, die im Jahr 1973 vollzogen wurde, als die Gründerländer Dänemark, Irland und Großbritannien in ihrer Gemeinschaft willkommen hießen. Die Umfragen sollen der EU dabei helfen, mehr über die öffentliche Meinung in der EU zu erfahren und ihre Informationspolitik und Öffentlichkeitsarbeit dementsprechend auszurichten. Mit den Meinungsumfragen wurde ebenfalls das Ziel verfolgt, die Bürger der Europäischen Gemeinschaft aneinander näher zu bringen, indem sie mehr über die Meinungen und Gedanken ihrer europäischen Mitbürger erfahren können. 

Meinungsumfragen werden bereits seit den 60er Jahren durchgeführt. Die Idee jedoch, die öffentliche Meinung regelmäßig zu messen, wurde erstmals in den 70er Jahren diskutiert. Der niederländische Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Wilhelmus Schuijt, schrieb im Februar 1972 in einem Parlamentsbericht, dass Meinungsumfragen systematisch und regelmäßig durchgeführt werden sollten und dass ihre Ergebnisse dem zuständigen Parlamentsausschuss vorgelegt werden sollten. Schuijt war ein aktiver Verfechter des Vorhabens, mithilfe einer Informations- und Kommunikationspolitik eine ‚echte’ europäische öffentliche Meinung hervorzubringen.

Eurobarometer soll Trends über längere Zeiträume hinweg messen und feststellen. Haltungsänderungen gegenüber der EU, d.h. pro- und anti-europäische Einstellungen, stehen hierbei im Vordergrund. Außerdem werden Fragen gestellt, die darüber Aufschluss geben sollen, ob eine europäische Identität im Entstehen begriffen ist. Gelegentlich werden mit Hinblick auf die Ausrichtung der gemeinschaftlichen Informationspolitik auch bestimmte andere Themen aufgegriffen. Auch die einzelnen Generaldirektionen der Kommission haben verstärkt zu diesem Instrument gegriffen, um festzustellen, welche Meinungen die Bürger zu bestimmten Themen wie Landwirtschaft und Wissenschaft haben. 

Der Begriff ‚Euro’ ist von 'Europa' abgeleitet und ‚Barometer’ bezieht sich auf das Gerät, welches atmosphärischen Druck misst.

Kernfragen:

Unterstützer des Eurobarometers sind der Meinung, es sei ein wichtiges Instrument europäischer Governance, da sich mit seiner Hilfe eine wahrhaft europäische öffentliche Meinung herausbilde. Eurobarometer-Umfragen werden immer zur gleichen Zeit und mit den gleichen Fragen in sämtlichen 25 Mitgliedstaaten sowie in den Kandidatenländern durchgeführt. Die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfragen werden auf einer für sie eingerichteten Website veröffentlicht, die frei zugänglich ist und von sowohl Experten als auch normalen Bürger genutzt wird. 

Journalisten und Politiker begrüßen dieses Instrument als eine gute Quelle für quantitative Daten. Hinweise wie „laut Eurobarometer“ findet man in der nationalen Presse immer häufiger, welches belegt, dass sich Eurobarometer zu einem allgemeinen Bezugspunkt entwickelt hat. 

Die Kontinuität der Umfragen wird von vielen als eines der großen Vorteile betrachtet. Sie ermöglicht es, Trends über längere Zeiträume zu identifizieren und zu verstehen. 

Es gibt verschiedene Eurobarometer-Umfragen:

  • die ‚Standard’-Umfrage, welche zweimal im Jahr durchgeführt wird, um langfristige Trends und Tendenzen zu identifizieren
  • ‚Special Eurobarometer’: Ad-hoc-Umfragen (von Angesicht zu Angesicht)
  • ‘Flash’: Telefonische Ad-hoc-Umfragen zu neuesten Ereignissen und Entwicklungen, häufig mit besonderer Zielgruppe, wie Unternehmen, Ärzte, Jugendliche etc.

Positionen:

EU-Kommissarin für interinstitutionelle Beziehungen und Kommunikationsstrategie Margot Wallström hat in einem  angekündigt, dass die Durchführung gezielterer Eurobarometer-Umfragen eines der Ziele der neuen EU-Kommunikationsstrategie, die im Juni 2005 angenommen werden soll, sein würde. 

„Wir haben hiermit bereits in Verbindung mit der Verfassung begonnen, indem Eurobarometer-Umfragen gezielt an jeden Mitgliedstaat angepasst wurden. Dies werden wir künftig verstärkt tun. Ich stimme dem voll und ganz zu. Wir müssen uns noch einmal mit der gesamten Art und Weise, wie mit Eurobarometer gearbeitet wird, befassen. Dies wird daher eines der Elemente der neuen Kommunikationsstrategie sein“, so Wallström.

In einem Interview vom 21. Oktober 2003, welches auf der ‚Europa’-Website veröffentlicht wurde, spricht Jacques-René Rabier, der erste EU-Generaldirektor für Informationspolitik und Gründer von Eurobarometer, über die Ursprünge von EU-weiten Meinungsumfragen. 
Während die Fragen über die Jahre hinweg weitgehend die gleichen geblieben sind, bedauert er, dass die Bürger heutzutage nicht mehr nach ihrem Vertrauen in andere Nationen befragt würden. Diese Frage habe früher sehr interessante Beziehungen aufgezeigt. So sei das gegenseitige Vertrauen zwischen Deutschen und Franzosen stark gewesen, während das Vertrauensverhältnis zwischen den Engländern und den Franzosen eher schwach gewesen sei. 

Rabier meint auch, er hätte es begrüßt, wenn die Bürger zu dem Design der neuen Euro-Geldscheinen befragt geworden wären. Die Abbildungen seien „nicht besonders inspirierend“. Hätte er die Möglichkeit, das Thema einer Umfrage festzulegen, würde er die Türkei wählen. 

Laut Rabier sei eine europäische öffentliche Meinung noch immer „im Aufbau“ begriffen, obwohl Europäer zu einer Reihe von Themen (z.B. Demokratie, Menschenrechte und Gleichberechtigung von Mann und Frau)  ähnliche Ansichten hätten. Dies gelte insbesondere für junge Menschen und Menschen mit höherer Ausbildung, während die Unterschiede in anderen Bevölkerungsgruppen größer seien.

Ein ehemalige Kommunikationsdirektor von GD Presse und Kommunikation, Jørgen Thogersen, hat erklärt, gegenüber dem Interesse vor 30 Jahren werde den Meinungen der Bürger heutzutage mehr Bedeutung beigemessen und es mehr werde dafür getan, einen Dialog mit den Bürgern in Gang zu setzen. Das Internet sei ein besonders hilfreiches Instrument, welches unter anderem dazu genutzt werde, den Bürgern den Zugang zu den Umfrageergebnissen zu ermöglichen. 

Links Zusammenfassung

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