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Eine Umfrage vom 20. Juni 2008 bestätigt, dass selbst die Iren, die vergangene Woche im Referendum über den Vertrag von Lissabon mit 'Nein' gestimmt haben, wollen in der EU bleiben. Sie knüpfen jedoch ihre Hoffnung an Neuverhandlungen des Textes – etwas, das die Staats- und Regierungschefs der EU während ihres Gipfels in Brüssel just ausgeschlossen haben.
Die große Mehrheit der ‚Nein’-Wähler in Irland (80%) will in der EU bleiben, so eine neue Eurobarometer-Umfrage
vom 20. Juni 2008. Die meisten von ihnen (76%) glauben jedoch auch, dass das Ergebnis Irland in eine starke Position versetze, damit der Vertrag erneut verhandelt werden kann.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wies jedoch derartige Aussichten zurück und sagte Journalisten im Anschluss an das EU-Gipfeltreffen in Brüssel, der Europäische Rat habe sich darauf geeinigt, dass eine Neuverhandlung des Vertrags ausgeschlossen sei.
Es werde keinen ‚vereinfachten Vertrag II’ geben, betonte Sarkozy.
Die Eurobarometer-Umfrage unterstreicht die größten Schwächen der irischen und der europäischen Politiker bei ihrer Kommunikation mit den Bürgern über den Vertrag und über die EU im Allgemeinen. Ein Fünftel der ‚Nein’-Wähler und ein Sechstel der ‚Ja’-Wähler gaben zu, dass sie nicht wüssten, ob der Lissabon-Vertrag für Irland gut oder schlecht sei. Eine breite Mehrheit der irischen Wähler (insgesamt 68%; beide Lager) war der Meinung, dass die ‚Nein’-Kampagne überzeugender gewesen war.
Mehr als die Hälfte derjenigen, die nicht am Referendum teilnahmen, gestand ein, dass sie nicht abstimmten, da sie die Fragen, die das Referendum aufgeworfen habe, nicht vollständig verstanden hätte. Mangelnde Kenntnisse über den Vertrag (22%) wurden auch von denjenigen, die nicht an der Abstimmung teilnahmen, als der Hauptgrund genannt, warum das Referendum einen negativen Ausgang hatte.
Der Schutz der irischen Identität (12%), eine Wahrung der Neutralität, ein Mangel an Vertrauen in Politiker, der Verlust des Rechts auf einen ständigen Kommissar und der Schutz des Steuersystems (alle 6%) wurden weiterhin als wichtige Faktoren für die Ablehnung des Vertrags angeführt.
Die Umfrage zeigte ebenfalls, dass insbesondere junge Menschen, Frauen und Arbeitslose unter den ‚Nein’-Wählern vertreten waren, während viele Berufstätige, Manager und Rentner die ‚Ja’-Kampagne unterstützten.