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'Europa', die Website der EU-Institutionen, umfasst mittlerweile fast sämtliche Dokumente der Kommission. Auch die Bürger, die keine EU-Spezialisten sind, sollen hier allgemeine und verständliche Informationen finden können.
Geschichte von ‚Europa’
Die erste Internetpräsenz der Kommission wurde Anfang der 90er Jahre aufgebaut. Dahinter standen zwei Generaldirektionen: Informationsgesellschaft und Außenbeziehungen. Die erste Website von GD Außenbeziehungen ging 1991 online. Ein früherer Kommissionsbeamter, der damals an dem Projekt teilnahm, berichtet folgendes:
„Damals gab es nur einen Computer in der gesamten GD, der über einen Internetzugang verfügte – die Vorgesetzten hatten Angst, dass ihre Mitarbeiter den Computer für allen möglichen Unsinn benutzen – daher war dieser Computer in einem Raum eingeschlossen, zu dem nur der Abteilungsleiter den Schlüssel hatte. Die Website war hauptsächlich eine Sammlung von Optionen für die Beitrittsverträge. Es ging darum, frühere kommunistische Länder von den Vorteilen des EU-Beitritts zu überzeugen, man könnte sagen, dass wir einen etwas unternehmerischen Zugang zu den Dingen hatten als die anderen Generaldirektionen. Damals wusste niemand in der EU was das Internet war und für welche Zwecke es genutzt werden konnte. Der gesamte Inhalt wurde in Memopad geschreiben, dann per FTP nach Luxemburg zu dem Unternehmen geschickt, das die Webseiten verwaltete [...] Das waren die guten alten Tage, wir hatten viel Spaß“.
Die wenigen Computer, über die die Kommission Anfang der 90er Jahre verfügte, waren über ein internes Netzwerk miteinander verbunden, es gab aber kein Intranet mit Webseiten.
Mitte der 90er Jahre hatte jeder Beamter der Kommission schließlich einen eigenen Computer und eine Email-Adresse und auch ein Intranet wurde eingerichtet, um die interne Informationsverbreitung zu verbessern. Im Februar 1995 wurde die die Website ‚Europa’ eröffnet. Den Anlass bot das ministerielle G7-Treffen zur Informationsgesellschaft
, welches von der Kommission in Brüssel organisiert wurde, um „die Innovation und Entwicklung im Bereich neuer Technologien anzuspornen und zu fördern, vor allem die Verwirklichung offener, wettbewerbsfähiger und weltweiter Informationsinfrastrukturen“.
‚Europa’ bestand damals aus lediglich einigen hundert Seiten. Obgleich die Website ursprünglich für das G7-Treffen aufgebaut worden war, wurde sie weiter ausgebaut und die Kommission beschloss schließlich, sie in eine Informationsquelle für jedermann umzuwandeln. Die Themenauswahl orientierte sich an den Verträgen der Gemeinschaft. Dieses Fact Sheet
der Kommission aus dem Jahr 1995 fasst ihre Vorstellungen zur Informationsgesellschaft zusammen.
Seither sind die Inhalte von Websites wie http://www.ispo.cec.be/
, einer Website von GD Informationsgesellschaft, und des Cordis-Servers
(Informationsdienst der Gemeinschaft für Forschung und Entwicklung) auf ‚Europa’
übertragen worden, wo mittlerweile fast alle veröffentlichten Inhalte der Kommission zu finden sind.
Laut der Kommission besteht das Ziel darin, sämtliche Inhalte unter der gleichen Internetdomäne zu vereinen, um „der Außenwelt eine gemeinsame Sicht unserer Informationen zu liefern und Überschneidungen zu vermeiden“.
Der ‚Europa’-Server ist auf vier Millionen Seiten und Dokumente sowie 76 Datenbanken
, die Website dynamisch erstellen, angewachsen. Fast 1,8 Milliarden Seitenabrufe wurden 2005 verzeichnet – fast 17 Mal mehr als im Jahr 1998, als der Verkehr erstmals statistisch erfasst wurde. Damit Nutzer sich leichter einen Überblick verschaffen können, ist die Website um 30 Tätigkeitsbereiche
strukturiert, welche die herkömmliche Aufteilung durch die Generaldirektionen
ergänzen.
Das ‚Europa’-Portal
, das Anfang 2003 in seiner derzeitigen Form eingerichtet wurde, ist zentraler Bestandteil der neuen Kommunikationsstrategie der Kommission. Während 106 der 110 Links des Portals der Kommission
zu Webadressen der Domäne europa.eu.int führen (die übrigen vier zu den Websites der Ratspräsidentschaft und Eurostat), sind die Seiten von ‚Europa’ mit anderen EU-Einrichtungen und der Kommission selbst verlinkt. Das Portal präsentiert die EU daher in ihrer Gesamtheit.
Zu den verschiedenen Servicebereichen von ‚Europa’ gehören die ‚Leseecke
’ ‚’Die EU im Überblick
’ und ‚EuropaGO
’, die zum Ziel haben, ‚normalen’ Bürgern die Funktionsweise der EU und ihre Vorteile zu erklären. Ein Aktionsplan
für eine bessere Kommunikationsarbeit, der ‚Plan D’
und das neue ‚Weißbuch
über eine europäische Kommunikationspolitik' sollen ebenfalls dazu beitragen, die EU den Bürgern näher zu bringen.
Jean-Bernard Quicheron, langjähriger Developer von ‚Europa’, hat EurActiv folgendes erzählt: „Lasst uns nicht vergessen, dass ‚Europa’ ein institutioneller Server ist und dass die Positionen der Institutionen nicht in allen Fragen gleich sind, aus diesem Grund wird es bei der Konzipierung von Informationen immer Spannungen geben. Schauen Sie sich Justiz und Inneres an, die GD, für die ich als letztes gearbeitet habe, da gab es große Unterschiede zwischen der Kommission, Rat und Parlament […] Ich denke, dass ‚Europa’-Team hat die richtige Richtung eingeschlagen, da es eine eklektische Auswahl bietet, die an die Bedürfnisse von allen angepasst werden kann. Was noch getan werden muss ist die Entwicklung von Suchinstrumenten und eine bessere Zugänglichkeit der spezialisierten GD-Seiten“.
Über die ‚Europa’-Startseite
sagt Christophe Dupriez, langjähriger Entwickler von DB Scape
: „Ich finde diese Startseite recht logisch. Sie steht in gutem Zusammenhang mit den Bedürfnissen der Nutzer. Ich bin nicht sonderlich glücklich über die Typographie, insbesondere nicht, wenn man sie mit den folgenden Seiten vergleicht, von denen die meisten eine lesbarere Schriftart benutzen. Leider haben die folgenden Seiten keine so logische Struktur wie die Startseite. Das allgemeine Prinzip bei der Schaffung einer hierarchischen Struktur ist, dass sämtliche über- und untergeordneten Niveaus direkt zugänglich sein sollten“.